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Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

Dieses Forum umfasst vorläufig ältere und aktuelle Themen, die sich mit Ideen zur Reformierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten befassen.
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Gast

Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 18:49

Warum die Republik die Mitwirkung eines Publikumsrates bei den öffentlich-rechtlichen Medien braucht

Wer vertritt eigentlich die Interessen der Hartz4-Empfänger, der Musicalfans, der Jazz-und Opernfans, der Vegetarier und Veganer, der Leiharbeiter und der Niedriglöhner (die erneut vom Mindestlohn ausgeschlossen werden sollen) im Apparat der öffentlich-rechtlichen Medien?
Die Parteien, die Kirchen und Gewerkschaften? Die Antwort mag sich jeder selbst geben.
Wer als politisch interessierter Bürger seine Grundlageninformationen in den öffentlich-rechtlichen Medien sucht, wird oft nicht weit kommen. Wer seine Interessen gewahrt wissen will, auch nicht.
Da hilft nur der Weg ins Internet. Warum ist das so? Weil der Bürger zu blöd ist, um die nötigen Impulse in den Medien zu setzen? Oder ist es vielmehr so, dass er keinen Zugang zu dem von ihm subventionierten Apparat hat?
Tatsache ist, dass es in der virtuellen Welt schon lange rumort, wenn es um die Programmgestaltung und Sendeformate der öffentlichen Rundfunkanstalten geht. Dieser Unzufriedenheit sollte Rechnung getragen werden, solange unsere demokratischen Strukturen es noch zulassen.

Gast

Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 19:12

Wir sollten einen Publikumsrat schaffen, der bei der Gestaltung der Sparten und ihrer Inhalte deutliche Akzente setzen kann.
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Troll

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 19:39

Ich denke solch einen Rat sollte es schon allein deshalb geben um etwas mehr Transparenz rüberzubringen.
Mich interessiert schon, wieviel von den GEZ- Gebüren allein für Verwaltung und Pensionen draufgeht.
Mich würde auch erst recht interessieren, was die Produktionskosten von Sendungen sind, die ich garantiert nicht sehen möchte; Im Vergleich zur Sendelizenz für einen Film (zur rechten Zeit) zum Beispiel.
Ich kann mir nicht vorstellen, das letzteres schon "Sparte" sein soll...
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bussard

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 19:51

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/trotz-zwangsabgabe-zdf-will-moderatoren-gehaelter-geheim-halten_aid_997045.html

Ich möchte ein "öffentlich rechtliches" Fernsehen, das diesen Namen auch verdient.

Was wir jetzt haben ist weder öffentlich noch rechtlich. Das zwangsfinanzierte Budget ist zum größten Teil geheim, also nicht öffentlich. Dann haben wir in den Gremien vor allem Parteien sitzen. Wie kann das sein? Aufgabe des staatlichen Fernehens muß es doch sein, objektiv zu berichten. Und wie kann man kritisch über Parteien und Regierung berichten, wenn die in allen Gremien des Fernsehens mit drinsitzen? Eben, das geht nicht. Das ist ein Interessenkonflikt, der schnellstens beseitigt werden muß. Den gleichen Interessenskonflikt haben wir mit der Werbung. Jeder Werbekunde stellt ebenso einen potentiellen Interessenskonflikt dar. Deshalb: Schluss mit Werbung bei ARD und ZDF. Das können die privaten Sender gerne übernehmen. Ich will den Länderrundfunkrat von den Gebührenzahlern wählen lassen und zwar direkt. Dann hört auch die Lügenpropaganda auf, die uns seit Jahrzehnten wie Beruhigungsmittel eingeträufelt wird. Ebenso will ich, dass die Gebührenzahler auch zwischen den Wahlen der Gremien Einfluss auf das Programm nehmen können und zwar interaktiv über das Netz und das ohne Moderator/Zensur. Gemeinsam packen wird das! Auf eine bessere Zukunft.
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Maximilian

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 19:59

Also um zu verblöden sollte das offendlich rechtliche nicht verwendet werden, sondern zum informieren und überwachen der Mächtigen des Landes ,und um hinter den Lügen die wahrheit heraus zu finden und das dann nicht um 24:00 Uhr Senden sondern zu einer guten Sendezeit.
Die großen Zeitungen gehören schon einem einzigen Großkonzern also sind nicht mehr frei. Darum sollte man dafür sorgen das die Offendlichen Sender wieder frei werden und nicht zum verdummen der Bürger von den Parteien mißbraucht werden.
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Max Mustermann

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 20:35

Warum wir ihn brauchen?

Nun, ich denke, das zeigen die - teilweise überaus selbstgefälligen - Reaktionen diverser "Stars" aus Fernsehen und Presse wohl am deutlichsten:

Ottfried Fischer hat geschrieben:Die Leute haben keine Scheu, einem Moderator, der alles andere ist als extremistisch, nein, nur weil einem die Nase nicht passt, per anonymen Knopfdruck, und dadurch von Schuld und Gewissen befreit, die Existenz zu zerstören.

http://www.focus.de/kultur/vermischtes/ ... 83397.html


oder auch

Josef Joffe (Hrsg. Die Zeit) hat geschrieben:In analogen Zeiten hieß es: »Kauft nicht beim Juden!« Heute ist die Verwünschungskultur digital.

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/di ... der-nazis/


bzw.

David Hugendick hat geschrieben:eine Petition gegen eine Person, eine Verbannung gewissermaßen mit demokratischen Mitteln – wobei man kurz daran erinnern sollte, dass Demokratie zunächst eine Staatsform meint und nicht jeden Versuch, für irgendein Anliegen Mehrheiten zusammenzubekommen.

http://www.zeit.de/kultur/2014-01/marku ... e-petition


oder eben die Selbstwahrnehmungsfähigkeiten des - in diesem speziellen Fall - ZDF:

Norbert Himmler (Programmdirektor ZDF) hat geschrieben:Ich habe darüber mit Markus Lanz gesprochen. Das Gespräch mit Sahra Wagenknecht lief nicht optimal. Aber Markus Lanz hat in mehr als 500 Sendungen einen hervorragenden Job gemacht. Dann geht es einmal nicht gut, und das sorgt dann für eine Riesenwelle. Das ist unverhältnismäßig.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/intervi ... 45388.html


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Ganz offensichtlich fehlt ein derartiges Instrument schon viel zu lange...
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Edna

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 22:55

Warum wir einen unabhängigen Publikumsrat brauchen?

Ich will endlich wieder unabhängige und unparteiische Nachrichten im Fernsehen ansehen können!
Ich will mich endlich wieder auch im Fernsehen politisch informieren können, ohne dass alles gleich nach verdeckter CDU-Propaganda riecht. Ich habe es satt, dass die Kritik an der Regierung absichtlich zurückgeschoben wird. Ich habe es ebenfalls satt, dass so viel Verdummungsfernsehen läuft, um die Leute von dem eigentlichen Geschehen abzulenken(?).
Wir brauchen wieder eine offene, politische Debatte in Deutschland.

Seit dem letzten Wahlkampf, indem das Fernsehen - und nebenbei auch die Zeitungen - aktiv das Wahlergebnis durch ihre einseitige Berichterstattung beeinflusst haben, haben sie eine wichtige Grenze überschritten, die sie nicht hätten überschreiten sollen.
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admin

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragFr 31. Jan 2014, 23:00

Hermann

Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 07:01

Liebe Leute,

ein Publikumsrat durchzusetzen, wäre optimal. Ich hoffe, dass es realistisch ist. Eine Alternative wäre es, eine Reform der derzeitigen Rundfunkräte durchzusetzen: Wahl der Rundfunkräte durch die Gebührenzahler, öffentliche Sitzungen (statt derzeitiger nichtöffentlicher Sitzung), Rechte und Pflicht der Kontrolle des Sendeauftrags.

Von den derzeitigen Rundfunkräten haben wir fast nie etwas gehört (warum?). Es sind Räte, die sozusagen schon heute offizielle Vertretung der Zuhörer bzw. Zuschauer bei den Rundfunk- (und TV-) Anstalten sein sollen (beim ZDF: Fernsehrat). Jede Rundfunkanstalt hat einen Rundfunkrat. Was sollte er eigentlich machen? (Zitate aus Wikipedia:)

"Ein Rundfunkrat überwacht die Einhaltung des gesetzlichen Sendeauftrags" (also sollte er doch eigentlich die Einhaltung des Programmauftrages überwachen, bei dem Bildung, Information und Beratung an erster Stelle stehen. Das tut er aber nicht...).

"Zudem soll der Rundfunkrat im Sinne des vom Gesetzgeber erdachten Vielfaltssicherungskonzepts die Offenheit des Zugangs zum Programm der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten für verschiedene gesellschaftlich relevante Gruppen garantierten" (das bedeutet faktisch, dass seine Mitglieder von 'relevanten Gruppen' benannt werden, von den politischen Parteien, den Kirchen und anderen Gruppen, dass sie also nicht gewählt werden).

"Der Rundfunkrat bestimmt jedoch nicht die Programmplanung, diese ist Aufgabe des Intendanten. Der Rundfunkrat berät ihn lediglich im Hinblick auf die Programmgestaltung". (Hier liegt die Betonung auf 'berät', faktisch bedeutet das: er macht - wenn überhaupt - nur Vorschläge).

"Wichtige Aufgaben der Rundfunkräte sind z. B. Wahl und Beratung des Intendanten, Überwachung der Einhaltung der gesetzlich normierten Programmgrundsätze, Wahl von Mitgliedern des Verwaltungsrates und Genehmigung des Haushalts sowie des Jahresbericht". (auch hier steht "Überwachung der Programmgrundsätze" - aber geschieht es?)

Mit anderen Worten: der Rundfunkrat sollte eigentlich dafür sorgen, dass wir kein niveauloses Schrott-TV serviert bekommen. In Wahrheit beschränkt man sich - höchstens - auf vorsichtige Kritik. Weil man Teil der Anstalten ist, meistens sogar nichtöffentlich tagt. Warum wohl? Außerdem gilt folgendes (Zitat aus Wikipedia):

"Die Zusammensetzung von Rundfunkräten ist Gegenstand von Kritik. So liegt der Anteil der Staatsvertreter bei einigen Anstalten bei 50 %; dies wird als beherrschender Einfluss kritisiert.[1] Das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt, dass die Konstruktion dann verfassungswidrig ist, wenn ein beherrschender Einfluss von Staatsvertretern auftritt.[1] Auch sind zwar die Kirchen im Rundfunkrat vertreten, jedoch keine Vertreter von Atheisten und Agnostikern".

Und noch etwas, was vielleicht von Interesse ist: die Anstalten haben sich lange geweigert, Auskünfte gemäß Informationsfreiheitsgesetz zu geben! Aber - nach langem Kampf eines Journalisten - hat sich das inzwischen zumindest für den WDR geändert:
http://mmm.verdi.de/medien-recht/05-201 ... unft-geben

Das zur Information. Übrigens: bei Anfragen (und eventuell damit verbundenen Beschwerden) hilft es, sich auf dieses Gesetz zu berufen! Liebe Grüße!
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neustart

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 09:01

Strenggenommen brauchen wir nicht einen Publikumsrat, sondern einen Beitragszahlerrat. Ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung deckt seinen Informations- und Kulturbedarf über das Internet. Diese Menschen verzichten auf Fernsehen und Radio sind aber dennoch gezwungen seichte Unterhaltung, die unsere Gesellschaft kein Stück weiter bringt, zu finanzieren.

Ein Publikumsrat muss nicht nur Einfluss auf das Programm nehmen sondern auch auf das Budget und die Gebühren, es muss diskutiert werden, dass öffentlich-rechtliche System abzuschaffen oder zumindest auf einen Sender zu reduzieren.

Das wird schmerzhaft und auf extremen Wiederstand stoßen, weil viele Arbeitsplätze daran hängern, aber so kann es nicht weitergehen. Es kann nicht angehen, dass Niedrigverdiener gezwungen werden, jedes Jahr über 200 EUR für nichts auszugeben.
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mbeques

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 11:17

neustart hat geschrieben:Strenggenommen brauchen wir nicht einen Publikumsrat, sondern einen Beitragszahlerrat. Ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung deckt seinen Informations- und Kulturbedarf über das Internet. Diese Menschen verzichten auf Fernsehen und Radio sind aber dennoch gezwungen seichte Unterhaltung, die unsere Gesellschaft kein Stück weiter bringt, zu finanzieren.

Ein Publikumsrat muss nicht nur Einfluss auf das Programm nehmen sondern auch auf das Budget und die Gebühren, es muss diskutiert werden, dass öffentlich-rechtliche System abzuschaffen oder zumindest auf einen Sender zu reduzieren.

Das wird schmerzhaft und auf extremen Wiederstand stoßen, weil viele Arbeitsplätze daran hängern, aber so kann es nicht weitergehen. Es kann nicht angehen, dass Niedrigverdiener gezwungen werden, jedes Jahr über 200 EUR für nichts auszugeben.



Der zu erwartende Widerstand wird sicherlich groß sein, der Ansatz Sender abzuschaffen für viele vielleicht zu radikal (persönlich würde ich nur für ARTE zahlen). Ein Publikumsrat bedeutet neben mehr Bürokratie nicht unbedingt bessere Qualität und birgt auch die Gefahr von Lobbyismus -nun gut- was man jetzt auch schon nicht ausschließen kann. Deswegen schlage ich vor ein Verfahren zu nutzen, welches die Qualität oder die Akzeptanz einzelner Sendungen bewerten läßt und zwar von jedem Zuschauer/Zuhörer. Dazu wären dann noch verbindliche Regeln zu setzen wie mit diesen Bewertungen dann umgegangen wird, welche Konsequenzen daraus abgeleitet werden. Weiterhin ist der Rundfunkbeitrag zu senken, der ist viel zu hoch. Würde mir mit dem Geld lieber ein vernünftiges Buch kaufen. Weiterhin seien die Produktionskosten zu hinterfragen. Wieso muß das öffentlich rechtliche Fernsehen über die Bildqualität von Youtube-Videos hinausgehen, um den Informations und Bildungsauftrag zu erfüllen?
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Max Mustermann

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 11:59

neustart hat geschrieben:Strenggenommen brauchen wir nicht einen Publikumsrat, sondern einen Beitragszahlerrat.

Wie man das Kind nennt, ist mir, ehrlich gesagt, egal. Entscheidend ist aber, dass mehr als nur Beiträge zu diskutieren sind. Für informatives Fernsehen bin ich durchaus auch bereit, MEHR zu bezahlen.

neustart hat geschrieben:Ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung deckt seinen Informations- und Kulturbedarf über das Internet.
Ich erfahre das "Informations-Verhalten des immer größer werdenden Teils der Bevölkerung" in zahllosen Debatten im Internet. Und ich stelle immer wieder fest, dass "Mehr-als-140-Zeichen-lese-ich-nicht" sich immer stärker durchsetzt.

Darüber hinaus ist das "Auswahlverhalten" - auch und gerade kraft der Fülle an Informationen, Mythen, Behauptungen, aber auch Zahlen, Daten und Fakten - äußerst selektiv. Und wenn man dann noch feststellen muss, dass jener "immer größer werdende Teil der Bevölkerung" oft genug nicht einmal die gängigsten Namen der eigenen Bundesregierung kennt, ist "Decken des Informationsbedarfs" wohl weit verfehlt...

neustart hat geschrieben:... es muss diskutiert werden, dass öffentlich-rechtliche System abzuschaffen oder zumindest auf einen Sender zu reduzieren.
Veto! Die Vielfalt aufzubrechen und endgültig im Sumpf der Privaten zu ersticken, ist wohl kaum im Sinne einer Progression.
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Edna

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Auflistung der Forderungen/Anregungen

BeitragSa 1. Feb 2014, 12:07

Ich habe mal versucht, alle genannten Forderungen/Anregungen zusammenzufassen:

Inhaltlich:
- Aufwertung des Fernsehprogramms
- unabhängige und vollständige Berichterstattung

Mitbestimmung:
- Wahl der Rundfunkräte und des Intendanten durch den Beitragszahler
- direkte Mitbestimmung des Beitragszahlers am Fernsehprogramm über das Internet

offene Debatte:
- Kritikfähigkeit und Veränderunswille der Sender
- öffentliche Debatte über die Führung der öffentlich-rechtlichen Sender

Interessenvertretung:
- Interessenvertretung von Beitragszahlern ohne Lobby
- Vermeidung von Interessenkonflikten durch Interessenvertreter in den Rundfunkräten (z.B. durch Politiker)

Transparenz:
- Transparenz über die Ausgaben der Sender (Verwaltungskosten, Löhne, Pensionen, Investitionen in eigene Filmproduktionen sowie Filmlizenzkäufen)
- öffentlich einsehbare Sitzungen der Rundfunkräte, Kontrollgremien etc.

Kontrolle:
- ernsthafte und einschneidende Kontrollen zur Einhaltung des gesetzlichen Sendeauftrags (durch Wahl/Einfluss auf die Kontrollgremien?)

Zusammenfassend kann man sagen: Wir wollen ein unabhängiges Kontrollgremium der Beitragszahler mit direkten Einfluss auf der Fernsehprogramm und die Finanzpolitik der Sender, um das öffentlich-rechtliche Fernsehen nach den Interessen der Bürger umzugestalten.

Was haltet ihr davon?
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Frank_Geppert

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 12:43

Edna:
Das ist eine sehr gute Zusammenfassung. Interessant wäre, die dafür nötigen Instrumente zu diskutieren, wie z.B. Dokumentationen, Erhebungen, Linklisten, Mitschnitte, Umfragen, Abstimmungen, Teilnahme an Sitzungen, Veröffentlichungen von eigenem Material, Pressearbeit, Mitsprache
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petmo11

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 12:48

Moin,

ja Edna, das gefällt mir schon gut. Nur fehlen mir da noch die Kosten, man kann es auch Effektivität nennen. :roll:

Zuerst, es ist unmöglich einen Brei zu kochen, der jeden schmeckt. Wenn die Ö/R das versuchen gebührt ihnen dafür Dank. Mit Grausen blicke ich auf die nächsten Wochen und die Übertragungen aus Sochi, immer schön abwechselnd ARD und ZDF, zwei Teams - das kostet. Ich persönlich würde es ertragen, wenn mich ein Team, das sich aus Mitarbeitern beider Senderanstalten zusammensetzt, informieren würde. Wenn es dann sein muß auch abwechseld auf den beiden Sendern ...

Diese Häufung von Mord und Totschlag zur Zeit, jeden Abend mehrere Leichen und die "Ermittler", die in den Talks so gewichtig auftreten und dabei offensichtlich vergessen, daß sie doch nur Schauspieler sind ...
Nee, das kann so auch nicht weitergehen, das hat doch Auswirkungen auf die Psyche. Oder ist das gar beabsichtigt?

:shock: :shock:
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admin

Administrator

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 13:02

Die neueste Version zur Gründung eines Publikumsrates liegt nun vor und wir "staunen nicht schlecht".
Tatsächlich wollen doch jetzt Lobbyisten einen " auch gebührenfinanzierten Rat" gründen. Geht's noch, noch mehr Gebühren?
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Edna

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Was wollen wir (erreichen)?

BeitragSa 1. Feb 2014, 13:31

Genau, Frang_Geppert, wir müssen nun entscheiden, was wir wollen.

Wollen wir...:
- die Rundfunkräte und Intendanten wählen? (Als direkte Wahl? Dann wäre es ja quasi ein Volksentscheid.)
- die Kontrollgremien wählen?
- einen neuen, unabhängigen und senderübergreifenden Rat einführen (Publikumsrat)? (Aber welche Funktion hat dann noch das Kontrollgremium?)
- direkte Wahlen des Fernsehprogramms über das Internet

meine Einschätzung:
Ich glaube, die letzten beiden Vorschläge bieten das größte Potenzial. Allerdings wird eine direkte Wahl durch die Bürger schwierig. (Volksentscheide wurden ja gerade von der CDU abgewehrt.) Wollen wir uns trotzdem für eine direkte Wahl (also wie eine politische Wahl) einsetzen?
Die Wahl des Fernsehprogrammes über das Internet ist wahrscheinlich die schnellste Lösung mit der man kurzfristig am meisten erreichen kann. Allerdings lässt sie sich auch leicht dadurch beeinflussen, dass die Auswahl an Wahlmöglichkeiten begrenzt wird. Wie kann man dagegen vorgehen?

Thema zielgerichtete Debatte:
Ich möchte nochmal betonen, wie wichtig es ist, dass wir hier eine funktionierende Debatte zum Laufen kriegen. Es kann nicht jeder in seiner Ecke des Forums posten. Wir brauchen ein petitionsfähiges Ergebnis, um wirklich viele Menschen zu mobilisieren.

Informationen einholen:
Dazu müssen sich auch Leute über die Strukturen der öffentlich-rechtlichen Sender informieren (über Wikipedia hinaus). Eigentlich müsste man solche Informationen doch auf Internetseiten vom Bund finden, oder? Man könnte auch diesen Journalisten anschreiben, der das WDR verklagt hat und ihn um Informationen bitten.
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neustart

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 14:24

Max Mustermann hat geschrieben:Veto! Die Vielfalt aufzubrechen und endgültig im Sumpf der Privaten zu ersticken, ist wohl kaum im Sinne einer Progression.

Man kann diese 'Progression' dann aber auf die Spitze treiben, mit öffentlich rechtlichen Zeitungen, Magazinen, Internet, Kino usw. Das kann bloß keiner bezahlen. Was macht die Medien Fernsehen und Radio so besonders, dass es von der Gesellschaft finanziert werden muss? Nichts - das ist historisch gewachsen. Zu Beginn als das Radio erfunden wurde war das zweifellos sinnvoll. Heute finanzieren sich die meisten Sender dagegen selbst (Werbung, Pay-TV) und es fällt schwer einen Qualitätsunterschied zu den ÖR zu erkennen.

Wenn wir das ZDF abschaffen muss das noch nicht mal der Vielfalt schaden. Viele Formate der ÖR sind ja offensichtlich sehr erfolgreich und würden auch im Rahmen privater Sender überleben.
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bussard

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 14:30

Nun ja. Also dann haben wir aber nicht mehr wirklich eine Chance auf Objektivität. Ich meine es gibt in Deutschland nur noch wenige unabhängige Verlage. Bertelsmann ist einer der mächtigsten und der betreibt ebenso erfolgreich seine Propaganda, wie der ÖRR. OK, nicht zwangsfinanziert, aber dennoch.

Also ganz so einfach ist das auch nicht. Klar wenn die Leute es checken würden, dann würde man so eine Propaganda einfach nicht mehr kaufen. Aber die Realität sieht halt anders aus.

Eine werbefinanzierte Objektivität gibt es aber ganz bestimmt nicht, denn zumindest die Werbekunden haben eben mehr zu sagen als jeder Zuschauer.
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neustart

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSa 1. Feb 2014, 14:46

mbeques hat geschrieben:Deswegen schlage ich vor ein Verfahren zu nutzen, welches die Qualität oder die Akzeptanz einzelner Sendungen bewerten läßt und zwar von jedem Zuschauer/Zuhörer.

Das gibt es aber schon längst: Die GFK ermittelt wieviele Zuschauer sich eine Sendung ansehen und ggf. wann sie abschalten und wohin sie schalten. Das wird vom ÖR genau analysiert und das Programm wird danach ausgerichtet. Das erscheint auf dem ersten Blick paradox, denn er ist ja streng-genommen unabhägig von Quoten. Aber letztendlich kann der ÖR nur mit guten Quoten seine Existenz rechtfertigen und den Status Quo aufrechterhalten.

Das Problem ist, dass die Meinungen sehr stark auseinandergehen was gute Qualität ausmacht. Das wird wohl auch innerhalb eines Publikumsrats so sein. Letztendlich wird sich immer eine Mehrheit durchsetzen, was auch OK ist, es ist halt nur für die Minderheit ärgerlich wenn sie es mitfinanzieren muss.
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Dietmar Warschkun

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSo 2. Feb 2014, 01:01

neustart hat geschrieben:
mbeques hat geschrieben:Deswegen schlage ich vor ein Verfahren zu nutzen, welches die Qualität oder die Akzeptanz einzelner Sendungen bewerten läßt und zwar von jedem Zuschauer/Zuhörer.

Das gibt es aber schon längst: Die GFK ermittelt wieviele Zuschauer sich eine Sendung ansehen und ggf. wann sie abschalten und wohin sie schalten. Das wird vom ÖR genau analysiert und das Programm wird danach ausgerichtet. Das erscheint auf dem ersten Blick paradox, denn er ist ja streng-genommen unabhägig von Quoten. Aber letztendlich kann der ÖR nur mit guten Quoten seine Existenz rechtfertigen und den Status Quo aufrechterhalten.

Das Problem ist, dass die Meinungen sehr stark auseinandergehen was gute Qualität ausmacht. Das wird wohl auch innerhalb eines Publikumsrats so sein. Letztendlich wird sich immer eine Mehrheit durchsetzen, was auch OK ist, es ist halt nur für die Minderheit ärgerlich wenn sie es mitfinanzieren muss.


Hey neustart,

Punkt 1: das GfK-Quotometer müsste erstmal genau hinterfragt werden. Auch wenn mir Statistiker schon mehrfach plausibel erklärt haben, dass man mit ziemlich kleinen Stichproben recht verlässliche Berechnungen anstellen kann; bei den TV-Quoten bleibt bei mir eine ziemlich grosse Restskepsis. Besagt es doch nur, welcher Sender eingeschaltet ist, aber noch lange nicht ob der Zuschauer wirklich seinem Namen gerecht wird und schon gar nicht, was er eigentlich von der Sendung hält. Der Schluss: wenn er nicht umschaltet, findet er's gut...naja, bißchen kurz gesprungen. Der leidige Unterschied zwischen zählen und messen.

Punkt 2: Mehrheit-Minderheit. Einer der ÖR-Grosskopferten hat mal diese Haushaltsgebühr in einer Talkshow als "solidarische Demokratieabgabe" oder so ähnlich begründet. Nun, ich finde das könnte man den ÖR auf die Füsse fallen lassen. Ich bin gerne solidarisch, z.B. in den Sozialversicherungen...und da gibt es Sozialwahlen zu Selbstverwaltungsorganen. Ich finde, da könnte man interessante Analogien entwickeln... :idea:
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IGR

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSo 2. Feb 2014, 02:05

"Der ÖRR mit seinen 22 Fernsehkanälen und 67 Rundfunksendern entspricht seit mehreren Jahren nicht mehr den Erfordernissen der heutigen Zeit. Die schwindende Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber dem ÖRR liegt u. a. in der neuartigen Medienvielfalt begründet. Im Zeitalter des Internets kann festgestellt werden, dass ein ÖRR auch mit einem deutlich reduzierten Programmangebot dem Grundversorgungsauftrag nach Bildung und Information gerecht werden kann. Die Expansion der ÖRR-Anstalten ins Internet ist weder erforderlich, noch notwendig, um Meinungspluralität zu wahren, vielmehr behindert es diese. Trotzdem wurde mit der Ratifizierung des 15. RÄStV auf eine Verbreitung der Gebührenzahlerbasis gedrängt. In den Augen der Unterzeichner ist dieses Vorgehen kein geeigneter Lösungsansatz, um den Fortbestand des ÖRR dauerhaft zu gewährleisten. (...)"

Aus: https://www.openpetition.de/petition/on ... funksystem
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JaMiD

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragSo 2. Feb 2014, 18:32

Hallo zusammen,

als Jugendlicher habe ich mich durch RTL-Nachrichten gut informiert gefühlt. Einige Jahr später war ich fand ich mich toll weil ich verstand was der Spiegel und die Tagesthemen berichten. Eine ganze Zeit lang hinterfragte ich diese Medien nicht. Entsprechend fand ich das gut, was dort als gut dargestellt wurde und empörte mich über das, über das man sich empören soll. Aus Interesse an einzelnen Themen informierte ich mich irgendwann auch über alternative Quellen und ich könnte es einfach nicht fassen wie mein Weltbild jahrelang von den Mainstreammedien gezielt manipuliert wurde. Es ist für mich unglaublich wie einseitig berichtet wird. Herr Lanz, aber auch viele seiner Kollegen haben in zahlreichen Sendungen haarsträubende Beispiele für die Parteilichkeit der öffentlich rechtlichen Medien geliefert. Zugegeben auf einem anderem Niveau, aber im Prinzip funktionieren auch die Nachrichtensendungen nicht anders. Hier wird vorgegeben was weiß und was schwarz ist. Welcher Regierungschef ein Hoffnungsträger und welcher ein Despot ist. Die meisten Menschen haben nicht die Zeit sich stundenlang im Internet umfassend zu informieren und so bleibt die Meinungshoheit den großen Medien vorbehalten. Zumindest für die gebührenfinanzierten Sender sollte eine objektive Berichterstattung die alle Seiten gleichberechtigt zu Wort kommen lässt zur Selbstverständlichkeit gehören. Eine Einrichtung die das tatsächlich überwacht ist längst überfällig! Ich würde mich sehr freuen wenn der Publikumsrat hier deutliche Akzente setzen kann.

Viele Grüße
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IGR

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragDi 4. Feb 2014, 03:30

"die gebührenfinanzierten Sender sollte eine objektive Berichterstattung die alle Seiten gleichberechtigt zu Wort kommen lässt zur Selbstverständlichkeit gehören. Eine Einrichtung die das tatsächlich überwacht ist längst überfällig! Ich würde mich sehr freuen wenn der Publikumsrat hier deutliche Akzente setzen kann."


Danke JaMiD

ich bin zwar ein Verfechter der gewünschten Einflussnahme, muss aber auch mir selbst eingestehen, dass das a) weder schnell, noch b) in übergroßem Umfang passiert :/. Es ist der Weg durch die politschen Dschungel, der hier gegangen werden muss.
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Bücherleser

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Re: Warum brauchen wir eine Publikumsrat?

BeitragMi 5. Feb 2014, 15:29

Ich könnte mir als Forderung des Publikumsrates vorstellen,
den Gebührenzahlern die Möglichkeit zu geben, über die Verwendung ihrer Gebühren mitzubestimmen:

z.B.
- nur für bestimmte Sender (in meinem Fall: DLF, SWR2, Arte, Phönix)
- bestimmte Sender NICHT (kein ZDF)
- bestimmte Themen ( Krisendokus, Aufdeckung von Korruption, Länder- und Wissenschaftsinfos)
- bestimmte Themen NICHT (Sport, Krimis, Shows)

Das wäre zwar keine wirtschaftliche Entlastung für mich,
aber die Wut, Medienmüll mitfinanzieren zu müssen, wesentlich geringer,
und die Hoffnung, investigative Reporter für ihre lebensgefährlichen Risiken angemessen honoriert zu wissen,
statt Intendanten in ihren sicheren Sesseln luxuszuversorgen, ein Trost.

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