Societal Transformation Scenario - Böll-Stiftung

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Maren
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Societal Transformation Scenario - Böll-Stiftung

Beitrag von Maren »

Societal Transformation Scenario (STS) der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung

Dann hier mal ein paar der schönsten Stellen aus dieser Transformations-Bibel für den Degrowth:

"Das "Societal Transfomation Scenario" ist ein globales 1,5°C-Minderungsszenario, das die Vorstellung eines fortwährenden globalen Wirtschaftswachstums und seine Vereinbarkeit mit ehrgeizigen Klimazielen wie der 1,5°C-Grenze in Frage stellt. Es zeigt, wie wir durch eine Verringerung der Produktion und des Verbrauchs im globalen Norden unter 1,5°C bleiben können, ohne auf risikoreiche Technologien wie CCS, Geo-Engineering und Nukleartechnik zurückzugreifen und gleichzeitig ein Überschwingen der Temperatur zu vermeiden."

Aha, die Welt wird also offensichtlich in Gute und Böse aufgeteilt:

"In diesem Modell wurde die Verbrauchsseite in zwei Regionen – Annex-1-Länder und Non-Annex-1-Länder unterteilt, um die Unterscheidung der Welt in Globalen Norden und Globalen Süden zu modellieren."

Das ist eine modifizierte Version der 'Klimaschuld', welche auf Klimakonferenzen dazu führt, daß ausschließlich westliche Industrieländer, die bereits seit 40 Jahren stark CO2 reduziert haben, noch viel härter durchgreifen müssen, während China und Indien ungebremst weiter Kohlekraftwerke bauen dürfen. Im Westen dagegen läuft das so:

"Durch veränderte Ernährungsweisen, weniger Fleischkonsum und weniger Lebensmittelverschwendung werden landwirtschaftliche Flächen frei, auf denen natürliche, biodiverse Öko- sowie extensive Landwirtschaftssysteme vorsichtig wiederhergestellt und CO2 natürlich gebunden werden kann."

Deutschland kann damit allerdings nicht gemeint sein, wo immer mehr Ackerflächen zu Solarparks umgewidmet werden und Wald zugunsten von Windkraft abgeholzt. Was übrigens die 'natürliche CO2-Bindung' stetig reduziert.

Umso härter wird nun beim Lebensstandard durchgegriffen:

"Die Länder des Globalen Nordens müssen Konsum und Produktion stark reduzieren und sich in diesem Zusammenhang auch von den bislang stark vom Norden dominierten, globalen extraktiven Wertschöpfungsketten lösen."

Sprich, nichts mehr in der Zweiten und Dritten Welt kaufen, keine Dollars mehr nach Vietnam, Nigeria und Argentinien. Auf wundersame Weise kommen uns diese Länder aber bei unserem Abstieg trotzdem im Aufstieg entgegen:

"Das STS nimmt gleichzeitig an, dass Produktion und Konsum im Globalen Süden ansteigen, sodass bis 2050 eine ungefähre Angleichung der Verbrauchsmuster im Globalen Norden und Süden erreicht sein wird."

Wie erreichen wir, in den angenommen sehr kurzen Zeiträumen, diesen revolutionären globalen Systemumbau?

"Verkehr: Der straßengebundene Verkehr geht stark zurück: beim Gütertransport um 62% bis 2050. Das wird durch eine Re-Regionalisierung der Wirtschaft und eine bessere lokale Infrastruktur erreicht. Der verbleibende Personenverkehr verlagert sich vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und Zufußgehen: minus 81% Autoverkehr im städtischen Raum, minus 52% im ländlichen Raum.

Wohnen: Die durchschnittliche persönliche Wohnfläche sinkt um 25 %, die Anzahl großer Haushaltsgeräte pro Person halbiert sich. Das setzt ein anderes (Zusammen-)Wohnen und darauf ausgerichtete Planungen, etwa im Neubau, voraus."

"15-Minuten-City, bist du es?" - Aber weiter im Text:

"Ernährung: Lebensmittelverschwendung und Überkonsum werden reduziert. Die Ernährungsweisen im Globalen Norden orientieren sich an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine gesunde Ernährung mit 2.100 Kilokalorien pro Person und Tag. Der Fleischkonsum sinkt bis 2030 um 60%."

"Werden reduziert", spätestens jetzt drängt sich die Frage auf, wer soll das alles in einer - noch halbwegs - freiheitlichen Demokratie durchsetzen? Oder sind wir an dieser Stelle bereits beim grünen Kalifat angekommen?

Ganz schnell muss es natürlich beim Fliegen gehen:

"Die durchschnittliche Anzahl der Flüge pro Jahr sinkt bis 2025 auf 1 und auf einen Flug alle drei Jahre bis 2050, was zu einer Reduzierung um 43% bis 2025 und um 81 % bis 2050 führt."

Sicher kein Problem für die vielen vom Tourismus lebenden Länder, denn die investieren dann ohnehin besser in Öko-Landbau, dessen Erzeugnisse sie ja dann... oh wait, auf Grund der globalen Regionalisierung selber essen müssen.

Zum Abschluss nochmal eine Übersicht der kommenden Segnungen. Bitte beachten: Die linke Spalte gilt für den 'globalen Norden', also die Bösen, rechts dagegen, bei den Guten, gibt es nur ganz milde Einschränkungen, oder sogar deutliche 'increases' (=Zunahmen).
GMpNLLGXYAAQLVb.png
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https://boell.de/de/2020/12/09/societal ... low-15degc

Quelle: https://twitter.com/tomdabassman/status ... 9540734317
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