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Falschdarstellung der Friedensdemonstration insb. Rede von Fr. Wagenknecht

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Maren

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Falschdarstellung der Friedensdemonstration insb. Rede von Fr. Wagenknecht

Beitrag18. Oktober 2016, 20:20

Programmbeschwerde: Falschdarstellung der Friedensdemonstration am 8.10.2016, insb. von Fr. Wagenknecht

Beschwerdegrund: Programmgrundsätze
Sendeanstalt: ZDF
Name der Sendung: Berlin direkt
Datum und Uhrzeit: 9.10.2016 19:10

Erläuterung:

Sehr geehrter Herr Bellut,

In der Sendung „Berlin direkt“ am 9.10.2016 im ZDF wurde über die Friedensdemonstration in Berlin am Tag zuvor berichtet. Der Sprecher des Beitrages beschrieb die Demonstranten als kritisch gegenüber Kriegen, die von den USA geführt werden, und unkritisch gegenüber dem derzeitigen Vorgehen von Wladimir Putin und Bashar al-Assad. Als Beispiel dafür wurde ein kurzer Ausschnitt der Rede von Frau Sahra Wagenknecht von der Demonstration angeführt, in dem sie „Washington“ anprangerte. Der Teil der Rede unmittelbar zuvor, in dem sie sich gegen jeglichen Krieg aussprach, wurde nicht gezeigt.

Formell enthielt der Sprechertext je nach Betrachtungsweise keine bzw. kaum Fehler, doch wurde mit Wortwahl und Videoausschnitt offensichtlich der Eindruck erweckt, Frau Wagenknecht und die Demonstranten würden Kriege Russlands befürworten bzw. nicht beachten, während sie andererseits die USA kritisierten.

Dies ist eine grob verfälschende Darstellung der Rede eines MdB und Oppositionsführers, sowie nicht zuletzt auch der Demonstranten, die sich in zahlreichen Transparenten gegen Krieg und für Frieden allgemein aussprachen. Möchte man in Zeiten wachsender Verdrossenheit mit den Massenmedien der Kritik begegnen, sollte solch eine Falschdarstellung vermieden und idealerweise durch eine gesendete Richtigstellung berichtigt werden. Ein Vergleich der beiden Darstellungen wurde von der Initiative „Team Sahra“ auf YouTube gestellt. Das Video hat bereits über 10.000 Views erreicht.

Im Folgenden der Text des Beitrages:

„[Sprecher:] Die, die für Frieden demonstrieren wie gestern in Berlin relativieren Putin und Assads Vorgehen in Aleppo. Die linke Fraktionschefin etwa wettert über Kriegstreiber in Washington, Putin erwähnt sie mit keinem Wort.
[Sahra Wagenknecht:] Wenn sich wirklich die übelsten Kriegspolitiker aus Washington, siehe Herr Kerry, die also bisher noch nie davor zurückgeschreckt sind auch schlimme Kriegsverbrechen zu verantworten, wenn die plötzlich ihren Abscheu vor den Gräueln des Krieges entdecken, also da muss ich sagen „Die Heuchelei, die muss ich mir nicht antun!““

Im Folgenden der Redetext wie auf der Demonstration von Frau Wagenknecht vorgetragen:

„Ich mein wenn man über Frieden spricht, dann bewegt uns glaub ich alle, bewegen uns die Bilder die wir jeden Tag bekommen aus Syrien, auch gerade aus Aleppo, Krankenhäuser die bombardiert werden, Kinder die sterben, furchtbare Bilder. Und es ist völlig klar, dieses Morden muss aufhören. Diese Bombardierungen sind natürlich ein Verbrechen. Es muss Schluss sein. Aber dieses Verbrechen ist eben das Verbrechen jedes Krieges, weil jeder Krieg vor allem Zivilisten trifft. Und deswegen sagen wir nicht einseitig „Nur da muss es aufhören“, sondern auf dieser Welt müssen die Bomben endlich ruhen und wir brauchen Frieden und Diplomatie und alle, die das Hintertreiben, die machen sich schuldig an Kriegsverbrechen und an Mord. Und da sind wir nicht einäugig, sondern wir sagen es an alle Adressen!
Und ich muss schon sagen: Also wenn ich jetzt mitbekomme und höre - und ich denke das geht euch auch so - wenn sich wirklich die übelsten Kriegspolitiker aus Washington, siehe Herr Kerry, die also bisher noch nie davor zurückgeschreckt sind auch schlimme Kriegsverbrechen zu verantworten, wenn die plötzlich ihren Abscheu vor den Gräueln des Krieges entdecken, also da muss ich sagen „Die Heuchelei, die muss ich mir nicht antun!““

Link zur Sendung: http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag ... tober-2016

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