Israel will die Landkarte des Grossen Mittleren Ostens neu bestimmen

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Maren
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Israel will die Landkarte des Grossen Mittleren Ostens neu bestimmen

Beitrag von Maren »

Interview mit Karin Leukefeld, freie Journalistin und Nahost-Expertin

Zeitgeschehen im Fokus Wie geht es weiter mit dem Iran. Wird man das Land nochmals attackieren, bis die Regierung gestürzt ist?

Karin Leukefeld Im Moment ist die Sache im Iran «stillgelegt». Der Westen hat hier eine Schlappe kassiert, man war offenbar nicht darauf vorbereitet, dass der Iran nicht nur das Internet abstellt, sondern auch die Kommunikation zu Starlink unterbricht. Aber der Druck aus dem politischen Westen gegen den Iran wird weitergehen.

Man muss davon ausgehen, dass die Proteste im Iran nicht ohne äusseren Einfluss zustande kamen beziehungsweise eskaliert wurden.

Äusserungen in israelischen Medien weisen darauf hin. Insbesondere von Journalisten und Militärexperten, die von einem «grünen Licht» sprachen, das Trump für einen neuen Krieg gegen Iran gegeben habe. Die Äusserungen Trumps in Richtung der Demonstranten, man stehe «auf eurer Seite mit geladenem Gewehr», deuten auf eine ausländische Einflussnahme hin.

Auch die Aussage von Friedrich Merz während seines Indienbesuchs, man sehe «jetzt die letzten Tage oder Wochen dieses Regimes», deuten auf etwas wie «Insiderwissen» hin. Merz sagte, man sei mit den USA in Verbindung, mit allen Verbündeten, die Aussenminister der EU seien in Verbindung, auch mit den E3, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien.

Daraus kann man schliessen, dass die Genannten informiert waren, dass etwas auf dem Aktionsplan gegen den Iran stand. Dass Mossad, CIA, MI6 schon lange daran beteiligt sind, ist kein Geheimnis. Man muss davon ausgehen, dass die inneriranischen Proteste Anfang des Jahres dafür genutzt wurden, Iran, die iranische Gesellschaft zu destabilisieren.

Wie hat die iranische Regierung anfänglich reagiert?

Die Regierung in Teheran zeigte Verständnis und erklärte, dass die Proteste gerechtfertigt seien, die sich gegen den Wertverlust des Rial und damit gegen eine hohe Teuerung richteten. Die iranische Währung hatte an der Börse in Dubai 40 Prozent verloren. Dubai ist einer der Haupthandelsplätze für den Iran. Das hatte sofort Auswirkungen auf die iranischen Händler, die als erste ihre Geschäfte schlossen und protestierten.

Wegen der EU- und US-Sanktionen – auch wegen wirtschaftlicher Fehlentscheidungen seitens der Regierung – ist die Lage im Iran wirtschaftlich schwierig. Wer international handelt, wie die Bazaris, die Händler, benötigt US-Dollar. Die Regierung ermöglichte den Händlern, für ihre Geschäfte iranische Rial zu einem günstigen Umtauschkurs in US-Dollar zu tauschen. Vom Wertesturz des Rial waren vor allem die Händler betroffen, darum protestierten sie. Die Regierung bot Gespräche an, man suchte eine Lösung. Als die nach wenigen Tagen offenbar gefunden war, gaben die Händler den Protest auf und öffneten wieder ihre Geschäfte.

Die Bevölkerung hatte sich den Händlern angeschlossen. Die Menschen werden durch den Kursabfall noch viel mehr belastet. Die Proteste waren zunächst friedlich, breiteten sich aber urplötzlich über das ganze Land aus und – was die Regierung überraschte – sie wurden extrem gewalttätig.

Die Gewalt ging zunächst von Demonstranten gegen staatliche Sicherheitskräfte aus, zivile Infrastruktur wurde zerstört, Moscheen gingen in Flammen auf. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, sich nicht an den Protesten zu beteiligen, Familien wurden aufgefordert, ihre Kinder nicht auf die Strassen zu lassen. Das alles ging in einem richtigen Crescendo von Vorwürfen unter, die aus westlichen Medien und Regierungen gegen «das Mullah-Regime» erhoben wurden und rund um die Erde verbreitet wurden.

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