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Schritt für Schritt für Schritt...

Dieses Forum umfasst vorläufig ältere und aktuelle Themen, die sich mit Ideen zur Reformierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten befassen.
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IGR

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Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 02:12

Zunächst von Interesse wäre das ursprungliche Ansinnen eines solchen Rates in Hinblick auf seine demokratische/gesteuerte Wirkungsweise.
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bussard

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 08:42

Wie kann man denn eine Struktur der Vertreter festlegen, falls das ganze demokratisch ablaufen soll? Ich kann doch auch im Bundestag nicht vor den Wahlen festlegen, wieviel Prozent der Abgeordneten z.B. Beamte sein sollen. Die werden ja schließlich gewählt. Das will ich schon den Wählern überlassen, wen sie wählen.
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Reinhard Dowe

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 09:58

Ingo Groepler-Roeser hat geschrieben:Zunächst von Interesse wäre das ursprungliche Ansinnen eines solchen Rates in Hinblick auf seine demokratische/gesteuerte Wirkungsweise.


Ich bin neu hier, aber mein erster Eindruck ist, man will beides gleichzeitig: Einen großen Kreis, um eine Zielfestleung anzugehen. Das halte ich doch für vernünftig.
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Edna

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 11:07

Wollen wir wirklich nur ein Kontrollgremium (Publikumsrat) ins Leben rufen, aber keine Veränderungen an den bestehenden Strukturen (Rundfunkräte, Kontrollgrenium) vornehmen? Haben wir dann genug Einfluss auf ebendiese Gremien und dadurch auf das Fernsehprogramm und die Sender?
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DoroB

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 11:53

Edna hat geschrieben:Wollen wir wirklich nur ein Kontrollgremium (Publikumsrat) ins Leben rufen, aber keine Veränderungen an den bestehenden Strukturen (Rundfunkräte, Kontrollgrenium) vornehmen? Haben wir dann genug Einfluss auf ebendiese Gremien und dadurch auf das Fernsehprogramm und die Sender?

Zunächst muss doch ein Kontrollgremium her, um Einblick zu gewinnen. Danach erst kann entsprechend Einfluss genommen werden, würde ich sagen.
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TanjaBee

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 12:26

Ehrlich gesagt, finde ich diese Abstimmung schon aus dem Grund "Banane", weil Medienwissenschaftler auch Bürger sind. wenn jetzt hier als Folge der Abstimmung festgelegt wird, dass nur Bürger den Publikumsrat bzw. das Gremium bilden sollen, müssen diese Bürger dann nachweisen, dass sie keinen Abschluss als Medienwissenschaftler haben??
Ich bin zum Beispiel auch ehemalige Journalistin, fliege ich hier bald 'raus, weil ich mich geoutet habe?
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nichtfernseher

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 13:12

hi, tanja, noch will sie hier niemand rausschmeissen :-)

Bananen hin oder her, ich fände es ganz wichtig, mal zu zusammenzustellen (ich weiss, das ist ARBEIT) wie und mit welchen Erfahrungen das Problem anderswo gelöst wird. Auf die schnelle nur mal ein link zum Paragraph 28 des ORF-Gesetzes:

http://kundendienst.orf.at/unternehmen/ ... umsrat.pdf

Gar nicht so dumm die Österreicher: Die listen einfach auf, wer NICHT in den Publikumsrat gehört. Besonders beeindruckt mich die Konsequenz, mit der in Absatz 2.4 aktive Politiker und ihre Entourage ausgeschlossen werden.
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TanjaBee

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 13:44

Danke, nichtfernseher,

für den interessanten Beitrag.

Nein, darin nachzulesen bedeutet nicht viel Arbeit, sondern es bringt weiter....

Gruß,

Tanja

die sich übrigens selten Gedanken um mögliche Rausschmisse gemacht hat..... wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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Bücherleser

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 13:45

Ich fühle mich in einem Zielkonflikt:

Einerseits würde ich gerne den Willen der Bürger 1:1 repräsentiert sehen.

Andererseits finde ich es unabdingbar, daß ein staatlich/gesellschaftlich finanziertes Medienangebot einer wissenschaftlich fundierten Aufklärung dienen sollte.

Große Teile der Bevölkerung sind aber noch irrationalen Vorstellungen verhaftet, u.a. wegen der jahrzehntelangen unkritischen Haltung der von religiösen Lobbys mitkontrollierten Sender zu irrationalen Weltanschauungen.
Ich befürchte, würde die gesamte Bevölkerung tatsächlich repräsentativ wählen, bekämen wir ein noch schlimmeres Potpurri aus Flachshows, religiösen Predigten, Horoskopen u.a. esoterischem Humbug - künftig womöglich sogar lokale Scharia-Sender.

Eine wirklich in der Breite medienmündige Bevölkerung muß doch erstmal und in jeder Generation aufs neue herangebildet werden!

Deshalb habe ich für die 50/50-Variante gestimmt.
Ich könnte mir ein Medienparlament aus zwei Kammern vorstellen, deren Experten-Kammer mit führenden Wissenschaftlern aller Fachrichtungen besetzt ist.
Deren Aufgabe bestünde darin, alle Inhalte auf wissenschaftlich korrekte Darstellung abzuklopfen und groben Unfug zu verhindern beziehungsweise unmittelbar als solchen zu entlarven.

Besonders dringend erscheint mir dies auf dem Gebiet der Medizin.
Viel zu häufig wird unkritisch über nicht-evidente Behandlungsformen berichtet, deren Anwendung Schäden verursachen kann.
Andererseits werden potentielle negative Nebenwirkungen notwendiger Maßnahmen sensationell aufgebauscht und durch Verunsicherung der Bevölkerung ein viel größeres Gefahrenpotential aufgebaut (Impfkritik).
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IGR

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragSo 2. Feb 2014, 18:19

Eine sehr ausgewogene Debatte, an der ich gern auch später teilnehmen werde. Danke für Eure Abstimmung. Die hier läuft noch weiter für 60 Tage. Kann jeder übrigens einrichten .

Übrigens , weil "Banane" und so, ich bin selbst Medienwissenschaftler, nur lege ich mir deswegen ein Ei auf den Kopf und halte mich für einen Experten. Es gibt immer mal wieder Leute auch in meiner Branche , die laut rufen, was sie angeblich verstanden hätten und in der Praxis sieht es dann "Mau" aus - (HansJ.V. bei FB z.B. , oder eben diese Frauen, die das Video bei Youtube gemacht haben (schlechter Ton, schlechtes Bild, komische Informationen, kein helles Licht). Wenn man so etwas tut, dann ist man eben kein "Spezialist". Und diese Branche kommt genau deswegen immer mehr in Verruf. Das ist die Ursache miserablen TV-Angebots etc...

Dem HJV kannste mal auf sein Kuchenessenposting in seiner Facebookinsel das hier zeigen:
viewtopic.php?f=7&t=19&view=viewpoll

Das hätte er gern auf seiner Facebookweide.

Anti-Lobby ist Pro-Mensch

Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragMo 3. Feb 2014, 15:38

Ein wirklich ehrlicher und guter Ausschuss kann ausschließlich und nur von Bürgern die untereinander unabhängig von einander sind funktionieren.
Natürlich klingt es erstmal schön bunt und a"lle ham sich lieb", bei so einer Abstimmung von "Mischung aus Bürger und Experten" zu träumen, doch die Realität lehrt uns schlimmes.

Den Beweis hat uns der Lobbyismus x-fach beschert. Die Ursprungsidee war klasse, Politiker, die nicht in allen Gebieten alles wissen können, werden von Vertretern der Industrie, also Experten/Spezialisten unterstützt, um zu verstehen, welche auswirkungen, welche Politik hat.

Geworden ist daraus der Inbegriff von Bestechung. Parteispenden werden von großen Lobbys gezahlt, die urplötzlich dieser Lobby wohlgesonnene Gesetze erzeugen. Man kann gerne ein Brett vor den Kopf nehmen, die Augen verschließen und "lalala" singen, doch wird diese bittere und widerliche Realität dadurch nicht besser!

Nieder mit dem Lobbyismus! Nieder mit "Experten-Gruppen"! Her mit Bürgergruppen, die endlich wieder für ihre eigenen Rechte einstehen und sich nicht irgendwelche Lügen von Lobbyfinanzierten Politikern vorgauckeln lassen.

Freiheit, Brüderlichkeit und Zusammenhalt müssen unser aller Mantra sein, denn nur so kann die Menschheit siegen.


Ausschließlich Bürger und Interessenten sollten das Gremium bilden. Sie sollten aber nicht über fachliche Fragen entscheiden, sondern generell ein Urteil fällen, "ist dieser Beitrag der aus UNSEREM GELD(GEZ) finanziert wird,
1. neutral
2. dem Bildungsaufrag gerecht
3. politisch farblos
4. sowohl auf dem linken, als auch auf dem rechten Auge sehend
5. NICHT christlich beeinflusst, weil auch das nicht neutral ist
6. Kultur, Unterhaltung, Bildung, Technik, Wissenschaftlich, Politisch oder oder oder irgendeiner Kategorie angehörend und diese wird dann bestimmt und dem Beitrag zugeordnet( 1:N, also ein Beitrag kann mehrere Kategorien vertreten)

Das sind alles Kriterien, die die Anwesenheit trügerischer "Experten" nicht bedingen und somit durchaus von einem reinen Gremium aus Bürgern definierbar.

Mehr braucht es kaum. Wenn diese und weitere Kriterien nicht erfüllt werden oder insbesondere die polititsche Neutralität nicht gegeben ist, wird dagegen vorgegangen. Es darf in einer demokratischen Welt nicht sein, dass einzelne radikale Splittergruppen wie Lanz und Co. eine durchaus legitime politische Gesinnung der Art diskreditieren und für den Allgemeinbürger als unvertretbar darstellen. Denn zahllose Studien haben ergeben, dass dieses Vorgehen, wie von Lanz und Jörges, effektiv die Meinung der Zuschauer manipulieren kann. Und solche Menschen wissen genau das.

Es geht nicht darum, ob fundamentale Christen, Linke oder Recht richtig oder falsch sind, sondern darum, dass die Medien weder das eine noch das andere als richtig oder falsch darstellen, sondern zu 100% sachlich bewiesene Fakten aufzeigen, die dann für die eigene Meinungsbildung zur Rate gezogen werden können.

Solche Aussagen wie "mit Ihrem Populismus Frau Wagenknecht haben Sie das Publikum auf Ihrer Seite", damit der mündige Bürger sich ggf. schämt, die ausgesprochene Wahrheit der Wagenknecht zu feiern, sind einfach unter aller Kanone und gehören in die Bildzeitung, nicht aber in durch UNSER GELD finanziertes Medienmaterial.
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Dietmar Warschkun

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragMo 3. Feb 2014, 15:54

Ich habe mich jetzt für Variante 1 entschieden.
1. ich möchte keine Expertokratie, auch nicht im Ansatz.
2. wenn Bürger gewählt werden, die eben auch Experten sind....kein Einwand...
3. ...und da Experten eben auch per se Bürger sind, können sie eben auch gewählt werden.

Variante 2 ist daher für mich keine Option.

Variante 3 ist...mit Verlaub "Quotengedöns" und nur sehr kompliziert zu handlen.

Trotzdem ist Sachverstand (sofern er nicht quasi "natürlich" aus dem Kreis der Gewählten erwächst) vonnöten, wahrscheinlich nicht nur von Medienexperten. Vorstellbar wäre imho eine Art Beisitzerregelung. Ehrenamtliche Beratungsfunktion, aber ohne Stimmrecht.
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AndreasW.

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Schritt für Schritt für Schritt...

BeitragMo 3. Feb 2014, 22:21

Hallo an alle,

Unabhängig davon, wie sich die Dinge hier entwickeln und welche Zielvorgaben letztendlich gelten werden, habe ich mir mal eben darüber Gedanken gemacht, auf welche Weise man dieses Projekt in Schritten voran bringen könnte.

Ich mache gleich zu Anfang darauf aufmerksam, dass ich hier von der Annahme ausgehe, dass eine mögliche Einbindung eines Publikumrates nur durch die Akzeptanz der etablierten Sender-Leitungen ausgehen kann und der Einfluss eines Publikumrates von daher nicht annähernd so massiv sein würde, wie mancher Sozialrevolutionär in diesem Forum sich dieses gerne wünschen würde. Ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber dazu würde ich dann gerne auch mal einen entsprechenden "Schlachtplan" lesen.

Geht man jetzt mal von einer gemäßigten "Realo-Option" aus, könnte sich die geplante Vorgehensweise doch eventuell so gestalten:

1. Schritt: Gründung eines Vereines
2. Schritt: Breitflächige Veröffentlichung der Vereinsziele über Internet und selbst geschaltete Zeitungsanzeigen bis hin zur Berichterstattung darüber in Radio, TV und Printmedien
3. Schritt: Dadurch sammeln von Interessierten, die sich an dem Projekt aktiv beteiligen wollen
4. Schritt: Konstituierung eines aktiven mehrköpfigen Publikumrates durch demokratische Wahl
5. Schritt: Herantreten an die verantwortlichen Sender-Leitungen mit dem Angebot bzw. der Forderung, diesen gewählten Publikumrat in die zukünftige Sendergestaltung einbinden zu können
6. Schritt: Bei Ablehnung durch die Sender-Leitungen massive Öffentlichkeitskampagne starten
7. Schritt: Den Rechtsweg in Betracht ziehen

Für Lob und konstruktive Kritik bin ich gerne empfänglich. Für Alternativpläne ebenfalls.

Noch nicht geklärt sind bei diesem Planspiel natürlich die Möglichkeiten der Einbindung eines Publikumrates in die vielen Sendeanstalten. Wenn wir für jeden Sender eine eigene Delegation abstellen müssten, wäre dies vermutlich eine nicht stemmbare Mammut-Aufgabe? Sinnvoller wäre eine Option, in der die Sender sich zielgerichtet an die Vertretung des Publikumrates wenden müssten. Also extern von den eigentlichen Heimatsendern. Es müsste ein neutraler Kommunikationsort geschaffen werden.

Ebenfalls nicht geklärt ist es, wie der geplante Publikumrat überhaupt seine eigenen Ziele definiert. Auf welchen Grundlagen kommt der Publikumrat zu seinen Forderungen bzw. Gestaltungsvorschlägen? Schließlich haben wir kein eigenes Erfassungssystem zur Verfügung, um zu eruieren, was "der Zuschauer" eigentlich wirklich will?
Wir können aber nur für die Masse der Zuschauer sprechen, wenn wir diese auch hinter uns wissen bzw. wissen, wie die Wünsche der Zuschauer aussehen. Ehrenwert gemeinte Vorschläge unsererseits dürften wohl kaum ausreichen, um all die Millionen Endverbraucher draußen an den Geräten vertreten zu können.

Da gab es schon mal sechs, die sich erdreistet hatten, für sechzig Millionen zu sprechen, obwohl sie diese nie gefragt hatten, was die eigentlich wirklich wollen. Aber wie die RAF geendet hat, wissen wir schließlich alle.
:roll: ;)

Was meint Ihr?
Nicht revolutionär genug?
Oder doch ein Schritt in die richtige Richtung?
Oder alles Mist und Ihr habt ganz andere Vorstellungen?
Macht mich schlau.

Liebe Grüße, Andreas

Baumeister59

Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragMo 3. Feb 2014, 23:52

Hallo miteinander,
Ich habe spontan, ohne die Argumente zu lesen, mit 3. für eine paritätische Besetzung gestimmt.
Auch nach Kenntnisnahme der bisherigen Diskussion, finde ich das so am besten.
Natürlich sind Experten auch Bürger. Dennoch gibt es die Seite der Konsumenten, welche mit Zwangsabgabe bezahlen und die Seite derer, welche sich professionell mit der Herstellung von Inhalten auseinander setzen, um das mal so allgemein wie möglich auszudrücken. Beide Seiten werden benötigt, um bei der notwendigen Debatte voneinander zu lernen.

Freundliche Grüße
Der Baumeister
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admin

Administrator

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragDi 4. Feb 2014, 01:56

Hallo Baumeister, hallo @ll (oldschool :-)),

mit Erstaunen nehme ich wahr, dass sich das Abstimmungsverhalten nochmal geändert hat und nun eher polar verläuft. Nicht umsonst hatte ich die Abstimmung auf 60d gesetzt, um Euch meine (zugegeben: vage) Vermutung eines interessanten Sachverhaltes darzustellen, was auch sehr oft in Wahlforschungen und Politiktrends auftritt, dass sich nämlich nach der Abstimmung noch mal, und dann intensiver mit der Fragestellung befasst wird. Diese Art von "Antwortreue" (freie eigene Bezeichnung) verschiebt nicht selten die Trends um erhebliche Punkte und so haben heute die Antworter unter (1) stark nachgezogen. In der Mitte sind ein paar Abstimmungen verschwunden, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Das zu beobachten lohnt sich im Verhältnis zu der sich darunter entwickelnden Diskussion.

Danke
red/igr

PS: Übrigends TanjaBee, so "Banane" scheint mir das nicht zu sein, denn das steht da nicht aus Versehen oder weil ich Medienwissenschaftler nicht respektieren würde. Nur in Bezug zum Fragegenstand (ein Mediengremium) war / ist für mich interessant, wie Medienkompetenz in der beruflichen und weniger in der persönlichen Perspektive möglicher Repräsentanten gesehen wird. (Homo sociologicus / http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_sociologicus et.al.) Hätte ich nach der Besetzung des Zahnarztkontrollgremiums gefragt, wären Medienwissenschaftler*innen sicher eher der 'Bürgergruppe' zuzuordnen gewesen. Zur dort , in der Wikipedia, aufgeführten Kritik muss ich sagen, dass sie , so oft auch geäußert, eigentlich nicht zum Tragen kommen kann, weil die Perspektive auf die Rolle als Erwartung zwangsläufig objektiver Natur ist. Die subjektive Perspektive muss, schon aufgrund des - rein quantitativ - objektiven Übergewichts als vernachlässigbar gelten. Dies wäre allerdings dann ein soziologischer Streit und würde hir am Thema vorbei gehen.
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Anti-Lobby ist Pro-Mensch

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragDi 4. Feb 2014, 08:00

admin hat geschrieben:Hätte ich nach der Besetzung des Zahnarztkontrollgremiums gefragt, wären Medienwissenschaftler*innen sicher eher der 'Bürgergruppe' zuzuordnen gewesen.



Selbstverständlich wäre dem so. Denn ein Medienwissenschaftler würde nicht, im eigenen Interesse handeln, wenn er sagt "Alle Zahnärze sind gut". Sagt das aber ein Zahnarzt, weil er vermeiden möchte, in jeder Form alles "richtig" machen zu müssen, so sieht die Sache anders aus. Adaptiert man das wieder zurück, so sind Medienwissenschaftler immer in gewisser Weise involviert. Ferner sind Vertreter des jeweiligen Herstellers eines Inhaltes stets bemüht, dass ihre Investition auch durchkommt. Somit bleibt nur der Schluss, dass ein solches Gremium aus zu 100% unabhängigen Bürgern besteht. Natürlich ist hier ein Zahnarzt auch ein Bürger, weil er in diesem speziellen Fall für seine eigenen Belange nichts bewirken kann und somit nicht voreingenommen, mit dem Ziel des eigenen Vorteils, "in den Ring steigt".

Wählte man eben beschriebene Bürger, so müssten diese lediglich ein generelles Kriterium erfüllen, sie hätten von verschiedenen Schichten zu sein. Da auch dieses wieder die jeweilige Unabhängigkeit untereinander stärkt.

Der Gedanke dahinter ist folgender: Rein in der Theorie gesprochen, die Aufgaben eines Gremiums dieser Art weiteten sich aus, der zu definierende Streitpunkt führt zu einem Kostenanstieg für alle Konsumenten(GEZ oder Sonstiges), an der Stelle an der eine finanziell besser gestellte Familie sagt, die 10 € im Monat sind irrelevant, steht eine andere, die jeden 1 € fünfmal umdreht, weil das Geld sonst nicht reicht.


Ein Ausschuss/Gremium/Rat, was auch immer, kann nur dann funktionieren, wenn ausschließlich Solche in ihm sitzen, die von der eigentlichen Thematik vollständig unabhängig sind und keinen persönlichen Vorteil erzielen können.

Natürlich wünschen wir uns alle, dass es anders sein kann, doch jeder Gedanke an den netten fairen Involvierten, der lediglich sein Fachwissen bereitstellen möchte und sonst nichts, ist absolut naiv. Das hat die Vergangenheit so ausdrücklich bewiesen, wie es in Worte nicht mehr zu fassen ist.


Auch der Ansatz, "es müssen doch beide Interessenseiten vertreten sein" ist meines Erachtens fehl am Platz. Denn damit hätte man ein falsches Ziel vor Augen. Das Ziel sollte es sein, eine Kriteriensammlung aufzustellen, die aus unserem Geld finanziertes Medienmaterial zu erfüllen hat und eben die Einhaltung dieser Kriterien gilt es zu kontrollieren.

Welche Kriterien es ganz zuletzt werden, ist an diesem Punkt noch zweitrangig, eine Sammlung von möglichen Eckpunkten habe ich bereits angefertigt und in meinem anderen Beitrag beschrieben.

Ich möchte es nur nochmal betonen, wenn wir Bürger wirklich etwas erreichen wollen, darf es keine Parteien geben, die sich zu lasten der Allgemeinheit einen Vorteil wünscht und somit für diesen eintreten könnte.

Zur Folge hätte das natürlich, dass es kaum ernstes Fachwissen innerhalb eines Gremiums gäbe, doch genau das ist gut. Denn somit muss schon die Aufstellung des Kontrollkriterien lang diskutiert und recherchiert werden. Ab dann, müssen nur noch diese Eckpunkte abgefragt werden.

Dann käme es überhaupt nicht zu solchen Verbrechen gegen die Demokratie, wie kürzlich bei "Markus Lanz". Da käme dann Kontrollpunkt "Ist das Material politisch neutral?" Antwort des Gremiums "Nein", Abfall.
Das passiert dann auch nur noch 1-2x öfter, dann haben die Medienhersteller verstanden, welche Qualität gefordert wird und wissen woran sie sich zu halten haben. Denn ich will kein Staatsfernsehen, welches einer NS-Zeit im Schafspelz ähnelt.

Laut Berichten wurde damals über die Medien verbreitet, Deutschland wäre angegriffen worden. Als Bürger musst du ja grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass diese Aussagen Lügen sind. Also wirst du ggf. kritisch fragend dennoch glauben "wie schrecklich". Und so banal es klingt, diese Zeit mit in die Gedanken einfließen zu lassen, ist es dennoch unglaublich relevant.

Wir reden uns heute gerne ein, "sowas passiert uns doch nicht, wir sind die aufgeklärte tolle Generation, alle sind wir schlau und lassen uns vom TV nichts mehr vormachen".

Falsch. Gerade wir, die wir glauben man könnte uns sowieso nicht mehr beeinflussen, um das böse Wort "manipulieren" nicht in den Mund zu nehmen, sind leichtere Beute als alles andere. Die Tatsache, dass wir überzeugt sind, nicht manipulierbar zu sein, macht uns zu Drogenopfern, die, über ihre Flugfähigkeit im Klaren, aus dem Fenster springen.

Warum ich so mit dem Wort "manipulieren" umgehe, soll nicht veralbernd sein, sondern auf einen Umstand hinweisen, den einige eventuell beim Lesen schon bemerken: "Schwachsinn, manipulierbar sowas passiert mir doch nicht". Allein der Gedanke daran, dass jemand uns beeinflusst, gegen unseren Willen, ohne das wir das aktiv beeinflussen oder gar fühlen können, erzeugt Angst und ein Gefühl von Schwäche. Darum reagieren wir reflexartig mit einer Notlüge gegen uns selbst, denn damit ist das Problem vermeintlich gelöst...
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Metatrixter

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Re: Schritt für Schritt für Schritt...

BeitragDi 4. Feb 2014, 17:47

AndreasW. hat geschrieben:Geht man jetzt mal von einer gemäßigten "Realo-Option" aus, könnte sich die geplante Vorgehensweise doch eventuell so gestalten:

1. Schritt: Gründung eines Vereines
2. Schritt: Breitflächige Veröffentlichung der Vereinsziele über Internet und selbst geschaltete Zeitungsanzeigen bis hin zur Berichterstattung darüber in Radio, TV und Printmedien
3. Schritt: Dadurch sammeln von Interessierten, die sich an dem Projekt aktiv beteiligen wollen
4. Schritt: Konstituierung eines aktiven mehrköpfigen Publikumrates durch demokratische Wahl
5. Schritt: Herantreten an die verantwortlichen Sender-Leitungen mit dem Angebot bzw. der Forderung, diesen gewählten Publikumrat in die zukünftige Sendergestaltung einbinden zu können
6. Schritt: Bei Ablehnung durch die Sender-Leitungen massive Öffentlichkeitskampagne starten
7. Schritt: Den Rechtsweg in Betracht ziehen



Hallo Andreas,

die von Dir geschilderten Schritte klingen vernünftig und sinnvoll. Was – zumindest jetzt in der Anfangsphase – nach meiner Meinung besonders wichtig ist, ist schnelles Handeln in Bezug auf eine Vereinsgründung und die mediale Informationsstreuung darüber. Wir müssen den starken Rückenwind und die öffentliche Wahrnehmung nutzen. Viel Zeit bleibt sicher nicht, bis das Interesse an diesem Thema wieder abflaut oder Gegenkräfte wirken.

Hochachtungsvoll,

Metatrixter
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IGR

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Re: Schritt für Schritt für Schritt...

BeitragDi 4. Feb 2014, 18:07

Metatrixter hat geschrieben:

Viel Zeit bleibt sicher nicht, bis das Interesse an diesem Thema wieder abflaut oder Gegenkräfte wirken.

Hochachtungsvoll,

Metatrixter


Und die sind leider schon schwer am Wirken.
Parteiengesteuerte, versteht sich . ;(
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Metatrixter

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Re: Schritt für Schritt für Schritt...

BeitragDi 4. Feb 2014, 18:33

IGR hat geschrieben:
Metatrixter hat geschrieben:

Viel Zeit bleibt sicher nicht, bis das Interesse an diesem Thema wieder abflaut oder Gegenkräfte wirken.

Hochachtungsvoll,

Metatrixter


Und die sind leider schon schwer am Wirken.
Parteiengesteuerte, versteht sich . ;(


Gibt es da schon konkrete Hinweise darauf, IGR?
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IGR

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Re: Schritt für Schritt für Schritt...

BeitragDi 4. Feb 2014, 20:42

Metatrixter hat geschrieben:
IGR hat geschrieben:
Metatrixter hat geschrieben:

Viel Zeit bleibt sicher nicht, bis das Interesse an diesem Thema wieder abflaut oder Gegenkräfte wirken.

Hochachtungsvoll,

Metatrixter


Und die sind leider schon schwer am Wirken.
Parteiengesteuerte, versteht sich . ;(


Gibt es da schon konkrete Hinweise darauf, IGR?



Siehe im Beschwerdethread. Ich hab keine Ahnung, was das für Leute sind. Gründen eine geschlossene Facebookgruppe ( offen innerhalb FB) und feuern am laufenden Band Leute , zensieren und was weiß ich.

Merkwürdige Riege ...mh
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Metatrixter

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Re: Schritt für Schritt für Schritt...

BeitragDi 4. Feb 2014, 20:58

IGR hat geschrieben:Merkwürdige Riege ...mh

Hm. Ich bin via irgendeinem Kommentar zufällig in die Facebook-Gruppe geraten. Was ich da las war recht chaotisch und fad. Viel heiße Luft, kein Handeln. Eben das übliche Problem dieser Gruppen dort…

Was ich meinte, gibt es denn anderweitig Gegenwind?

Hochachtungsvoll,

MT

KanarZkun

Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragMi 5. Feb 2014, 00:53

Ich finde wir brauchen als erstes eine funktionierende Aufsicht über die ÖR Anstalten. Die nicht funktionierten Rundfunkräte sollten durch ein Experten Gremium wie der BBC Trust ersetzt werden. Bei der BBC funktioniert die Aufsicht wesentlich besser als bei uns.

Daneben kann es einen Bürgerrat als beratende Institution geben so das auch die Beitragszahler gehört werden und ein Mitspracherecht haben...
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maske

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragMi 5. Feb 2014, 14:34

ja, ich finde es auch sinnvoll zu schauen, was andere länder in dieser richtung so machen.... und auch ja, dass politiker in einem solchen gremium nichts zu suchen haben.... gleichzeitig finde ich es notwendig ein eigenes kontrollgremium durchzusetzen, da die bereits bestehenden rundfunkräte die nötige transparenz nicht vorweisen können und somit nicht den geforderten ansprüchen genügen....
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Josua

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragMi 5. Feb 2014, 20:11

Hallo Ihr Lieben,

da wir alle Bürger sind, sind dies natürlich auch Medienspezialisten, Tanja wies bereits darauf hin. Wie demokratisch ist das eigentlich, wenn man eine Gruppe ausgrenzen würde, oder heißen, die Leute, die das wünschen, alle "Lanz"? 16 Leute haben sich auf FB eingetragen, die ein Interesse einer Mitgliedschaft bekunden. Hier gab es diese Umfrage bisher nicht, ich denke das würde jetzt Sinn machen. Ich würde mir diese Umfrage, oben, mit den "interessierten Mitgliedern" wünschen und alle in diesen Kreis, dazu kommenden Personen, gerne mit Namen kennen. Ich hoffe, ich finde damit hier Gehör.

Herzlichen Dank ;))
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IGR

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Re: Umfrage - Struktur eines Kontrollgremiums

BeitragDo 6. Feb 2014, 01:39

Die Gruppe, Josua, ist ja nicht ausgegrenzt.
Jederzeit können Ihre Mitglieder hier her kommen. Das steht ihnen doch frei.
Nicht zu wollen hat nichts damit zu tun, was möglich wäre.
Dass sie dort nicht mehr informiert werden sollen, dass es dieses Forum gibt, na gut, liegt jetzt nicht an diesem Forum.

Umgekehrt: Die Facebookgruppe, das steht ausser Zweifel, ist nicht öffentlich und daher möchten manche von uns nicht in die Geschlossenheit (zurück). Das verstehe ich.

Viele Grüße
Nächste

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