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Fifa - Petition

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Maren

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Fifa - Petition

BeitragSo 11. Okt 2015, 17:01





Konferenz der Regierungschefinnen
und Regierungschefs der Länder
Landesregierung Brandenburg
Staatskanzlei
14473 Potsdam

Übergabe Petition:
Sofortiger Stopp der direkten bzw. indirekten Finanzierung korrupter Organisationen (FIFA) durch Rundfunkbeiträge

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Eine Fußball-Weltmeisterschaft zählt zu den wichtigsten Sport-Ereignissen, sie begeistert Millionen, bringt sonst getrennte Teile der Gesellschaft zusammen und eignet sich hervorragend, interkulturelles Verständnis zu fördern." Diese Aussage der Vorsitzenden des WDR-Rundfunkrats, Ruth Hieronymi, anlässlich der mehrheitlichen Entscheidung zum Erwerb der Übertragungsrechte an der Fußball-WM 2022 ist unstrittig.

Die Aussage, dass „viele Beitragszahler erwarten würden, die Fußball-WM im öffentlich-rechtlichen Rundfunk frei empfangen zu können.“ ist jedoch nicht belegt .

Für die UnterzeichnerInnen stellt sich die Frage, ob teure Sportrechte wirklich aus Mitteln des Rundfunkbeitragsaufkommens finanziert werden müssen. Es gibt innerhalb der öffentlich-rechtlichen Anstalten genügend Baustellen, auf denen diese finanziellen Mittel dringender benötigt werden würden. Sei es bei der Finanzierung sinnvoller Produktionen wie Dokumentarfilme, hochwertige kulturell bereichernde Formate oder der Förderung regionaler Projekte. Auch die Sanierung der notorisch klammen Senderhaushalte, die faire Bezahlung freier Mitarbeiter oder die Vermeidung des Ausverkaufs von Kulturgütern käme für die Mittelverwendung in Frage.

Seit Ende 2010 hat die unabhängige Ethikkommission der Fifa rund drei Dutzend Fußball-Funktionäre, die über Korruption und Geldgier gestolpert sind, suspendiert und/oder gesperrt. Die Organisation, die strukturell so durchsetzt und anfällig für korrupte Machenschaften ist, dass eine zumeist männliche Funktionärskaste ungestört eine schamlose Selbstbereicherung pflegen kann, sollte nicht weiter durch Gelder aus dem Beitragsaufkommen alimentiert werden. Die Korruption wird zuverlässig durch die Milliarden-Summe befeuert, die der Fußballverband zu einem wesentlichen Teil von den Beitragszahlenden erhält, die kein Mitspracherecht haben.

Das ist ein Skandal.

Dass die Entscheidung pro Übertragungsrechte und somit der direkten Finanzierung fragwürdiger Strukturen lediglich aus Gründen der Quotenfixierung Programmverantwortlicher und Gremienmitglieder resultiert, ist offensichtlich. Wenn sich unter den Quoten-Top-Twenty der vergangenen Jahre durchweg Fußball-oder Sportübertragungen auf den ersten Rängen befinden, so kann das auch auf mangelnde Alternativen im Programm zurückzuführen sein. Die Quotenmessung bildet die Realität nicht ab.

Wir fordern Sie daher auf, die Finanzierung der Fifa durch Mittel aus den Rundfunkbeiträgen der BürgerInnen und Bürger zu unterbinden.

Begründung:

Weder gesetzlicher Programmauftrag, freie Meinungsbildung, Bildungsauftrag, noch die Stärkung der demokratischen Grundordnung legitimeren diese offensichtliche Subventionierung korrupter Eliten durch die Beitragszahlenden. Solange die FIFA undurchsichtige Geschäfte betreibt, sollte es privaten Sendeanstalten vorbehalten bleiben, die Kosten für die Übertragungsrechte über ihre Werbeeinnahmen zu generieren, sofern sich angesichts des Verfalls der Geschäftssitten noch Werbepartner finden.

Die Beitragszahlenden sollten jedoch nicht dazu gezwungen werden, die unhaltbaren Zustände auf den Baustellen in Katar und in den Hinterzimmern korrupter Funktionäre weiterhin zu alimentieren und somit unfreiwillig zum Teil eines korrupten Systems zu werden.

Die ARD selbst hat vor Jahren die Reißleine bei der Übertragung der Tour de France gezogen, um sich von den dort unhaltbaren Zuständen (insbesondere Doping) zu distanzieren und damit eine Reform voranzutreiben.

Die FIFA finanziert sich ungefähr zur Hälfte aus dem Verkauf von Fernsehrechten. Durch den Entzug dieser Mittel würde die FIFA unter Druck gesetzt, Reformen durchführen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten so lange keine Geschäftsbeziehungen mit der FIFA unterhalten, bis die Korruptionsvorwürfe geklärt und Compliance-Regeln eingeführt und umgesetzt wurden. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten tragen ansonsten weiterhin als eine der Hauptfinanziers der FIFA eine erhebliche Mitverantwortung für Missstände und Korruption.

Die moralische Trennung zwischen Sportereignis und korrupter Organisation verbietet sich außerdem aufgrund der sendereigenen Compliance-Ansprüche . Bereits bei einem Verdacht und dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten innerhalb von Geschäftsbeziehungen sind im Normalfall umfassende Maßnahmen einzuleiten. Das gilt insbesondere dann, wenn sich involvierte Geschäftspartner oder andere potentielle Nutznießer am Beitragsaufkommen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten bereichern und Missstände vorsätzlich am Leben gehalten werden. Im Falle von Produzenten trennt man sich dann schnell von diesen.

Es gibt keinen Grund, warum für die FIFA und andere Sportverbände andere Maßstäbe als für alle anderen Geschäftspartner gelten sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Maren Müller

Im Namen aller Unterzeichner/innen.
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Maren

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Re: Petition! Stopp der direkten bzw. indirekten Finanzierung korrupter Organisationen (FIFA) durch Rundfunkbeiträge!

BeitragMo 26. Okt 2015, 15:30

Maren hat geschrieben:




Konferenz der Regierungschefinnen
und Regierungschefs der Länder
Landesregierung Brandenburg
Staatskanzlei
14473 Potsdam

Übergabe Petition:
Sofortiger Stopp der direkten bzw. indirekten Finanzierung korrupter Organisationen (FIFA) durch Rundfunkbeiträge

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Eine Fußball-Weltmeisterschaft zählt zu den wichtigsten Sport-Ereignissen, sie begeistert Millionen, bringt sonst getrennte Teile der Gesellschaft zusammen und eignet sich hervorragend, interkulturelles Verständnis zu fördern." Diese Aussage der Vorsitzenden des WDR-Rundfunkrats, Ruth Hieronymi, anlässlich der mehrheitlichen Entscheidung zum Erwerb der Übertragungsrechte an der Fußball-WM 2022 ist unstrittig.

Die Aussage, dass „viele Beitragszahler erwarten würden, die Fußball-WM im öffentlich-rechtlichen Rundfunk frei empfangen zu können.“ ist jedoch nicht belegt .

Für die UnterzeichnerInnen stellt sich die Frage, ob teure Sportrechte wirklich aus Mitteln des Rundfunkbeitragsaufkommens finanziert werden müssen. Es gibt innerhalb der öffentlich-rechtlichen Anstalten genügend Baustellen, auf denen diese finanziellen Mittel dringender benötigt werden würden. Sei es bei der Finanzierung sinnvoller Produktionen wie Dokumentarfilme, hochwertige kulturell bereichernde Formate oder der Förderung regionaler Projekte. Auch die Sanierung der notorisch klammen Senderhaushalte, die faire Bezahlung freier Mitarbeiter oder die Vermeidung des Ausverkaufs von Kulturgütern käme für die Mittelverwendung in Frage.

Seit Ende 2010 hat die unabhängige Ethikkommission der Fifa rund drei Dutzend Fußball-Funktionäre, die über Korruption und Geldgier gestolpert sind, suspendiert und/oder gesperrt. Die Organisation, die strukturell so durchsetzt und anfällig für korrupte Machenschaften ist, dass eine zumeist männliche Funktionärskaste ungestört eine schamlose Selbstbereicherung pflegen kann, sollte nicht weiter durch Gelder aus dem Beitragsaufkommen alimentiert werden. Die Korruption wird zuverlässig durch die Milliarden-Summe befeuert, die der Fußballverband zu einem wesentlichen Teil von den Beitragszahlenden erhält, die kein Mitspracherecht haben.

Das ist ein Skandal.

Dass die Entscheidung pro Übertragungsrechte und somit der direkten Finanzierung fragwürdiger Strukturen lediglich aus Gründen der Quotenfixierung Programmverantwortlicher und Gremienmitglieder resultiert, ist offensichtlich. Wenn sich unter den Quoten-Top-Twenty der vergangenen Jahre durchweg Fußball-oder Sportübertragungen auf den ersten Rängen befinden, so kann das auch auf mangelnde Alternativen im Programm zurückzuführen sein. Die Quotenmessung bildet die Realität nicht ab.

Wir fordern Sie daher auf, die Finanzierung der Fifa durch Mittel aus den Rundfunkbeiträgen der BürgerInnen und Bürger zu unterbinden.

Begründung:

Weder gesetzlicher Programmauftrag, freie Meinungsbildung, Bildungsauftrag, noch die Stärkung der demokratischen Grundordnung legitimeren diese offensichtliche Subventionierung korrupter Eliten durch die Beitragszahlenden. Solange die FIFA undurchsichtige Geschäfte betreibt, sollte es privaten Sendeanstalten vorbehalten bleiben, die Kosten für die Übertragungsrechte über ihre Werbeeinnahmen zu generieren, sofern sich angesichts des Verfalls der Geschäftssitten noch Werbepartner finden.

Die Beitragszahlenden sollten jedoch nicht dazu gezwungen werden, die unhaltbaren Zustände auf den Baustellen in Katar und in den Hinterzimmern korrupter Funktionäre weiterhin zu alimentieren und somit unfreiwillig zum Teil eines korrupten Systems zu werden.

Die ARD selbst hat vor Jahren die Reißleine bei der Übertragung der Tour de France gezogen, um sich von den dort unhaltbaren Zuständen (insbesondere Doping) zu distanzieren und damit eine Reform voranzutreiben.

Die FIFA finanziert sich ungefähr zur Hälfte aus dem Verkauf von Fernsehrechten. Durch den Entzug dieser Mittel würde die FIFA unter Druck gesetzt, Reformen durchführen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten so lange keine Geschäftsbeziehungen mit der FIFA unterhalten, bis die Korruptionsvorwürfe geklärt und Compliance-Regeln eingeführt und umgesetzt wurden. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten tragen ansonsten weiterhin als eine der Hauptfinanziers der FIFA eine erhebliche Mitverantwortung für Missstände und Korruption.

Die moralische Trennung zwischen Sportereignis und korrupter Organisation verbietet sich außerdem aufgrund der sendereigenen Compliance-Ansprüche . Bereits bei einem Verdacht und dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten innerhalb von Geschäftsbeziehungen sind im Normalfall umfassende Maßnahmen einzuleiten. Das gilt insbesondere dann, wenn sich involvierte Geschäftspartner oder andere potentielle Nutznießer am Beitragsaufkommen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten bereichern und Missstände vorsätzlich am Leben gehalten werden. Im Falle von Produzenten trennt man sich dann schnell von diesen.

Es gibt keinen Grund, warum für die FIFA und andere Sportverbände andere Maßstäbe als für alle anderen Geschäftspartner gelten sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Maren Müller

Im Namen aller Unterzeichner/innen.



Ausführliche und ansprechende Reaktion vom ZDF anlässlich der Übergabe der Petition "Sofortiger Stopp der direkten bzw. indirekten Finanzierung korrupter Organisationen (FIFA) durch Rundfunkbeiträge!"
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Maren

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Re: Fifa - Petition

BeitragDi 3. Nov 2015, 16:50

Ausführliche und ansprechende Reaktion vom derzeitigen Chef der ARD, Lutz Marmor, anlässlich der Übergabe der Petition "Sofortiger Stopp der direkten bzw. indirekten Finanzierung korrupter Organisationen (FIFA) durch Rundfunkbeiträge!"

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