Aktuelle Zeit: 18. Oktober 2019, 23:00


Programmbeschwerde: ARD Kontraste - Der lange Arm des GRU

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
  • Autor
  • Nachricht
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6211
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Leipzig

Programmbeschwerde: ARD Kontraste - Der lange Arm des GRU

Beitrag14. Januar 2019, 22:19

Programmbeschwerde: ARD Kontraste vom 10.1.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich Programmbeschwerde wegen Verstoßes gegen den Rundfunkstaatsvertrag, §3 (Auftrag) Absatz 5.

„Alle Beiträge für Informationsangebote (Nachrichten, Berichte und Magazine) sind gewissenhaft zu recherchieren; sie müssen wahrheitsgetreu und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen. Die Redakteure und Redakteurinnen sind bei der Auswahl und Sendung der Nachrichten zur Objektivität und Überparteilichkeit verpflichtet. Kommentare sind deutlich von Nachrichten zu trennen und unter Nennung des Verfassers oder der Verfasserin als persönliche Stellungnahme zu kennzeichnen.“

Eine sachliche, wahrheitsgetreue und objektive Berichterstattung beim ÖRR über Russland, die Ukraine oder auch Syrien kann ich beim besten Willen nicht finden. Wann immer es geht, wird versucht Russland zu diskreditieren. Egal ob der Anlass dazu taugt oder nicht. Zahlreiche Beispiele für diese Feststellung können Sie hier nachlesen:
http://publikumskonferenz.de/blog/ [1]

Aber nun zu meiner eigentlichen Beschwerde: In der Sendung Kontraste vom 10.1.2019 war mal wieder „Russenbashing" in gleich 2 Beiträgen angesagt:

Der Erste Beitrag: „Der lange Arm des GRU" und der 2. Beitrag „Des Kremels treue Helfer"

Meine Beschwerde richtet sich gegen den Beitrag „Der lange Arm des GRU" . Den 2. Beitrag hab ich mir wegen Übelkeit nicht mehr ansehen können.

Der eigentlich Anlaß (vertrauliche Twitter oder Facebook- Infos wurden von einem 20 Jährigen ausgespäht und nach und nach veröffentlicht), ist wenig dazu geeignet irgendwas negatives zu Russland zu konstruieren. Vielmehr wirft er ein bezeichnendes Licht auf die Inkompetenz der gehackten Politiker und C- Promis wie Böhmermann beim Umgang mit sozialen Medien und der Sicherheit von Passwörtern.

Gleich zu Beginn schwadroniert eine Abgeordnete der Grünen, dass sie von einem NBC Team angesprochen wurde. Die wussten, dass sie von den selben Hackern angegriffen wurden, die auch seinerzeit Hillary Clinton im US-Wahlkampf gehackt haben sollen.

Als „Beweis" russischer Hackertätigkeiten flimmerten dann irgendwelche Pseudologfiles in russischer Sprache über den
Bildschirm. Dort taucht unter anderem das Wort „ROOT" mit russischer Erklärung (Admin Rechte) ← das kyrillisch geschriebene Wort „praw" musste ich mit Leo überetzen, das kyrillische geschriebene Wort „Admin" konnte ich noch selber lesen.

Wer sich auch nur rudimentär mit Betriebssystemen wie Linux oder Unix auskennt, weiß, dass „root" kleingeschrieben wird und auch wer in solchen Systemen „Admin rechte" hat, nämlich root. Da braucht es keine weitere Erklärung. Schon überhaupt nicht für einen professionellen Hacker.

Weiter in dem „Beweistext" kam dann noch „Android Studio" vor.

Bei „android studio" handelt es sich um eine von Google kostenlos zu Verfügung gestellte Entwicklungsumgebung um apps für android Smartphones und Tablets zu entwickeln. Server laufen nicht unter Android sondern meist unter Unix bzw. verschiedener Linux Distributionen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Android_Studioo [2]

Das was dort abgegriffen und gezeigt wurde, ist offensichtlich die Onlinekommunikation irgendwelcher russischer „Script Kiddies" die Android apps entwickeln möchten, aber definitiv kein Auszug aus einem protokollierten Hackerangriff auf irgendwelche Server.

Dann ging es munter weiter:
„Die Ressourcen sind enorm und die Zeiten deckten sich mit „Moskauer Bürozeiten". Lol. Dort wird also von Mo - Fr. von 08:00 bis 16:30 Uhr gehackt. Das ist natürlich ein „Beweis".

Die Frage „wie wahrscheinlich ist es, das das ominöse „APT 20 eight" in Verbindung zum GRU steht, beantwortet der „Experte" dann auch ohne Begründung dass die bei 95 % + steht. Wohl gemerkt, bei „APT 20 eight" handelt es sich um ein von der USA erfundenes angebliches russisches Hackerteam, dass zu Lasten von Hillary Clinton" in den US Wahlkampf eingegriffen haben soll. Bewiesen wurden diese Behauptungen zu keinem Zeitpunkt.

Bisher bewiesen ist der Eingriff in die US Wahl von Cambridge Analytica, das aber auch nur mit mäßigem Erfolg:

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... timmt.html [3]

Dann geht es nach Montenegro, dass ja in die NATO möchte. Putin wird zitiert: „die fortlaufende Erweiterung der Nato in den Osten...kann unweigerlich dazu führen, dass Russland Maßnahmen ergreift".
Ja natürlich, da war doch mal was? Da gab es doch mal 2+4 Gespräche vor knapp 30 Jahren. Hatte der damalige US Außenminister dem sowjetischen Staatschef nicht in die Hand versprochen, dass es keine! weitere Osterweiterung der Nato geben wird? Ein Versprechen, dass schon wenige Jahre später gebrochen wurde.

Diese Tatsache findet in dem Kontraste Beitrag keine Erwähnung. Obwohl die Osterweiterung der Nato sehr wohl die fundamentalsten Sicherheitsinteressen Russlands verletzen. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich die Rolle der Nato in den letzten 25 Jahren gewandelt hat. Vom einstigen Garanten für Frieden und Sicherheit in Europa hat sie sich spätestens seit dem Krieg in Jugoslawien zu einem Aggressor gewandelt, der ohne UNO Mandat als Lakai der US Regierung das Völkerrecht mit Füßen tritt. Egal, ob damals im Kosovo oder heute in Syrien.
http://www.taz.de/!5165840// [4]

Zum Ende dann natürlich nochmal Skripal. Diesem unrühmlichen Propagandafall wird hier nochmal die Krone aufgesetzt.
Obwohl die angebliche „Enttarnung" der beiden „Attentäter" längst als unseriöse Manipulation seitens „Bellingcat" entlarvt wurde, wird die Lüge einfach wiederholt. Hier kommt dann auch der tolle „Journalist" Roman Dobrochatow, Chefredakteur von „The Insider" zu Wort.

Ein Blick, wer die Förderer dieses „Blattes" spricht Bände:
https://www.dekoder.org/de/source/insider [5]

Da finden sich unter anderem die nicht unumstrittene „Alfred Toepfer Stiftung"
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 69970.html
[6]

Das Einzige, was der Beitrag von The Insider wirklich beweist, ist die Tatsache, dass es offensichtlich in Russland Presse- und Meinungsfreiheit gibt. Zu Sowjetzeiten wäre der längst in irgendeine Nervenheilanstalt gewandert.

Die Beleglage im Fall Skripal sei inzwischen „Zweifelsfrei" wird behauptet. Das Einzige, was im Skripalfall zweifelsfrei ist, ist die Verstrickung der Medien und Regierungen in Lügen:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=44188 [7]
ausführlicher zum Skripalfall:
https://www.anti-spiegel.ru/blog/der-fall-skripal [8]

Die ARD Sendung Kontraste behauptet doch tatsächlich auf Ihrer Homepage:

Kontraste ist das kritische Magazin aus Berlin. Kontraste bringt Gegensätze auf den Punkt. Keine Politikerphrasen, kein Infotainment: Das Magazin geht den Dingen auf den Grund, neugierig und mit sorgfältiger Recherche. Kontraste deckt Hintergründe auf, erklärt Zusammenhänge und bezieht Stellung. Kontraste steht für seriöse Information des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: investigativ, analytisch, kritisch.

Das soll wohl ein Witz sein?

Das meine Beitragsgelder unter anderem dafür missbraucht werden, solch hetzerische Beiträge zu erzeugen ist inakzeptabel. Den angeblichen „Mehrwert" den ich laut Urteil vom BVG haben soll, wenn ich solche Sendungen auf dem Niveau des ehemaligen „Schwarzen Kanals" mit meinem Beitrag finanziere, sehe ich nicht.

Links:
------
[1] http://publikumskonferenz.de/blog/
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Android_Studioo
[3] https://www.welt.de/politik/ausland/art ... timmt.html
[4] http://www.taz.de/!5165840/
[5] https://www.dekoder.org/de/source/insider
[6] https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 69970.html
[7] https://www.nachdenkseiten.de/?p=44188
[8] https://www.anti-spiegel.ru/blog/der-fall-skripal


PS: eine Kopie dieser Mail sende ich mit Bitte um Veröffentlichung an die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V. <info@publikumskonferenz.de>

--
Mit freundlichen Grüßen

XXXXXX*
* Der Name des Einsenders ist uns und dem rbb bekannt.
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6211
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Leipzig

Re: Programmbeschwerde: ARD Kontraste - Der lange Arm des GRU

Beitrag16. Februar 2019, 19:55

Die Intendantin des rbb hat dem Beschwerdeführer geantwortet:
20190212_Antwort_geschwaerzt.pdf
(66.83 KiB) 165-mal heruntergeladen
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6211
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Leipzig

Re: Programmbeschwerde: ARD Kontraste - Der lange Arm des GRU

Beitrag17. Februar 2019, 19:17

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich vorab bei der Intendanz des rbb gegen den am 10.01.2019 von „Kontraste“ gesendeten Beitrag: „Der lange Arm des GRU“ Programmbeschwerde eingelegt habe und inzwischen darauf eine nicht befriedigende Antwort bekam, mache ich hiermit von meiner Möglichkeit Gebrauch und rufe den Rundfunkrat in dieser Angelegenheit an.

Dieser Mail füge ich meine ursprüngliche Beschwerde an den rbb als pdf und die Antwort vom rbb als Anlagen bei.
An dieser Stelle begründe ich, weshalb die Antwort des rbb nicht geeignet ist, meine Beschwerde zu entkräften.
Unter „Sie schrieben“ ist die Intendanz des rbb zu verstehen. Zitate aus dieser Antwort sind kursiv gekennzeichnet.

Sie schreiben zum Thema angeblicher russischer Hackerangriffe:

„Im Beitrag wird tatsächlich kein Hackerangriff gezeigt. Allerdings wird beim Zuschauer auch nicht der Eindruck erweckt, dass das so sei; die Bilder dienen vielmehr der Veranschaulichung. Dem Publikum ist dieses Stilmittel bekannt und bewusst.“

Was soll dort „veranschaulicht“ werden, wenn nicht einen russischen Hackerangriff? Wie kommen Sie darauf, dass dem Publikum diese „Stilmittel“ bekannt und bewusst sei? Für mich ist es ein Manipulations- und kein Stilmittel.

Sie schrieben:

„Dass es sich nicht um russische Freizeithacker handelt, zeigte eine Reihe von Indizien. Die Arbeitszeiten der Programmierer von APT28 sind identisch mit Moskauer Bürozeiten.“ Die Redaktion hat also auf Indizien verwiesen, jedoch nicht von Beweisen gesprochen.“

Wo ist die „Reihe von Indizien“? Ihnen ist schon bewusst, dass Moskauer Bürozeiten in einer Reihe von Staaten gelten (unter anderem der für False Flag operationen bekannten Ukraine)? https://www.laenderdaten.info/zeitzonen ... a-time.php

Diese „Indizien“ versuchten Sie dann durch ein Interview mit einem hochrangigen Mitarbeiter von FireEye zu verifizieren. In diesem Interview behauptet der Mitarbeiter: „die Wahrscheinlichkeit, dass APT28 mit dem GRU in Verbindung steht, mit 95 Prozent“. Ob es die sogenannte APT28 überhaupt gibt und in welchem Zusammenhang die mit den angeblichen Cyberattacken stehen, den Beweis bleibt er schuldig.

Sie schrieben:

„Sie zweifeln außerdem an den Angaben des Vice President Central & Eastern Europe der Firma FireEye...“

Ja, ich zweifele auf Grund der dünnen Beweislage sehr wohl an der Aussage eines Mitarbeiters dieses börsennotierten Unternehmens und das insbesondere im Hinblick auf dessen Geschichte. Hiermit meine ich die die Übernahme der Firma Mandiant durch FireEye im Jahr 2013. Mandiant fiel im Jahr 2013 mit dem APT1 Bericht auf, indem China eine Vielfalt von Cyber-Attacken gegen die USA unterstellt wurde. Diese Attacken sind nie bewiesen worden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mandiant
https://de.wikipedia.org/wiki/FireEye

Angesichts dieser Vorgeschichte ist es nicht wie sie behaupten:

„Einen hochrangigen Mitarbeiter der Firma um eine Einschätzung zum Thema des Beitrags zu bitten, ist somit konsequent.“

Sondern die pauschalen und unbegründeten Aussagen eines Mitarbeiters einer Firma, deren Geschäftsmodell unter anderem darin besteht, angeblich Cyberattacken zu vermarkten, ohne Überprüfung zu veröffentlichen ist absolut inkonsequent.

Auf meine Beschwerde hinsichtlich des Betrages zum Thema NATO Osterweiterung antworteten Sie:

„Sie kritisieren, dass der 2+4-Vertrag im Beitrag nicht erwähnt wurde, obgleich die NATO-Osterweiterung die Sicherheitsinteressen Russlands verletze. Der 2+4-Vertrag ist nicht Thema des Beitrags und tauchte darin daher nicht auf. Es wird aber sehr wohl auf die NATO-Osterweiterung verwiesen. So heißt es im Beitrag, Montenegro „steht vor der Aufnahme in die NATO, was Russlands Interessen verletzt.“ Die Konfliktlage wurde somit für die Zuschauer umrissen.“

Ja, Sie haben Recht, der 2+4 Vertrag war nicht Gegenstand dieses Beitrages, genauso wenig wie „Objektivität und Überparteilichkeit“ (Rundfunkstaatsvertrag, §3 (Auftrag) Absatz 5.) bei diesem Beitrag Beachtung fand. Auch die Konfliktlage wurde für die Zuschauer damit keineswegs umrissen. Russlands Interessen sind z. B auch verletzt, wenn Ihm irgendeine Verletzung des Völkerrechts nachgewiesen wird.

Hier wäre die eindeutige Frage: „Was hat Montenegro eigentlich in der NATO verloren?“ angebracht gewesen. Wenn das Thema Montenegro und NATO schon angeschnitten wird, dann bitte unparteiisch und objektiv.

Zum Thema leidigen Thema Scripal:

Wenn man den Ablauf diese Falls auch nur versucht objektiv zu verfolgen, dann kommt man ziemlich schnell zu dem Schluss, dass das Ganze eine britische Propagandaposse sondergleichen ist, die sich andere NATO Staaten und auch die deutschen Medien zu eigen machte.

Kurz der chronologische Ablauf umrissen:

1. Scripals werden vergiftet
2. Teresa May behauptet, es war Nowitschok, beschuldigt Russland und stellt Russland ein Ultimatum
3. Russland weist das zurück und fordert Proben des Giftes an
4. Diese absolut berechtigte Forderung weist May als “absurd“ zurück
5. Es werden ohne Ergebnisse einer Untersuchung abzuwarten, russische Diplomaten ausgewiesen (zuerst in GB, später in anderen NATO Staaten, für Merkel reichte es aus, dass es „plausibel“ wäre).
7. Das alles fand unmittelbar vor den Wahlen in Russland statt (wem nutzt, wem schadet das)?

Ab hier kann man eigentlich aufhören, diese Posse noch weiter ernst zu nehmen. Das gab es schon mal in Europa, nannte sich Inquisition. Alles was danach von den Briten kam, war an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. Angefangen mit der „Präsentation“ von Boris Johnson, wo die zentrale Aussage „nur Russland habe Nowischok“ kurz danach als Lüge entlarvt wurde, wie auch die verschiedenen Versionen des Tathergangs. Mal war es ein Spray, das aufgetragen wurde und welches später einer Obdachlosen zum Verhängnis wurde, weil sie meinte, es sei ein Parfüm, dann war es eine Emulsion (Houdini hätte es wohl geschafft, eine Emulsion durch eine Spraydose zu pressen). Letztendlich wurde behauptet, dass im Hotelzimmer der beiden verdächtigen angeblich Spuren des Giftes gefunden wurden. Allerdings waren die Spuren so gering, das eine Verifizierung dieses Fundes nicht mehr möglich war.

Das alles hindert Kontraste aber nicht daran, auch den Scripalfall und die angeblichen Indizien, die keiner Prüfung standhalten zu nutzen, Russland zu diskreditieren.

Solche Sendungen wie die beanstandete Kontraste- Sendung gab es schon mal aus Adlershof. Das hieß damals „Der schwarze Kanal“ und ich hatte gehofft, von dermaßen mieser Propaganda verschont zu werden.

Bei diesem von mir beanstandeten Kontraste-Beitrag handelt es sich um Hetze, Fake, NATO- und Staatspropaganda übelster Sorte. Da der rbb ein öffentlich-rechtlicher Sender ist, der durch meinen Beitrag finanziert wird, ich also nicht die Möglichkeit habe, etwa durch Kündigung meines Abonnements, diesen Sender nicht weiter zu finanzieren, müssen hier Konsequenzen folgen. Hierbei erwarte ich eine öffentliche Distanzierung von diesem Hetzbeitrag zu einer geeigneten Sendezeit.

Sollte es sich bei den Produzenten dieses Beitrages um Angestellte des rbb handeln, denke ich an eine disziplinarische Zurechtweisung der für den Beitrag verantwortlichen Redakteure, mindestens aber um eine Weiterbildung. Das Thema könnte z.B folgendes sein: „Unterschiede unparteiischer Journalismus im Sinne von „Hanns Joachim Friedrichs, Peter Scholl Latour zwischen Staatspropaganda von Karl-Eduard von Schnitzler“ oder auch „Wo liegen die Unterschiede in der Berichterstattung des einstigen DDR- Staatsfernsehens zum heutigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk“.

Sollte der Beitrag von einer externen Firma produziert worden sein, dann zukünftig keine Beiträge von dieser Firma mehr erwerben.

Wir Beitragszahler statten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit gewaltigen finanziellen Mitteln aus. Da sollte es möglich sein, besser recherchierte Beiträge zu erwerben als den von Kontraste gesendeten.

Aus Gründen der Transparenz wird diese Beschwerde und der damit zusammenhängende Schriftverkehr anonymisiert unter: viewforum.php?f=44
veröffentlicht.

Mit freundlichen Grüßen

xxxxxxx*

*Der Name des Einsenders ist uns und dem rbb bekannt.
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6211
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Leipzig

Re: Programmbeschwerde: ARD Kontraste - Der lange Arm des GRU

Beitrag18. Februar 2019, 22:15

Eingangsbestätigung:
Antwort.png
Antwort.png (107.22 KiB) 2565-mal betrachtet
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6211
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Leipzig

Re: Programmbeschwerde: ARD Kontraste - Der lange Arm des GRU

Beitrag4. Juli 2019, 19:50

Erwartungsgemäß wurde die Beschwerde des Zuschauers auch vom Rundfunkrat zurückgewiesen.

AW_Rundfunk_RBB_anonymisiert.pdf
(57.84 KiB) 74-mal heruntergeladen


Der Beschwerdeführer ließ es sich nicht nehmen, seinen Unmut über die Entscheidung per Email Luft zu machen.


Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre (unbefriedigende) Antwort auf meine Beschwerde „Kontraste vom 10.01.2019“

Sie weisen meine Beschwerde als unbegründet zurück. Dazu führen Sie unter anderem folgendes auf:
„Die Programmiersprache bei der Umarbeitung der zum Hack verwendeten Software ist russisch“

Es gibt eine Vielzahl von Programmiersprachen. Alle haben eins gemeinsam: Der Zeichensatz ist lateinisch, nicht kyrillisch. Natürlich können Kommentare im Quellcode in russisch verfasst werden. Das sich professionelle, hochspezialisierte russische Hacker die Mühe machen, jedes mal ihr Tastaturlayout auf russisch zu wechseln um Kommentare im Quellcode zu verfassen, halte ich für ein Witz. Allerdings ist es gut möglich, dass die für „false flag“ Operationen bekannte Ukraine (z.B hier: https://www.tagesschau.de/ausland/babts ... d-103.html ), in der russisch 2. Amtssprache war, solche Angriffe fingiert um Russland in Misskredit zu bringen. Nebenbei sei bemerkt, dass „Moskauer Bürozeiten“ auch in Kiew gelten.

Was den Natobeitritt Montenegros betrifft (Verletzung 2+4 Abkommen durch die NATO) kommen Sie zu dem Schluß:
Der Rundfunkrat hält die Entscheidung der Redaktion, das Für und Wider von Montenegros Beitritt hier explizit nicht zu diskutieren, für richtig. Andernfalls wäre es nicht möglich gewesen, den Beitrag in einer akzeptablen Länge zu halten.“

Völlig korrekt, da war dann in der Kontrastesendung wirklich keine Zeit mehr, es musste ja noch ein weiterer Hetzbeitrag zum Thema Russland („Des Kremels treue Helfer") untergebracht werden.

Zum Thema Skripal: Die Tatsache, dass zumindest Skripal für die GRU tätig war ist schon klar.

Sie lassen aber offensichtlich außer acht, dass er nicht mit geheimen Unterlagen aus Russland geflohen ist. Er hat vielmehr seine gerechte Strafe abgesessen und wurde dann aus Russland ausgewiesen. Somit bestand für Russland absolut kein Motiv, Skripal zu ermorden. Das das Propagandanetzwerk „Bellingcat“ im höchsten Sinne unseriös ist, ist eigentlich bekannt und letztendlich auch irrelevant. Schließlich hatte ich in meiner Ihnen zu gesendeten Beschwerde unter dem Punkt: „Zum leidigen Thema Scripal“ hinlänglich belegt, dass die ganze Scripalaffähre eine billige Propagandaaktion war. Das Ziel dieser Aktion bestand darin, Russland zu diskreditieren und Vorwände für weitere, nicht gerechtfertigte Sanktionen zu liefern.

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider muß ich zu dem Schluß kommen, dass Sie entweder unfähig oder unwillig sind, Ihrer verantwortungsvollen Aufgabe nachzukommen. Hier hätte der RBB zurechtgewiesen werden müssen.

Letztendlich tragen Sie mit dafür die Verantwortung, dass die Medien nahezu „gleichgeschaltet“ sind. So etwas kennt man eigentlich nur aus Diktaturen. Die „4. Kraft“, für eine Demokratie so unendlich wichtig, versagt in Deutschland total.

Mit freundlichen Grüssen

xxxxxxx

Zurück zu Sammlung externer Beschwerden

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste