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Odessa

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Gast

Odessa

Beitrag27. September 2014, 10:49

Das Menetekel des deutschen Online-Journalismus heißt in meinen Augen Odessa. Die folgenden Screenshots wurden am folgenden Morgen, dem 3.5.2014, zwischen 8:25 und 8:30 morgens genommen... zu einem Zeitpunkt an dem eigentlich jedem Journalisten klar war, dass Pro-Kiew-Aktivisten pro-russische Gegner in ein Gebäude getrieben und angezündet haben (davon konnte man sich längst zB durch Russia Today-Videos glaubhaft überzeugen). Der Skandal liegt in dem gezielten Vertuschen/Herunterspielen dieses Sachverhalts - man male sich aus wie die Schlagzeilen gewesen wären, wenn Janukowitsch-Anhänger so etwas Monate zuvor mit Maidan-Aktivisten gemacht hätten (Janukowitsch wäre der neue Milosevic gewesen). Es wäre tagelang DER Aufmacher gewesen.

Unsere westliche Medien Lügen nicht (selten) - sie bauschen aber gezielt auf bzw. spielen gezielt herunter. Manipulation der Öffentlichkeit läuft über die Auswahl des Realitätsauschnitts und ist somit viel perfider (weil subtiler) als in Autokratien. Man beachte also im Folgenden, dass ganz bewußt Verantwortlichkeiten nicht benannt werden (Wer ist Täter, wer sind die Opfer?) oder die Nachricht "unter ferner liefen" eingeordnet ist, wenn überhaupt.

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Gast (OP)

Re: Odessa

Beitrag27. September 2014, 14:04

Kein Argument, also brauche ich mich mit dem Inhalt Deines Beitrags nicht auseinanderzusetzen. Die Screenshots sowie die bereits am Abend des 2.5.2014 frei einsehbaren Videos aus Odessa sprechen für sich. Die Screenshots habe ich übrigens am Morgen des 3.5. auch auf meiner Facebook-Seite gepostet. Das ist genau wie die Behauptungen in diversen Internetforen, dass man bezahlter Kremlagent sein muss um Verständnis für die Interessen Russlands zu haben - zur Belustigung meiner Freunde auf Facebook. Ein erbärmlicher Versuch ohne Argumente eine aufkommende Diskussion im Keim zu ersticken. Das funktioniert natürlich nicht, sondern kehrt sich im Gegenteil gegen die Urheber um.

Man beachte auch mal wie hier zunächst nur Anti-Putin-Wortmeldungen zu Wort kommen: http://www.spiegel.de/forum/kultur/ukraine-berichte-internet-aktivisten-werfen-ard-und-zdf-antirussische-propaganda-vor-thread-158614-1.html
Heute morgen um kurz nach 10 Uhr gab es bereits 10 Seiten an Beiträgen, dann waren es wieder 2, im Moment sind es nur 8, davon auch nur 3 freigegeben. Wo sind die anderen Beiträge hin (auch einer von mir mit Link auf diesen Thread wurde wegmoderiert) und warum sind am Anfang nur Anti-Putin-Kommentare zu lesen, hmmmm? Vielleicht weil Statisken ergeben, dass Leser nur die ersten Kommentare lesen und vielleicht noch die letzten, hmm? Oder weil es nun so eine Art Schuldsvermutung gibt? Dass, jeder der nicht stramm auf Anti-Putinkurs ist, ein KGB-Agent sein muss? Armselig! Auch darüber wird in sozialen Netzwerken zu reden sein, das lässt sich nicht so einfach wegmoderieren. Auch Abschaltung der Kommentarfunktion, wie auf faz.net, bringt nix.

Glauben die Online-Medien eigentlich nicht, dass darüber nicht gesprochen wird, dass dies alles "Von-Mund-Zu-Mund" weiterverbreitet wird?! Die Medien sind bereits in der Krise und schaufeln sich ihr eigenes Grab weiter.

Alex

Gast(OP)

Re: Odessa

Beitrag27. September 2014, 14:09

Auch Gast hat geschrieben:Wo hast du denn deine Weisheiten her? Achja, richtig von Russia Today, den wahren Sender. Mensch überlege vorher was du für einen Mist schreibst und verbreite keine Propaganda von den Russen. Oder bist du Putinversteher und von St. Petersburg aus gesteuert.


Ach, noch etwas: Jemand, der Russia Today als Quelle verwirft, ist wie ein Richter, der einen Angeklagten nicht selbst zu Wort kommen lässt, sondern nur die Anklage (in dieser Form die westlichen Medien und Politiker und ihre Handlanger). Von daher diskrediert sich Dein Beitrag von selbst. Ich höre mir beide Seiten an und entscheide dann für mich selbst. Hört sich nicht an, als ob Du dies auch tust. Deine Voreingenommenheit ist dein Problem, nicht meins.
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Maren

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Re: Odessa

Beitrag27. September 2014, 17:58

@ beide Gäste

Es gibt m Konflikt nicht nur schwarz und weiß, deshalb recherchieren wir auch nicht nur über öffentlich-rechtliche Medien oder russia today. Das Ganze ist offenbar ideologisch derart brisant, dass selbst Bestätigungen oder Dementis von Stellen wie der OSZE die jeweils "Gläubigen" nicht von ihren Standpunkten abbringen. Vielleicht hilft die Dokumentation der einzelnen Fälle in diesem Forum bei der individuellen Wahrheitsfindung. viewforum.php?f=30

Was Odessa anbelangt, so gebe ich dir recht, Gast(OP). Dieses Massaker gilt es aufzuarbeiten.

Gast

Re: Odessa

Beitrag28. September 2014, 13:57

Es geht allerdings weniger um die Aufklärung der Odessatoten - das ist zunächst einmal Angelegenkeit der Ukrainer.

Es geht darum, wie deutsche Medien mit zweierlei Maß messen - um Stimmungen zu erzeugen (man denke an Wulff) oder eben wie hier um Stimmungen zu verhindern... und zwar je nach dem, ob Nachrichten einem in den Kram passen oder nicht. Das wäre weiter kein Problem, wenn es nur einige Leitmedien so machen würden. Wenn aber alle sich einseitig, parteiisch, nicht objektiv verhalten, dann ist das Endergebnis nicht besser als bei einer Presselandschaft in einem autokratischen System.

Ich bin kein Putinfreund, man möge mich nicht falsch verstehen. Ich glaube, dass Spitzenpolitiker auf beiden Seiten (inklusive Obama und Merkel) Menschen nur wie Schachfiguren benutzen in ihren Spielchen gegeneinander um Macht und Einfluss. Und Journalisten stehen dem Spiel ziemlich nahe. Die Erklärung für deren willfährige und kritiklose Unterstützung liegt für mich in diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=5fipy8ChZ6Q

Kurz gesagt: Es steigen nur angepasste Journalisten auf. Und wenn SPD und CDU (und Grüne) sich mehr oder minder einig sind, dann folgen die Leitmedien diesem Konsens mehr oder weniger unkritisch, denn die angepassten Journalisten, die es nach oben geschafft haben, werden sich ihre Karriere durch Widerstand gegen so einen breiten Konsens bestimmt nicht ruinieren.

Provokante Frage: Was ist eigentlich schlimmer? Einseitige Medienberichte durch hierarchische Vorgaben eines Autokraten oder einseitige Medienberichte durch unhierarchischen Gruppenzwang und Opportunismus innerhalb einer oligopolistischen Medienlandschaft?

Gast (OP)

Re: Odessa

Beitrag28. September 2014, 16:02

Ich finde leider keine Edit-Funktion für Gäste, deshalb als eigener Post.

In diesem Zusammenhang sei auch noch auf das Buch von Ulfkotte hingewiesen:
'Nie zuvor ist ein Journalist in Deutschland aufgestanden und hat detailliert aufgeschrieben/dokumentiert, wie er selbst geschmiert wurde. Ich schäme mich heute dafür. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Und es macht es nicht besser, dass meine Vorgesetzten das so wollten und nachweislich abgesegnet haben.

Denn genau das ist der Punkt: Ich war in bestimmten Elitenetzwerken, in denen ich lernte, dass mein Verhalten und Vorgehen angeblich “normal” sei. Und ich war dort mit vielen anderen Journalisten von Leitmedien in Netzwerken. Keiner von uns hat sich damals geschämt. Geheimdienste haben wie selbstverständlich Artikel geschrieben, über denen mein Name stand – man kannte sich ja aus den Elitenetzwerken. Und als “Journalist” habe ich wie ein verlängerter Arm der Nato-Pressestelle gewirkt, habe Kriegshetze unterstützt. Aber das war erst der Anfang.'

http://propagandaschau.wordpress.com/2014/09/12/udo-ulfkotte-gekaufte-journalisten-wie-politiker-geheimdienste-und-hochfinanz-deutschlands-massenmedien-lenken/

Wenn CDU und SPD sich einig sind, dann sind die Leitmedien (insbesondere in der Außenpolitik) in vorauseilendem Gehorsam auf Linie. Seit 2005, seit der Großen Koalition, ist dies besonders schlimm, weil CDU und SPD sich dramatisch angenähert haben. Inhaltlich und menschlich.

Ich stelle mal folgende Behauptung auf: Die obigen Screenshots sind ein deutliches Indiz für die Existenz von Group Think, Opportunismus und den von Ulfkotte erwähnten Elitennetzwerken. Leider bieten die ÖR-Medien keinerlei Indiz, dass die Lage bei ihnen besser oder auch nur anders wäre.

npoxop

Re: Odessa

Beitrag29. September 2014, 00:34

Die ganze Wahrheit über Odessa (English version)

http://ersieesist.livejournal.com/813.html
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Maren

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Re: Odessa

Beitrag23. Juli 2015, 14:18

Die Morde in Odessa - Ein Überlebender berichtet

Interview mit Oleg Musyka, einem der Überlebenden des Anschlags auf das Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014, durch Brigitte Queck, Leiterin des Vereins "Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg".

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