Die USA überfallen einen souveränen Staat – und deutsche Medien verdammen den aggressiven Akt nicht. Der Fall zeigt, welche Doppelmoral im westlichen Medienlager vorherrscht. […]
Denn bereits die kurzen oben zitierten Passagen sind voller Lügen, Halbwahrheiten und Ausblendungen. Denn sicher ist Maduro „unbeliebt“ – aber bei wie vielen Venezolanern ist er das nicht? Und warum ist das Land politisch und wirtschaftlich instabil – nur wegen seines autoritären Sozialismus-Modells, oder womöglich auch oder gar vor allem wegen massiver, seit 2005 immer wieder verschärfter US-Sanktionen, und seit 2017 auch durch die EU verhängter restriktiver Maßnahmen? Vor allem aber ist bei dem Bericht in dem unscheinbaren Satz, Maduro habe seine Wahlniederlage nicht anerkannt, ein unterschwelliger Hinweis an die unbedarften Leser verbaut, dass dies als Rechtfertigung für einen gewaltsamen Angriff eines dritten Staates dienen könne. Kein Hinweis darauf, dass die UN-Charta bei ihrem Verbot eines Angriffs auf einen anderen Staat oder eines Putsches von außen keinerlei Unterschied macht zwischen demokratisch legitimierten Regierungen und solchen, die es nach internationalen Maßstäben nicht sind. […]
Es ist diese mediale Begleitung, die seit Jahren – zuletzt im Krieg in Gaza – einen Teil der Menschen hierzulande an die doppelten Standards gewöhnt, mit denen wir politisches und militärisches Handeln bewerten sollen. Dabei gilt die, freilich nicht ausgesprochene, Vorgabe: wenn die Verbündeten Verbrechen begehen, werden alle subtilen und weniger subtilen Mittel und Hebel der Relativierung in Gang gesetzt. Wird oder würde Gleiches oder Ähnliches vom Feind getan, werden und würden all die rhetorischen Werkzeuge hervorgeholt, die zur politischen, justiziellen und moralischen Verdammnis taugen.
https://www.berliner-zeitung.de/politik ... i.10012548
Zweierlei Maß: Wie deutsche Medien den US-Angriff auf Venezuela verharmlosen
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