Bücherecke

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Re: Bücherecke

von Maren » 15. August 2026, 10:22

In seinem Buch „Militär, Rüstung, Klima“ legt Olaf Achilles das Ergebnis von 35 Jahren Forschung vor – in der Hoffnung, die Öffentlichkeit zu mobilisieren gegen eine Politik, die heuchlerisch mit Klimazielen hantiert, wohl wissend, wie diese im militärischen Bereich ad absurdum geführt werden.

Dieses Werk ist das forensische Audit einer globalen Täuschung. Es legt dar, dass die Klimagovernance – vom UNFCCC bis zum EU-ETS – nicht auf einer wissenschaftlichen Baseline operiert, sondern auf einem administrativen Inventar, das den größten Akteur der stofflichen Vernichtung systematisch ausklammert: den globalen Militärapparat. Mittels KI-gestützter Stoffstrom-Inversion deckt dieses Buch eine systemische „Militär-Senke“ von über 500 Gigatonnen CO₂-Äquivalenten auf. Dieser Befund belegt die faktische Insolvenz der aktuellen Klimapolitik: Während zivile Sektoren durch Mangelkonzepte diszipliniert werden, neutralisiert die ungebremste militärische Expansion – vom Ukraine- bis zum Iran-Konflikt – jede zivile Einsparanstrengung. Die vorliegende Analyse dekonstruiert das EU-ETS und die nationalen Inventarberichte (NIR) als ökonomische Fiktion: Börsennotierte Märkte basieren auf einer physikalisch nicht gedeckten CO₂-Baseline. Das Werk dient als technisches Protokoll zur Korrektur einer globalen Bilanzierung, die vorsätzlich den biophysikalischen Bankrott verschleiert. Das Buch transformiert die Debatte: Weg von moralischen Appellen, hin zu einer harten Beweisaufnahme über verfassungsrechtliche Haftungsrisiken und systematischen Marktmissbrauch. Es belegt, warum Börsenkurse und Handelsgrundlagen auf einer biophysikalisch nicht gedeckten Basis operieren. Ein technischer Offenbarungseid, der das Ende der klimapolitischen Simulation einläutet und die mathematische Gewissheit einer bereits vollzogenen Insolvenz offenlegt.

Rezension: https://www.nachdenkseiten.de/?p=154933#note_17

Re: Bücherecke

von Maren » 20. Juli 2026, 16:44

BROKEN USA - 250 Jahre Krieg, Lügen und Unterdrückung

Von Werner Rügemer

Erstauflage Juli 2026,
Hintergrund Verlag, Berlin
103 Seiten
10,90 €
ISBN: 978-3-910568-35-8

Leseprobe: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1080550459
Buch bestellen: https://www.hintergrund.de/hintergrund-buchreihe-wissen-kompakt/

Während ich diese Zeilen schreibe, eskaliert der am 28. Februar 2026 begonnene Angriffskrieg der USA, Israels und ihrer Verbündeten gegen den Iran. Dieser illegale Krieg erhielt früh einen regionalen Charakter, führte zu ausgedehnten Verwüstungen sowie massivem Leid in Westasien und beeinträchtige global das wirtschaftliche Leben. Auch der durch die USA unterstützte Völkermord Israels in Gaza geht weiter.(1)

Trotz zahlreicher fundierter Werke über die Verbrechen der USA im Verlauf ihrer bisherigen Geschichte stelle ich immer wieder fest, dass das Wissen vieler Menschen über diesen Staat nur unzureichend ist. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf ein aktuelles deutschsprachiges Buch aufmerksam machen. Das prägnant geschriebene Werk „BROKEN USA. 250 Jahre Krieg, Lügen und Unterdrückung“ von Werner Rügemer(2) ist Anfang Juli 2026 in der 2023 gestarteten Buchreihe „WISSEN KOMPAKT“(3) beim Hintergrund Verlag(4) erschienen.

Weiterlesen: https://afsaneyebahar.com/wp-content/uploads/2026/07/wr20072026.pdf

Re: Bücherecke

von Maren » 18. Juli 2026, 17:55

Geld, Macht, Verbrechen
Von Finanzskandalen, Wirtschaftskriminellen und Geheimagenten


In seinem Buch klärt Fabio De Masi auf über die Ursachen von Finanzkrisen, die Triebkräfte hinter den jüngeren Wirtschaftsskandalen und die geopolitischen Schlachten um die Kontrolle der weltweiten Finanzströme im Internet. Er gewährt dabei auch Einblick hinter die Kulissen von politischer Arbeit und Untersuchungsausschüssen und in seine eigene Motivation, Wirtschaftskriminalität zu stoppen und für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Und er erklärt im Detail, was jetzt getan werden muss, um Wirtschaft und Demokratie vor Finanzkriminellen zu schützen.

Ob Wirecard-Skandal, Luxemburg Leaks, Cum-ex-Geschäfte der Warburg-Bank oder Steuertricks von Konzernen – wie kein anderer kann Fabio De Masi erklären, wie Steuerbetrug, Geldwäsche, Bilanzskandale und andere Finanzverbrechen funktionieren. Am Beispiel von Wirecard geht er zudem der Frage nach, welche Rolle Staats- und Geheimdienstinteressen dabei spielen. Und am Beispiel der Warburg-Bank beschreibt er eine unheilvolle Allianz von Banken und Politik sowie die Mühsal der Aufklärung bis hin zu den Erinnerungslücken eines Bundeskanzlers. Ein Buch, das hilft, die oft undurchschaubar wirkende Finanzwelt ein Stück besser zu verstehen.

Fabio De Masi: „Geld, Macht, Verbrechen„
Rowohlt, gebunden,
336 Seiten,
24,- €.,
E-Book 19,99 €,
Hörbuch 20,95 €

Leseprobe: https://norberthaering.de/buchtipps/de-masi-geld-macht-verbrechen/

Re: Bücherecke

von Maren » 7. Juli 2026, 07:22

Welches Datum wird am 4. Juli 2026 eigentlich gefeiert? So fragt sich Werner Rügemer, der eben ein Buch zur Geschichte der USA herausgegeben hat.

An diesem Tag, dem 4. Juli 1776, wurde die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Darin wird zwar beschworen, dass alle Menschen gleich geboren sind, aber in ihr steht kein Verbot der Sklaverei. Und es wird gehetzt „gegen die Bewohner unserer Grenzen, jene unbarmherzigen Indianer […], deren bekannte Kriegsweise ein rücksichtsloses Vertilgen jedes Alters, Geschlechts und Standes ist“. Als dann 1787 die Verfassung beschlossen wurde, ist gar keine Rede mehr davon, dass „alle Menschen gleich geboren“ sind. Auch wird nirgends die Sklaverei verboten, zum Wahlvolk zählen nur die „freien Personen“. Und nun soll die Regierung „Ruhe im Inneren“ herstellen und „Vorkehrungen treffen“, um „Aufstände zu unterdrücken“. Dies gilt bis heute. So wurden die USA als rassistischer, kolonialer Sklavenstaat gegründet – aber sie geben sich als Demokratie aus: Lügen von Anfang an.

Im Verfassungszusatz von 1791, den „Bill of Rights“, Artikel 1, steht: Eine Staatsreligion ist verboten! Aber die USA machten sich schnell zu „Gottes eigenem Land“, um jenseits aller Menschenrechte auch die nicht verbotene Sklaverei weiter zu praktizieren und sich für die weitere Expansion zu vergöttlichen, auch mit Völkermord. Arbeitsausbeutung, Kriege, Völkermord, begründet mit Gott und Lügen: bis heute! Das muss beendet werden!

https://globalbridge.ch/die-erschreckenden-lehren-aus-250-jahren-amerikanischer-geschichte/

Werner Rügemer: Broken USA: 250 Jahre Kriege, Unterdrückung und Lügen.
104 Seiten
10,90 Euro
Hintergrund Verlag Berlin 2026

https://www.hintergrund.de/hintergrund- ... n-kompakt/

Re: Bücherecke

von Maren » 18. Juni 2026, 09:21

Nach dem Erfolg von SHITBÜRGERTUM atmete die bürgerliche Mitte auf: Die Verantwortlichen für den Niedergang des Landes scheinen endlich gefunden. Doch Ulf Poschardt legt nach: Gefährlicher als die SHITBÜRGER sind die BÜCKBÜRGER. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider ihre Überzeugung - nahezu jeden Unsinn links der Mitte mitgemacht oder befördert haben. Und gerade das Land regieren. Eine Geschichte verlorener bürgerlicher Kulturkämpfe von 1945 bis 2026. Ein wüster Ritt durch die bürgerlichen Abgründe aus Angst, Feigheit und kulturellem Unvermögen - und was weiße Turnschuhe, E-Autos und die FAZ damit zu tun haben.


Ulf Poschardt
Bückbürgertum

Erscheinungstermin: 01.06.2026
Einbandart: gebunden
Seitenanzahl: 352
ISBN: 9783987913709
Preis inkl. MwSt.: 27,00 €
inkl. 7% MwSt. zzgl. VersandkostenGratis Versand innerhalb Deutschlands ab 24,– € Bestellwert
Lieferzeit: 2 – 4 Werktage

https://westendverlag.de/Bueckbuergertum/2443

Re: Bücherecke

von Maren » 30. Mai 2026, 10:35

Buchvorstellung: „Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand“

Beinahe über Nacht setzte mit der Wende die Demontage der ostdeutschen Literatur ein. Millionen Bücher verschwanden und wurden vernichtet. Carsten Gansel ist diesem Vorgang auf den Grund gegangen. Er zeigt Beispiele und Hintergründe. Die Idee für das Buch entstand aus Tagungen und Diskussionen, die Gansel in den vergangenen drei Jahrzehnten seit der Wende besuchte. Den entscheidenden Anstoß erhielt er vom Literaturagenten Thomas Schmoll, der ihn auf das Verschwinden der DDR-Literatur aufmerksam machte.

Gansel beschreibt in seinem Buch, wie ostdeutsche Literatur verschwand und welche persönlichen Schicksale damit verbunden waren. Er erzählt unter anderem vom Illustrator und Karikaturisten Thomas Schleusing, der in der DDR zu den gefragtesten Buchillustratoren gehörte. Nach dem Verschwinden der Ost-Verlage sollte er sich bei West-Verlagen bewerben, erhielt jedoch immer wieder Absagen. Mit dieser Situation kam er nicht zurecht und nahm sich 1993 das Leben. Ähnlich erging es dem Lyriker Manfred Streubel, dem Autor des „Lieds der jungen Naturforscher“. Nach 1990 wollte kein Verlag mehr seine Gedichte drucken, er lebte von Sozialhilfe und beging 1992 Suizid.

Carsten Gansel: „Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand“, Reclam Verlag, Ditzingen 2026, 383 Seiten, 28 € (Hardcover mit Bildern).

https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-carsten-gansel-ausradiert/

Re: Bücherecke

von Maren » 21. Mai 2026, 12:29

Der Ukraine-Krieg & die eurasische Weltordnung - Prof. Glenn Diesen

JOHN J. MEARSHEIMER: „Diesen hat ein großartiges Buch über die entstehende Weltordnung geschrieben. Das multipolare System, das sich nun herausbildet, so argumentiert er, hat das Potenzial, viel friedlicher zu sein als der von den USA dominierte unipolare Moment, der kürzlich endete. Doch der Ukraine-Krieg, ein Vermächtnis der amerikanischen Politik während der Unipolarität, hat die internationale Politik vergiftet und macht es schwierig, zu einer harmonischeren westfälischen Ordnung überzuleiten. Ein Muss für jeden, der die große Verschiebung in der globalen Machtverteilung verstehen möchte, die sich vor unseren Augen abspielt.“

JEFFREY SACHS: „Ich möchte einen der führenden Politikwissenschaftler der Geopolitik in der heutigen Welt vorstellen, Professor Glenn Diesen, der Professor an der Universität Südost-Norwegens ist. Diesens neues Buch ist ein Muss zum Verständnis der Welt, in der wir leben, der Gefahren, in denen wir schweben, und wie sich die Ereignisse entfalten könnten. Professor Diesen liefert eine absolut beeindruckende, faktenreiche und sehr weise Analyse.“

BOTSCHAFTER CHAS FREEMAN: „Eine äußerst durchdachte und realistische Darstellung der Entwicklung der Weltordnung, der Gefahren, die Übergänge in ihr schaffen, und des Zusammenhangs dieser mit dem tragischen Konflikt in der Ukraine. Diesen vertreibt den Nebel des Krieges und ersetzt ihn durch die dringend benötigte Klarheit historisch informierter Vernunft.“

JACK F. MATLOCK, Jr, US-Botschafter in der UdSSR, 1987–1991: „Brillante, tiefgehende Analyse der Wurzeln des Ukraine-Kriegs und der entstehenden Veränderungen in der Weltordnung.“

SERGEY KARAGANOV: „Ein ausgezeichnetes Buch! Glenn Diesen bietet eine hochinformative Analyse des Wandels und der Kontinuität der Weltordnung über die Jahrhunderte hinweg. Ein Muss, um die Komplexität des Ukraine-Kriegs als historischen Wendepunkt zu verstehen.“

RICHARD SAKWA: „Eine umfassende und anregende Untersuchung konkurrierender Modelle der Weltordnung und der Wurzeln des russisch-ukrainischen Kriegs. Eine Korrektur zu den etablierten westlichen Narrativen, die einen kraftvollen konzeptionellen Rahmen für Kritik bietet. Ein brillantes Grundlagenwerk.“

CLARE DALY: „Ein hervorragendes Buch! Diesen zerlegt die Kriegspropaganda und skizziert, warum der Ukraine-Krieg ein Symptom einer zusammenbrechenden Weltordnung ist.“

RAY McGOVERN, ehemaliger CIA-Präsidenten-Briefing-Experte: „Was für ein Glück! Professor Diesen übernimmt die Rolle des Christophorus, des Schutzpatrons der Reisenden, während wir über die Schwelle ins Jahr 2024 stolpern – ein wahrhaft liminales Jahr. Mit lobenswerter Offenheit präsentiert Diesen wenig bekannte Fakten – etwa zu der Ukraine –, die zeigen, wie wir an diesen gefährlichen Wendepunkt gelangt sind. Wenn Fakten zu Handlungen führen, könnten wir den Untergang des wankenden Hegemons des Westens doch noch überleben.“

ALASTAIR CROOKE: „Eine wichtige Lektüre. Wichtige Einsichten – da wir uns der unerwünschten Aufgabe stellen müssen, unsere eigenen Vorurteile herauszufordern und in einer ungewohnten (nicht-westlichen) Landschaft navigieren zu müssen –, wo alte sichere Haltepunkte einfach – nicht mehr vorhanden sind. Nicht mehr da.“

https://www.amazon.de/Ukraine-War-Eurasian-World-Order/dp/1949762955

Re: Bücherecke

von Maren » 17. Mai 2026, 19:20

Freiheit für wen?
Mileis Argentinien als Versuchslabor der Ultrarechten


Röhrende Kettensäge, Rockermähne, Rumgezeter: Ende 2023 übernahm Javier Milei die Präsidentschaft in Argenti­nien. Auch international heißt es über den selbsternannten Anarchokapitalisten oft, er bringe Argentinien nach Jahrzehnten der Misswirtschaft wieder auf Vordermann. Doch woraus besteht sein ultraliberales Schockprogramm? Wer profitiert von, wer leidet unter der Rosskur? Welchen Schaden nimmt die Demokratie? Ist die Kettensäge Ausdruck einer international erstarkenden Ultrarechten in einer Welt des Umbruchs? Und: Wie steht es um den Widerstand in einem Land, das sich einer rebellischen Tradition rühmt? Ausgehend von Mileis Schlachtruf "Es lebe die Freiheit, verdammt!" fragt der Autor, wessen Freiheit gemeint ist. Dafür sprach er mit Experten, Politikern, Aktivisten und Journalisten, war auf Demonstrationen, in Suppenküchen oder bei Militärparaden. Er besuchte Lithium- und Kupferminen, das Öl- und Gasfeld Vaca Muerta und Wahlkampfveranstaltungen. Und er fragt, wie es um den Widerstand in einem Land steht, das sich einer rebellischen Tradition rühmt.

Frederic Schnatterer, Jg. 1988, studierte Spanisch, Geschichte und Lateinamerikastudien in Berlin und Buenos Aires. Später als Redakteur tätig, heute freier Journalist und Autor zwischen Berlin, Madrid und Buenos Aires.
Neue Kleine Bibliothek 357
Paperback, 190 Seiten, € 16,90
ISBN 978-3-89438-866-9

Re: Bücherecke

von Maren » 22. April 2026, 18:54

Norbert Häring
Der Wahrheitskomplex
Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen


Vermeintlich unabhängige Nichtregierungsorganisationen überwachen in Echtzeit alles, was online geschrieben, gesagt oder veröffentlicht wird. Das Ziel: Die Verbreitung von Desinformation verhindern und opportune Wahrheiten vervielfältigen. Dabei schrecken sie auch vor Verleumdungskampagnen und der sozialen Vernichtung kritischer Stimmen nicht zurück. Erstmals legt Norbert Häring den "Wahrheitskomplex" in seinem ganzen Ausmaß offen: als ein größtenteils staatlich finanziertes, zentral gesteuertes und digital hochgerüstetes Netzwerk, das das tut, was der demokratische Staat selbst nicht darf: Zensur, Propaganda, Diffamierung und politische Einflussnahme. Dabei brauchen wir statt Stummschaltung des konkurrierenden Lagers vor allem eines: eine politische Auseinandersetzung mit offenem Visier.

Westend-Verlag
Softcover
304 Seiten
1. Auflage
21,5 cm x 13,5 cm
Erscheinungsdatum: 04.05.2026
Artikelnummer 978-3-98791-352-5

https://www.buchkomplizen.de/der-wahrheitskomplex.html

Leseprobe: https://norberthaering.de/buchtipps/wahrheitskonplex-leseprobe/

Nachtrag: Da das Buch notwendigerweise recht inhaltsschwer ist und neuere Entwicklungen nicht einfangen kann, gibt es dazu nun die Website https://wahrheitskomplex.de, die einen leichten Zugang zur Thematik bietet und aufbereitet, was im Wahrheitskomplex seit Drucklegung los war (leider sehr viel). Hier finden Sie auch Video-Interviews zum Thema sowie andere Inhalte rund um das Buch.

Rezension von Michael Meyen: https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/der-wahrheitskomplex

Thesen zum Wahrheitskomplex werden Allgemeingut in der CDU

15. 06. 2026 | Nachdem die Meldestelle Hessen gegen Hetze abgewickelt und Kürzungen beim Förderprogramm „Demokratie leben!“ angekündigt wurden, bahnt sich bereits ein neuer Tiefschlag für HateAid und den Wahrheitskomplex an: Die Justizministerkonferenz der Länder hat eine Entschließung verabschiedet, wonach der Majestätsbeleidigungsparagraph 188 künftig nur noch Kommunalpolitiker besonders schützen soll. Als nächster Schritt wäre die Abwicklung der Meldestelle REspect! folgerichtig.
https://norberthaering.de/propaganda-zensur/%C2%A7188/

Re: Bücherecke

von Maren » 18. April 2026, 17:55

„Medienskepsis in Ostdeutschland: Warum das Misstrauen in den Journalismus kein Erbe der DDR ist. Mit einer Fallstudie aus Bautzen“,
Michael Meyen, Lukas Friedrich
Herbert von Halem Verlag
Köln 2025
205 Seiten
28 €

Als Untersuchungsmaterial für ihre Studie dienten den Wissenschaftlern eine Analyse mit neun Gruppendiskussionen, durchgeführt 2023 und 2024, eine Fallstudie zum Zusammenspiel von Medienrealität und Medienbewertung im Raum Bautzen, Gespräche mit dem Medienmacher Wilhelm Domke-Schulz sowie mit dem Bautzener Unternehmer und Geschäftsführer der Hentschke Bau GmbH Jörg Drews. Zudem wurden Literatur und verschiedene Untersuchungen zur Medienbewertung in der BRD und DDR in die Forschung mit einbezogen. Die zentrale Frage der Forscher lautete: Wie viel DDR steckt in der Unzufriedenheit mit den Leitmedien?

Durch Michael Meyens öffentliche Kritik am Corona-Journalismus hatten die beiden Autoren nach eigenen Angaben einen einfacheren Zugang zu Menschen, die keine Leitmedien konsumieren, und zur Wählerschaft von AfD und BSW. So entstand den Autoren zufolge auch ein Gleichgewicht, da die Studien der beiden Forscher durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt wurden. Parallel dazu fand eine Forschung von Leipziger Kollegen mit Unterstützung eines Ministeriums in Dresden statt. Meyen und Friedrich profitierten davon, dass ihre Kollegen ihre Arbeit früher veröffentlichten, und konnten so auf deren Daten zurückgreifen.

Vollständige Rezension: https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-medienskepsis-in-ostdeutschland/

Re: Bücherecke

von Maren » 18. April 2026, 17:46

Kein Buch, aber eine umfangreiche Abhandlung von der iranischen Revolution bis zum Krieg gegen den Iran: Orientalismus, Imperium und die Architektur des islamophoben Diskurses

Dieser Artikel argumentiert, dass anti-iranische und anti-schiitische Diskurse eine der historisch beständigsten und politisch folgenreichsten Säulen der modernen Islamophobie-Industrie darstellen. Ausgehend von der iranischen Revolution von 1979 und dem Zusammenbruch der regionalen Sicherheitsarchitektur der „zwei Säulen“ der Vereinigten Staaten zeichnet der Artikel die systematische Konstruktion des Iran als existenzielle zivilisatorische Bedrohung anhand sich überschneidender Vektoren nach: westliche imperiale Medien, die Instrumentalisierung sunnitisch-arabischer Regime, die Mobilisierung des politischen Islam gegen die Sowjetunion während des Kalten Krieges, das Paradigma des „Kampfes der Kulturen“ nach dem Kalten Krieg sowie die strukturierende Rolle des israelischen Hasbara-Netzwerks bei der Prägung des westlichen außenpolitischen Diskurses. Aufbauend auf dem im Islamophobia Studies Center entwickelten analytischen Rahmen, insbesondere dem Konzept der strukturellen Islamophobie und der These, dass Islamophobie konstitutiv für das Paradigma des Kampfes der Kulturen ist und nicht nur damit assoziiert wird, zeigt der Artikel, dass die aktuelle militärische Kampagne der USA und Israels gegen den Iran keine Abkehr von, sondern den Höhepunkt von vier Jahrzehnten islamophober Diskursproduktion darstellt. Es wird gezeigt, dass die Binarität „guter Muslim/böser Muslim“ seit ihren Anfängen in der Kolonialzeit und während des Kalten Krieges als spezifisch islamophobes Instrument fungiert hat, während die Konvergenz des israelischen Hasbara-Apparats mit der heimischen Islamophobie-Industrie zu dauerhaften politischen Ergebnissen auf den höchsten Ebenen der westlichen Staatskunst geführt hat.
Konstruktion des islamfeindlichen Bildes.pdf
(568.39 KiB) 310-mal heruntergeladen

Re: Bücherecke

von Maren » 15. April 2026, 20:35

Über die Transformation einer US-dominierten in eine multipolare Welt berichtet der iranisch-stämmige Ökonom Mohssen Massarrat; und dass das zu Ende gehende "amerikanische Jahrhundert" von Anfang an auf die Kontrolle des globalen Ölsektors setzte.

Mohssen Massarrat
ANATOMIE DER US-HEGEMONIE
Vom amerikanischen Zeitalter zur multipolaren Welt
ISBN 978-3-85371-559-8, 256 Seiten, 25.- Euro. Auch als E-Book erhältlich
Näheres zum Buch: https://mediashop.at/buecher/anatomie-der-us-hegemonie/

Präsentationen:
*) Montag, 20. April 2026 um 18 Uhr
über den YouTube-Kanal des Verlages. Teilnahme unter https://www.youtube.com/@promediaverlag1031/streams

Re: Bücherecke

von Maren » 7. April 2026, 19:18

Erich Vad, Klaus von Dohnanyi
Krieg oder Frieden - Deutschland vor der Entscheidung


Wenn politische Rhetorik zunehmend von Konfrontation bestimmt ist, braucht es Stimmen, die für Verständigung eintreten. Klaus von Dohnanyi und Erich Vad analysieren die gegenwärtige Lage mit klarem Blick und strategischer Tiefe. Sie fordern, was oft vergessen wird: Diplomatie als Pflicht und Ausdruck von Stärke. Und sie denken lösungsorientiert: Frieden entstehe nicht durch Eskalation, sondern durch Dialog, Verhandlungen und den Mut zur politischen Klugheit. Ihr Gespräch lädt ein zur Rückbesinnung auf das, was Krisen lösen kann, nämlich Gesprächsbereitschaft, Augenmaß, Verantwortung. Denn die Gefahr einer weiteren Eskalation ist real - und wächst. Unabhängig, sachlich und entschlossen in der Haltung appellieren Klaus von Dohnanyi und Erich Vad: Es braucht mehr Diplomatie!

Erscheinungstermin: 18.08.2025
Einbandart: gebunden
Seitenanzahl: 144
ISBN: 9783987913365
Preis inkl. MwSt.: 20,00 €

Re: Bücherecke

von Maren » 5. April 2026, 14:30

Navid Kermani, Sohn iranischer Einwanderer nach Deutschland, hier als „der einflussreiche deutsche Intellektuelle“ tituliert, ist in seiner politischen Flachheit ganz heutig-normal-deutsch-angepaßt. Auch schon deswegen mal von den Deutschen als deutscher Bundespräsident gehandelt. Eine kritische Rezension seines neuesten Romans.

https://multipolar-magazin.de/media/pdf/teelichter-der-ambivalenz.pdf
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/navid-kermani-sommer-24-9783446285767-t-5858

Re: Bücherecke

von Maren » 2. April 2026, 11:02

"Es gab noch nie so viele Paragrafen, die Äußerungen verbieten. In den letzten zehn Jahren sind etliche Regeln neu geschaffen und alte Paragrafen verschärft worden. Staatsanwaltschaften und Polizei waren unheimlich aktiv deswegen. Alle Zahlen, die Ermittlungsverfahren betreffen, schossen in die Höhe. Vielleicht trifft es manchmal die Richtigen, aber insgesamt riskiert man in Deutschland mehr denn je, Ärger mit der Obrigkeit, mit dem Staat zu bekommen, wenn man politisch etwas Zugespitztes äußert. Wir tun gut daran, wenn wir uns das kritisch anschauen."

In seinem aktuellen Buch „Meinungsfreiheit“ analysierte Ronen Steinke deren aktuellen Zustand. Der promovierte Jurist und leitende Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung spricht mit M über seine Schlussfolgerungen.

Preis: 24,00 €
Erscheinungsdatum: 27.02.2026
Format. 304 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Berlin Verlag
EAN: 978-3-8270-1534-1

https://www.piper.de/buecher/meinungsfreiheit-isbn-978-3-8270-1534-1

Re: Bücherecke

von Maren » 1. April 2026, 09:28

Die vor wenigen Tagen vorgestellte Studie „Jugend in Deutschland 2026“ ist besorgniserregend. Sie zeigt, dass der „seit Jahren anhaltende Krisenmodus, geprägt von Krieg, Inflation, steigenden Wohnkosten und neuerdings auch von US-Präsident Trump, immer mehr junge Menschen überfordert“. Diese suchten als Folge entweder an den politischen Rändern nach Antworten oder wollten einfach nur noch weg. Fast ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen gab an, psychologische Hilfe zu benötigen. Experten warnen, diese „stille Rebellion“ der Jüngeren nicht zu ignorieren. Der junge Philosoph und Künstler Simon Marian Hoffmann wirft nun einen völlig neuen Blick auf den Generationenkonflikt und stellt erstmals und explizit die jugendliche Perspektive in den Vordergrund. Sein Buch Aufstand der Jugend ist kein Aufschrei, sondern ein „Aufbrüllen“. Er sagt: Weg mit dem Alten! Er richtet den Blick dorthin, wo Zukunft entsteht: nämlich auf die Jugend. Und er entwirft neue Ansätze des Zusammenlebens und Lernens. Gestern ist das Buch erschienen, parallel dazu startet Simon heute mit einer fünfwöchigen Kinotour zu dem gleichnamigen Film „Aufstand der Jugend“ durch den ganzen deutschsprachigen Raum, hier eine Liste der Stationen.

Simon Marian Hoffmann
Aufstand der Jugend


Erscheinungstermin: 30.03.2026
Einbandart: kartoniert
Seitenanzahl: 160
ISBN: 9783987913631
Preis inkl. MwSt.: 16,00 €
https://westendverlag.de/Aufstand-der-Jugend/2385

Re: Bücherecke

von Maren » 25. März 2026, 12:02

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verliert seit Jahren an Zuspruch. Nach einer Langzeitstudie der Universität Mainz sinkt das Vertrauen ins Öffentlich-Rechtliche Fernsehen seit Jahren. Nur noch 62% der befragten Zuschauer halten es demnach für voll oder eher vertrauenswürdig. Immer wieder gibt es Vorwürfe, die Gebührengelder werden „versenkt“: durch Doppelstrukturen, einen aufgeblähten Verwaltungsapparat und zu viele Programme, die an den tatsächlichen Bedürfnissen der Zuschauer vorbei senden. Zunehmend mehr Experten fordern weitreichende Reformen bei ARD, ZDF und Deutschlandradio. Inzwischen haben die Verantwortlichen bekräftigt, das Programm ausdünnen zu wollen, damit die Rundfunkbeiträge nicht unentwegt steigen. Aber reicht das, um Vertrauen zurückzugewinnen? Sind die Sendeanstalten modern genug aufgestellt, um jüngere Zuschauergruppen zu gewinnen und mit dem medialen Transformationsprozess mitzuhalten? Wird der öffentliche Diskurs durch die Sender genügend gefördert? Dieses Buch analysiert anhand von vielen Studien und persönlichen Erfahrungen die Situation im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Es zeigt mithilfe einer umfänglichen Recherche die systemischen Probleme bei den Sendern auf und macht dazu sieben konkrete Vorschläge, die zu einer Qualitätssteigerung und größerem Vertrauen seitens der Zuschauer führen würden."

Sieben Vorschläge für einen besseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk
von Tilo Bernhardt
226 Seiten
125 x 190 mm
1. Aufl., März 2026
Buch 20,– €
E-Book 15,99 €
ISBN 978-3-7410-0304-2

Interview mit dem Autor: https://mediendiskurs.online/beitrag/in-ein-paar-jahren-wird-es-zu-spaet-sein-beitrag-772/

Re: Bücherecke

von Maren » 2. März 2026, 13:39

Bürgerlicher Tod
Hannes Hofbauer geht in seinem Buch über die EU-Sanktionen gegen Baud und Co. zurück bis ins Mittelalter. Ein Muss für Historiker der Gegenwart.


Text: Michael Meyen

Sachbücher sind ein Indikator für die Qualität des Journalismus. Warum sollte ich Geld und Zeit investieren in lange Texte ohne Bilder, wenn mir Presse, Funk und Fernsehen alles liefern, was ich wissen muss? Warum sollte ich Serie, Film und Fußballspiel sausen lassen und mich stattdessen noch am Abend im Lesesessel quälen?

Antwort eins: Leitmedienrealität und Plattformöffentlichkeit sind längst beschnitten, kastriert, eingehegt. Antwort zwei: Sachbücher laufen (noch?) unter dem Radar der Zensurmaschine, weil sie etwas verlangen, was in Zeiten von Dauerbeschallung, Aufregung und Ablenkung längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist (Konzentration, Muße, Bildung) und weil sie, aus Sicht der Macht noch wichtiger, nicht mobilisieren können und deshalb keine Revolutionsgefahr transportieren. Ein Tweet, der viral geht, eine TV-Sendung, von Millionen gesehen zur gleichen Zeit, und selbst ein Stadionkonzert mit 70.000 Fans sind von oben betrachtet viel bedrohlicher.

So gesehen ist es kein Zufall, dass der beste Journalismus derzeit im Buchladen stattfindet. Hannes Hofbauer, Historiker und Verleger aus Wien, Jahrgang 1955, verkörpert diesen Trend wie kaum ein zweiter. Anfang 2022 half sein Buch Zensur jedem zu verstehen, wie KenFM und Russia Today, die beiden reichweitenstärksten Kanäle der deutschsprachigen Gegenöffentlichkeit, ausgeschaltet wurden und warum Leitmedien und Berufsverbände dazu entweder geschwiegen oder sogar Beifall geklatscht haben. Zwei Jahre später folgte Im Wirtschaftskrieg über die Russlandpolitik des Westens und nun, wieder punktgenau und so aktuell, wie es das Format nur erlaubt, etwas über die EU-Sanktionen gegen Personen.

Alle drei Bücher folgen dem gleichen Muster. Etwas mehr als 200 Seiten und damit an ein paar Abenden zu schaffen, aufgehängt an den Debatten des Tages, aber angereichert mit Kontext, historischer Tiefenschärfe sowie einer analytischen Klarheit und Brillanz, die sich auch aus der Welt- und Lebenserfahrung eines Autors speist, der sich politisch links verortet, aber daraus keine Scheuklappen macht, und Osteuropa zudem wie seine Westentasche kennt.

„Ich habe Glück gehabt, dass ich nicht eliminiert wurde“, hat Jacques Baud im Februar in der Ostdeutschen Allgemeinen gesagt, ein Schweizer, der mit seinen Analysen Politik und offizielle Erzählungen als Propaganda entlarvt, jetzt nicht mehr in sein Heimatland kann und, so sagt er das in der OAZ, auch ein Opfer von Dummheit ist:

Meine Theorie ist, dass die EU-Beamten gar nicht gewusst oder einfach nicht recherchiert haben, dass ich in Brüssel wohne. Das zeigt, wie inkompetent so ein Entscheidungsprozess in der EU abläuft.

Hannes Hofbauer stellt den Fall Baud in einen Rahmen, zu dem nicht nur Alina Lipp und Thomas Röper gehören, zwei deutsche Journalisten, die aus Russland berichten, Jozef Hambálek, ein Slowake, 2022 der erste EU-Bürger, dem das Vermögen eingefroren und der dann von seinem Regierungschef befreit wurde, oder Hüseyin Doğru, der Helge Buttkereit am Medien-Tresen gleich mehrfach beschäftigt hat (auch hier und hier) und zur „Theorie“ von Jacques Baud zu passen scheint, weil er von der EU-Bürokratie offenbar als Türke gesehen wurde und nicht als Deutscher, mithin also als jemand, der leicht des Landes hätte verwiesen werden können (Seite 179). Hofbauer sagt:

Die Geschichte der Menschheit ist voll von herrschaftlichen Repressionen, die unliebsame Untertanen und missliebige Bürger zu rechtlosen Unpersonen machten. (Seite 9)

Vogelfrei im Mittelalter und die Reichs-Acht, Verbannung und Ausweisung, als die Städte wuchsen und so schlechter zu kontrollieren waren (eine Parallele zum Siegeszug der Plattformen heute), Ausbürgerungen im Nationalsozialismus (schon damals ein Politikum: Spenden an die Rote Hilfe), die Lager in Sibirien. Immer, sagt Hannes Hofbauer, sind es „politische Umstände, die starke Staaten oder Staatengruppen dazu veranlassen, Oppositionelle, so sie ihnen gefährlich werden, zu bekämpfen.“ (Seite 35) Dass Westeuropa nach dem Krieg lange davon verschont blieb, hat mit einem Wohlstandsschub zu tun, der satt gemacht hat und zufrieden, mindestens genauso viel aber mit der Konkurrenz im Osten.

Hannes Hofbauer zu lesen, heißt: Ich bekomme das ganze Bild. Der anti-russische Furor in der Ukraine spätestens ab 2014, zu dem neben dem Gewerkschaftshaus in Odessa Kontokündigungen, Zensur, Canceln und Löschungen sowie eine Selbstmordserie von prorusssischen Politikern und Journalisten gehören. Die Kopie dieses Vorgehens in Brüssel, tastend zunächst, von Politikern und Strategen langsam ausgeweitet auf Oligarchen, Journalisten und nun auch Wissenschaftler, immer getragen vom „Wunsch nach einem Regimewechsel in Russland“ (Seite 84). Moskaus Gegenmaßnahmen. Die USA. Neokoloniale Züge. Die Naivität von Menschen, die sich für links halten und glauben, dass es mit den Oligarchen nun endlich den Superreichen an den Kragen gehe und damit einem Wirtschaftssystem, von dem sie selbst profitieren, das sie aber doch zu bekämpfen glauben. Und, sicher am wichtigsten, die Ursache für die Anleihen beim Kriegsrecht: Vor einem normalen Gericht hätten die Sanktionen keinen Bestand.

Eine Behörde in Brüssel nimmt Zurufe auf, geht diesen vielleicht auch penibel nach (was in der allgemeinen russophoben Stimmung nicht sehr wahrscheinlich ist) und listet Personen und Organisationen aus, so wie ein Supermarkt Produkte aus dem Regal verbannt. (Seite 146)

Wer in der freien Wildbahn auf Menschen stößt, die all das nicht wahrhaben wollen und weiter an Recht und Gesetz glauben, hat mit diesem Buch eine Argumentationshilfe. Sachlich und nüchtern, geschrieben ohne Schaum vor dem Mund. Ändern wird das nichts, aber immerhin haben unsere Kinder und Enkel nun etwas, was sie eines Tages den Historikern unserer Gegenwart in die Hand drücken können.

https://mediashop.at/buecher/aller-rechte-beraubt/

Hofbauer, Hannes: Aller Rechte beraubt.
Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat

ISBN: 978-3-85371-556-7. Kategorie: Politik und Ökonomie.
Promedia 2026. 224 S. 14,8 x 21. brosch.
Print: € 22,00. ISBN: 978-3-85371-556-7.
E-Book: € 17,99. ISBN: 978-3-85371-938-1.

Re: Bücherecke

von Maren » 19. Februar 2026, 15:12

„Ein Mond wird aus der Dunkelheit aufgehen“ ist der Titel eines Buches, das „Berichte von Israels Völkermord in Palästina“ enthält, wie der Untertitel sagt. Das Buch ist im Herbst 2025 in englischer Sprache bei Pluto Press in London erschienen und hat 178 Seiten. Das Titelbild „Kinder von Gaza träumen vom Frieden“ wurde von Malak Mattar gemalt, einer palästinensischen Künstlerin aus Gaza. Sie ging als Kind in die UNRWA-Schulen, wo ihre Mutter als Lehrerin unterrichtete. Das Buch erschien parallel in Großbritannien und in den USA. Alle Erlöse aus dem Verkauf gehen an das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge, UNRWA.

Autorin des Buches ist Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT). Es dokumentiert die drei Berichte der Sonderberichterstatterin, die sie während des israelischen Krieges gegen Gaza für den UN-Menschenrechtsrat und die UN-Vollversammlung verfasste: Die Anatomie eines Völkermordes; Völkermord als koloniale Auslöschung; Von der Besatzungsökonomie zur Ökonomie des Völkermordes.

Rezension von Karin Leukefeld: https://globalbridge.ch/a-moon-will-rise-from-the-darkness-ein-mond-wird-aus-meiner-dunkelheit-aufsteigen/

Re: Bücherecke

von Maren » 17. Februar 2026, 10:28

Buchtipp: „Corona in Berlin. Ein Schwarzbuch“

17. 02. 2026 | Zwei Berliner Abgeordnete zeigen mit ihrem Buch zu „Corona in Berlin“ sehr eindrucksvoll, dass es keinesfalls genügt und man auch nicht darauf warten muss, dass die Pandemiepolitik auf Bundesebene vernünftig aufgearbeitet wird. Auf Länderebene und auf kommunaler Ebene gibt es ebenfalls viel aufzuarbeiten. Gestützt auf die Ergebnisse einer Vielzahl parlamentarischer Anfragen an den Berliner Senat dokumentieren der BSW-Abgeordnete Alexander King und das ehemalige Mitglied des Abgeordnetenhauses Wolfgang Albers, was in der Berliner Pandemiepolitik unter wessen Verantwortung schief gelaufen is

In 15 Thesen fassen die Autoren die im zweiten Teil des Buches dokumentierten Antworten auf ihre Anfragen an den Senat zusammen. Einige Beispiele seien genannt:

Die Auslastung der Berliner Krankenhäuser war in der Corona-Zeit besonders niedrig.
Der Senat weiß mangels Erfassung nicht, wie viele Menschen wegen Corona in Krankenhäusern behandelt wurden.
Der Berliner Senat hat die soziale Ausgrenzung und Diffamierung Ungeimpfter gebilligt und sich daran beteiligt.

Fazit

Das Buch ist eine lehrreiche Lektüre für Berliner und für alle, die sich mit der Aufarbeitung der Corona-Zeit befassen, vor allem auf kommunaler und Landesebene. Auch wenn die Verantwortlichen den Mantel des Schweigens darüber gebreitet haben und die etablierten Parteien vereinbart haben, Corona aus allen Wahlkämpfen herauszuhalten, darf auf die Aufarbeitung dieser dunklen Zeit nicht verzichtet werden. Es kann schließlich jederzeit wieder eine Pandemie ausgerufen werden.

Alexander King und Wolfgang Albers: „Corona in Berlin. Ein Schwarzbuch.“ Verlag Thomas Kubo. Februar 2026. 194 S., 10,00€

Quelle: https://norberthaering.de/buchtipps/corona-in-berlin/

Re: Bücherecke

von Maren » 22. Januar 2026, 11:25

Eine Veröffentlichung, die den Bogen von den feudalen Herrschaftsstrukturen des Mittelalters bis zu den digitalen Plattformmonopolen unserer Tage spannt, darf nicht auf die Sympathien der Mainstream-Kulturredaktionen hoffen. Erst recht nicht, wenn sie das Bewusstsein für die strukturellen Verwerfungen unserer Gegenwart schärft. Amazon listet das Buch (veröffentlicht am 17. November 2025) mit dem Hinweis: „Derzeit nicht verfügbar. Ob und wann dieser Artikel wieder vorrätig sein wird, ist unbekannt.“ Das Werk ist damit über den größten Buchvertrieb faktisch nicht erhältlich – obwohl es gerade erst erschienen ist. Ob Zufall oder nicht – die Nichtverfügbarkeit auf der dominanten Plattform illustriert genau jene Machtkonzentration, die Ploppa analysiert. Bestellen lässt sich das Buch im Moment ausschließlich direkt beim Verlag: liepsenverlag@gmail.com.

Hermann Ploppa: Der Neue Feudalismus. Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus.
Marburg: Liepsen Verlag 2025,
160 Seiten,
20 Euro.

Rezension: https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/die-neuen-feudalherren

Re: Bücherecke

von Maren » 4. Januar 2026, 13:38

Der ukrainische Präsident Selenskij ließ sich Besuch der nationalistischen „Rubizh“-Brigade an der Donezk-Front am 4.11.2025 vor dem Nazi-Symbol der Waffen-SS-Division „Galizien" ablichten. Anders als in Deutschland, wo Persönlichkeiten, die sich an der Judenverfolgung beteiligt und Massenmorde begangen haben, als Verbrecher gelten, werden sie in der Ukraine als Freiheitskämpfer verehrt. „Slawa Ukraine“, Heil Ukraine, ist der Gruß der ukrainischen Faschisten. Den schmetterten jetzt auch Staatschefs anderer Länder. Jubeln wir dem Faschismus zu, wenn wir der derzeitigen Ukraine zujubeln?

von Enno Schmidt

Oder ist das nur russische Propaganda, wenn von der Entnazifizierung der Ukraine gesprochen wird? Thomas Mayer liefert in seinem Buch „Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg“ geschichtliche Daten und Belege des aktuellen Geschehens, die Licht ins Dunkle bringen. Urteilen Sie selbst. Das Kapitel zum ukrainischen Nationalismus aus der Hörbuch-Fassung, gesprochen von Enno Schmidt, ist gratis online.

Die 1929 gegründete „Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN)“ hatte zum Ziel, eine ethnisch reine und unabhängige Ukraine durch den bewaffneten Kampf zu erreichen. Bekanntester Führer der OUN war Stepan Bandera (1909 – 1959). Er wird heute in der Ukraine mit Denkmälern, Märschen, Gedenkbriefmarken, Straßennamen und Museen verehrt.

Faschismus und Nationalismus waren für die ukrainischen Freiheitskämpfer zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kein Unterschied. Und sind es auch heute nicht. Sie nennen sich Nationalisten. Sie kooperierten mit den Nazis und der Deutschen SS, weil sie darin die ethnische Reinigung der Ukraine von Juden, Polen und Russen erwarteten. Die OUN hatte eine maßgebliche Rolle bei der Umsetzung des Holocaust, der systematischen Tötung jüdischer Menschen, im Gebiet der heutigen Ukraine. Die OUN machte im Juli 1941 den Auftakt zum Holocaust mit der ersten Massenerschießung von Juden in Lemberg. In den folgenden Jahren massakrierte die OUN neben den Juden auch polnische Bauern in der Westukraine und kämpfe gegen die Russen. Nach dem zweiten Weltkrieg ging der Kampf der OUN gegen die sowjetische Vorherrschaft weiter, nun unterstützt von der CIA.

Der fanatische Russenhass ist den ukrainischen Nationalisten bis heute geblieben. Sie haben prägenden Einfluss auf die ukrainische Gesellschaft. In Ferienlagern werden achtjährige Kinder an der Kalaschnikow ausgebildet, um Russen zu töten. Ein Ausbilder, der bereits gegen die russischsprachige Bevölkerung in der Ostukraine gekämpft hat, erklärt: Wir schießen niemals auf Menschen. Aber Separatisten und aus Moskau kommende Besatzer betrachten wir nicht als Menschen. Er bezeichnete Russen wörtlich als „Untermenschen“. Allein im Gebiet Cherson fanden Angehörige der russischen Nationalgarde in Schulen und Bibliotheken über 200 Bücher und Broschüren, in denen die Ideologie des Neonazismus und Faschismus propagiert wurde, darunter Schriften von Bandera und Schuchewytsch. Diese Anführer des Befreiungskampfes waren mitverantwortlich für den Mord an 100.000 Polen – weil sie Polen sind – auf dem Gebiet der West-Ukraine. Geliefert hatte diese Schriften das ukrainische Ministerium für Bildung und Kultur.

Die Verfassung der Ukraine von 1996 schreibt fest: „… die Bewahrung des Erbgutes des ukrainischen Volkes sind Pflicht des Staates.“ Das ist auf Deutsch: „Rassenhygiene“. Ein Ausdruck aus der Nazizeit. Ethnische Reinheit. Wobei gar nicht klar ist, was ein „ukrainisches Volk“ ist. Etwa 30 Prozent der Ukrainer sind ethnische Russen und weitere gehören anderen Ethnien an.

Indem die westukrainischen Nationalisten mit ihrem fanatischen Russenhass vom Westen gefördert wurden, konnte das Land gespalten werden. Durch die Demonstrationen auf dem Maidan-Platz und dem folgenden Regierungsputsch in Kiew kamen 2014 Anführer des „Rechten Blocks“ und anderer Nachfolgeorganisation der militanten Freiheitskämpfer aus der Nazizeit in Regierungspositionen. Eine der ersten Handlungen war die Einschränkung der russischen Sprache im öffentlichen Raum. Die Bevölkerung in der Ost-Ukraine protestierte. Kiew begann den Krieg gegen die eigene Bevölkerung und schickte Panzer und Bomben. Die Krim und die zwei Donbass-Regionen, die unter Beschuss der ukrainischen Armee lagen, spalteten sich per Referendum von der Ukraine ab. Der Donbass-Krieg ging aber weiter und zog 2022 Russland in einen Krieg, der dem US-Amerikanischen Ziel entsprach, Russland zu schwächen, wofür die Bevölkerung der Ukraine das „Baueropfer“ ist.

Die Grußformel „Slawa Ukraini“ ist seit 1939 die Formel der Organisation Ukrainischer Nationalismen (OUN), die sich den Fanatismus der Deutschen SS zu eigen machten. „Slawa Ukraini“ wurde zum Schlachtruf auf den Euro-Maidan-Demonstration Anfang 2014. 2018 wurde „Slawa Ukraini, Slawa Herojam“, „Heil Ukraine, Ruhm den Helden“, verpflichtend als Grußformel in Armee und Polizei der Ukraine eingeführt. Der ukrainische Faschismus wurde Staatsraison.

Viele weitere Beispiele und Belege für den Nationalismus vorwiegend in der West-Ukraine und in der Kiewer Regierung schildert Thomas Mayer in diesem Kapitel und in anderen Kapiteln seines Buches „Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg“. Unübersehbar wird damit, dass in unseren Mainstream-Medien der faschistische Nationalismus eines mittlerweile totalitären Staates Ukraine verharmlost und vertuscht wird, und dass wir ein Regime zum Verteidiger „unserer Werte“ verklärt haben, das rassistisch ist.

Sie können das Gratis-Hörbuchkapitel „Nationalismus in der Ukraine“ hier anhören:
Youtube: https://kurzlinks.de/wg2k
Spotify: https://kurzlinks.de/1c1m
Audible: https://kurzlinks.de/oid1
Apple Podcasts: https://kurzlinks.de/1eft
Podbean: https://kurzlinks.de/wexe

Das gesamte Hörbuch von Thomas Mayer „Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg – Um was es wirklich geht“ dauert über 20 Stunden und kostet 22,95 Euro. Es ist in allen üblichen Hörbuchportalen erhältlich. Bei artus audio bekommt man das Buch für 10,- Euro mit dem Gutscheincode „WIUK2025“. Man muss einfach an der Kasse den Gutscheincode eingeben. Hier geht es zum Webshop: www.artus-kreativschmiede.ch/shop

Weitere Infos zum Hörbuch: www.thomasmayer.org/hoerbuch-ukraine-krieg

Die gedruckte Version des Buches mit 600 Seiten findet man mit der ISBN 978-3-89060-863-1, das E-Book mit der ISBN 978-3-89060-483-1

Re: Bücherecke

von Maren » 31. Dezember 2025, 15:53

Buchtipps für den Einstieg in den Journalismus

Flora Boehlke liefert eine Liste mit Buchtipps, die Interessierten den Einstieg in den Journalismus erleichtern können. Die Empfehlungen umfassen sowohl theoretische Grundlagenwerke als auch Fachliteratur zu speziellen Bereichen wie dem Daten- und dem Investigativjournalismus. Außerdem gibt es zwei Empfehlungen mit spannenden Fallgeschichten, die anhand berühmter Recherchen einen praktischen Einblick in die journalistische Arbeit geben.

https://bildblog.de/151840/beispiellose ... on-urteil/

Buchtipps für den Einstieg in den Journalismus

https://netzwerkrecherche.org/blog/eins ... rnalismus/

Re: Bücherecke

von Maren » 19. Dezember 2025, 19:57

Warum das Misstrauen in den Journalismus kein Erbe der DDR ist

Die Neuerscheinung Medienskepsis in Ostdeutschland von Michael Meyen und Lukas Friedrich analysiert die Ursachen des tiefgreifenden Misstrauens gegenüber Leitmedien in Ostdeutschland und widerspricht einer weit verbreiteten Erklärung: der These, diese Skepsis sei primär ein Nachhall der DDR-Medienerfahrung. Auf der Grundlage umfangreicher empirischer Forschung zeigen die Autoren, dass die Medienkritik weniger aus der Vergangenheit als aus aktuellen gesellschaftlichen und medialen Konstellationen hervorgeht.

Im Zentrum steht die These, dass Medienskepsis dort entsteht, wo dauerhaft Brüche zwischen medial vermittelter Wirklichkeit und eigener Lebensrealität erfahren werden.

https://www.halem-verlag.de/produkt/med ... ed6c3703dc

Medienskepsis in Ostdeutschland

Warum das Misstrauen in den Journalismus kein Erbe der DDR ist. Mit einer Fallstudie aus Bautzen

Preis 28,00 €
Seiten: 205
Artikelnummer(n): 9783869627328, 9783869627335

Re: Bücherecke

von Maren » 15. Dezember 2025, 10:23

Buchtipp: „Mut zum Widerspruch – Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“

Die Herausgeber Wolfgang Stölzle und Günter Roth lassen in dem Buch „Mut zum Widerspruch“ Wissenschaftler, Ärzte, Beamte und Kirchenleute zu Wort kommen, die Dogmen widersprachen und dafür ausgegrenzt, verfolgt und abgestraft wurden. Ihr Zeugnis schockiert, macht aber auch Mut.

Leseprobe: https://norberthaering.de/buchtipps/mut ... derspruch/

Wolfgang Stölzle, Günter Roth (Hrsg.)
„Mut zum Widerspruch.“
Discorso.
400 S.
29,80 Euro
ISBN: 978-3-9997-0000-7
https://discorso.ch/products/mut-zum-w ... -berichten

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