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Programm eines neuen ÖRR

Dieses Forum umfasst vorläufig ältere und aktuelle Themen, die sich mit Ideen zur Reformierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten befassen.
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Thomas Laas

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Programm eines neuen ÖRR

BeitragSa 1. Feb 2014, 11:27

Liebe Leute,
ich lese in diesem Forum viele Beschwerden über das "niveaulose" Programm des ÖRR. Mir selbst geht es ebenso: ich empfinde das Programm in großen Teilen als eher schlecht. Es stellt sich aber die Frage, was ein niveauvolles Programm eigentlich ist und wie es gestaltet sein müsste. Legt man den Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (12. RStV vom Juni 2009*) zugrunde, ist der
"(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten [...], durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern. Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entsprechen. (2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen."
Bleibt zu fragen, welche Inhalte in welcher Form diesen Auftrag gewährleisten können. Sollen sie das überhaupt, oder muss der Auftrag neu formuliert werden? Muss Unterhaltung (in welcher Form auch immer) ein notwendiger Bestandteil dieses Auftrags sein? Sind sogenannte Polit-Talks wie bspw. die von Anne Will oder Sandra Maischberger noch Unterhaltung oder schon Information und Beratung oder nichts von alledem? Wer soll das festlegen und wie?

*Quelle: http://www.lfk.de/fileadmin/media/recht ... Juni09.pdf
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Frank_Geppert

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSa 1. Feb 2014, 12:53

Das ist schwierig und sollte demokratisch diskutiert werden. Ich persönlich stelle mir ein GEZ-finanziertes Programm so vor, dass es lediglich Nachrichten und Kultur zum Thema hat. Unterhaltung kann der Bürger komplett selbst organisieren durch Filme, Privatsender, Streamingportale oder Kinobesuche.
Aber ich bin sicher, dass es da viele gegensätzliche Meinungen zu meinem recht "extremen" Punkt geben wird.
Aber das ist ein gutes und wichtiges Thema.
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admin

Administrator

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSa 1. Feb 2014, 12:59

Ja, hier muss man ansetzen und weiter verfolgen, ich denke, dass wir solche Diskussionen gliedern sollten. In jedem Falle interessant. Danke ;)
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TanjaBee

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSa 1. Feb 2014, 17:32

Hallo, Thomas,

danke, dass Du diese Fragen anhand eines bestehenden Dokuments aufwirfst.

Bleibt zu fragen, welche Inhalte in welcher Form diesen Auftrag gewährleisten können. Sollen sie das überhaupt, oder muss der Auftrag neu formuliert werden? Muss Unterhaltung (in welcher Form auch immer) ein notwendiger Bestandteil dieses Auftrags sein? Sind sogenannte Polit-Talks wie bspw. die von Anne Will oder Sandra Maischberger noch Unterhaltung oder schon Information und Beratung oder nichts von alledem? Wer soll das festlegen und wie?


Das geht in Richtung eines zu schreibenden Manifestes.

Am schönsten fände ich das per gemeinsamem Niederschreiben.

Gruß,

Tanja
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Dietmar Warschkun

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSa 1. Feb 2014, 23:10

Thomas Laas hat geschrieben:Liebe Leute,
ich lese in diesem Forum viele Beschwerden über das "niveaulose" Programm des ÖRR. Mir selbst geht es ebenso: ich empfinde das Programm in großen Teilen als eher schlecht. Es stellt sich aber die Frage, was ein niveauvolles Programm eigentlich ist und wie es gestaltet sein müsste. Legt man den Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (12. RStV vom Juni 2009*) zugrunde, ist der
"(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten [...], durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern. Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entsprechen. (2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen."


Bleibt zu fragen, welche Inhalte in welcher Form diesen Auftrag gewährleisten können. Sollen sie das überhaupt, oder muss der Auftrag neu formuliert werden? Muss Unterhaltung (in welcher Form auch immer) ein notwendiger Bestandteil dieses Auftrags sein? Sind sogenannte Polit-Talks wie bspw. die von Anne Will oder Sandra Maischberger noch Unterhaltung oder schon Information und Beratung oder nichts von alledem? Wer soll das festlegen und wie?

*Quelle: http://www.lfk.de/fileadmin/media/recht ... Juni09.pdf



Tja, wat is'n Dampfmaschin....äh...is' Unterhaltung bzw. welche Form (Art) von Unterhaltung fällt ggf. unter den öffentlich-rechtlichen Auftrag ?

Ich gebe mal zu bedenken: der Publikumsrat muss idealerweise legitimiert das Publikum vertreten. ~ 40 Mill. Haushalte sind wieviel Individuen ? Auf jeden Fall viele...

Ich bin mir noch unschlüssig, wie man das Pferd aufzäumen kann...aber Rom wurde ja auch nicht...
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nichtfernseher

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSa 1. Feb 2014, 23:33

hallo tanja, MANIFEST ??? Find ich gut! Unbedingt.
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TanjaBee

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSo 2. Feb 2014, 00:46

Hallo, noch einmal.
Wir machen übrigens in der Facebookgruppe Vorschäge zur möglichen zukünftigen Programmgestaltung, d.h. zu gewünschten Inhalten.

Als da wären:

14
Das kritische hinterfragen aller politischer Entscheidungen

12

Zustandekommen und Auswirkungen des ESF (Bankenrettungsfonds)

9

Berichterstattung über die Befugnisse der TROIKA aus EZB, EU-Kommission und IWF

8
Militäreinsätze der Bundeswehr im Ausland (derzeit 10)
14

Freihandelsabkommen zwischen Europa und USA
8

Tipps und Informationen zu Hartz4
6

Politische Berichterstattung aus den europäischen Nachbarländern

5

Geplante Änderung des EEG

4

Politische Berichterstattung aus dem Europäischen Parlament

2

Gesund bleiben durch gesunde Lebensmittel
2

Politisches Gedächtnis
3

Polarisierende, "politisch inkorrekte" Themen
3

Weiterbildung
2

Echte d.h. investigative Talkshows in denen Tacheles verlangt wird
1

Weltwirtschaftliche Zusammenhänge/Armutsflüchtlinge/Konzerne
1

Ehrliche Informationen zum Thema Mütterrente
1

politisches Kabarett zu moderaten Uhrzeiten
1

Gute Familienserien
1

Hochwertige Spielfilme
1

Berichte aus Forschung und Wissenschaft
1

Medien, Medienpolitik
1

Nur mal so als "Stimmungsbild"

Gruß,

Tanja
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Thomas Laas

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSo 2. Feb 2014, 09:02

...ein prima Brainstorming als Diskussionsgrundlage. So können wir uns der inhaltlichen Ausgestaltung des Programms annähern. Ich würde noch hinzufügen wollen:

24/7-Livestream in den Bundestag - um die parlamentarische Praxis verfolgen zu können. Nicht nur zu ausgewählten Themen, wie es jetzt schon der Fall ist. Damit wäre ausgeschlossen, dass "unerwünschte Themen" aus dem Programm genommen würden.

Probleme habe ich mit Angaben wie: niveauvolle Unterhaltung, niveauvolle Spielfilme. Wer bestimmt da, was niveuvoll ist? Ich bin der Meinung, Unterhaltung sollte generell aus demm ÖRR ausgeschlossen werden. Nichts gegen gute Unterhaltung. Aber die Geschmäcker sind hier einfach zu verschieden und entsprechende Sendungen i. d. R. zu teuer, um einen Konsens im Publikum erreichen zu können, der tragfähig wäre für eine verpflichtende Umlagefinanzierung.

p.s.: macht es nicht Sinn, diesen Thread in die Rubrik "Medienkritik/Medienanalyse? zu verschieben?
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bussard

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSo 2. Feb 2014, 09:29

Und meine Bitte wäre: Profisport raus aus dem ÖRR.

Erinnert mich einfach zu sehr an Brot und Spiele.

Und das würde die Kosten ernom drücken, denn Sportübertragungsrechte sind richtig teuer !

Und wer wirklich Sport sehen will, ist bei Pay-TV besser bedient. Aber da müssen auch dann nur die zahlen, die es wirklich sehen wollen.
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Dietmar Warschkun

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSo 2. Feb 2014, 16:26

Thomas Laas hat geschrieben:...ein prima Brainstorming als Diskussionsgrundlage. So können wir uns der inhaltlichen Ausgestaltung des Programms annähern. Ich würde noch hinzufügen wollen:

24/7-Livestream in den Bundestag - um die parlamentarische Praxis verfolgen zu können. Nicht nur zu ausgewählten Themen, wie es jetzt schon der Fall ist. Damit wäre ausgeschlossen, dass "unerwünschte Themen" aus dem Programm genommen würden.

Probleme habe ich mit Angaben wie: niveauvolle Unterhaltung, niveauvolle Spielfilme. Wer bestimmt da, was niveuvoll ist? Ich bin der Meinung, Unterhaltung sollte generell aus demm ÖRR ausgeschlossen werden. Nichts gegen gute Unterhaltung. Aber die Geschmäcker sind hier einfach zu verschieden und entsprechende Sendungen i. d. R. zu teuer, um einen Konsens im Publikum erreichen zu können, der tragfähig wäre für eine verpflichtende Umlagefinanzierung.

p.s.: macht es nicht Sinn, diesen Thread in die Rubrik "Medienkritik/Medienanalyse? zu verschieben?


Hey Thomas !
Gegenfrage: wo hört die (reine) Kultur auf und wo fängt die (reine) Unterhaltung an ?? Ich versuch's mal an historischen Beispielen: Sind "Apocalypse Now", "The Shield", "The Wire" oder etwas banaler "Inglourious Basterds" schon Kultur und/oder noch Unterhaltung ? Musiksendungen (Wagner oder Rieu) ?
Meines Wissen gibt es Urteil des BVerG, in dem "Unterhaltung" dem Versorgungsauftrag der ÖR zugerechnet wird. An geltender Rechtslage sollten wir uns, denke ich, zumindest orientieren.
Eine Richtschnur könnten die Themenabende auf arte sein.

Zum p.s. Zustimmung

Gruss Dietmar
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Dietmar Warschkun

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSo 2. Feb 2014, 16:57

bussard hat geschrieben:Und meine Bitte wäre: Profisport raus aus dem ÖRR.

Erinnert mich einfach zu sehr an Brot und Spiele.

Und das würde die Kosten ernom drücken, denn Sportübertragungsrechte sind richtig teuer !

Und wer wirklich Sport sehen will, ist bei Pay-TV besser bedient. Aber da müssen auch dann nur die zahlen, die es wirklich sehen wollen.


Im Grunde genommen Zustimmung, vor allen Dingen wg. der Ausmaße die das angenommen hat.

Aber dann erzähl mal dem Geringverdiener oder dem Rentner mit notwendigem Nebenjob, dass er, wenn er z.B. CHL sehen will, zusätzlich zur Haushaltsabgabe (da kommt er ja nicht drumherum) noch sky löhnen soll. Vor allen Dingen: wovon ?

Wir haben drei Säulen TV-"Versorgung": ÖR, private free TV und pay-TV (na gut, I-Net...aber mit unseren Datenfeldwegen nur bedingt ein Spass). Spocht (insbesondere Fußball) kriegst Du nur aus den ÖR (jedenfalls ohne von Millionen geteert und gefedert zu werden) raus, wenn die Verlagerung zum private free TV gelingt. pay-TV ist da keine Alternative.

Ps: Vorschlag - bis jetzt gibt's überwiegend Vorschläge, was alles nicht in den ÖR soll. Wie wär's mit der Aufstellung einer Positivliste (meinetwegen beispielhaft an konkret existierenden Sendungen, meinetwegen können wir uns auch 'ne handelsübliche TV-Zeitschrift vornehmen. Dann "spricht" sich auch viel einfacher mit den Leuten (ÖRler und zahlendem Publikum).

Gruss Dietmar
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Thomas Laas

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragSo 2. Feb 2014, 20:26

Dietmar Warschkun hat geschrieben:Gegenfrage: wo hört die (reine) Kultur auf und wo fängt die (reine) Unterhaltung an ??
Ja, genau, Dietmar DAS ist ja eben die Frage. Im Übrigen braucht es kein Urteil des BVerG. Unterhaltung wurde durch den Rundfunkstaatsvertrag als zugehörig zum Aufgabenbereich des ÖRR definiert. Ob das so bleiben muss, wäre die nächste Frage. Aber es wird schwierig sein, diese Frage prinzipiell zu entscheiden. Im aktuell gültigen System entscheidet der Intendant eines ÖRR-Senders über die Inhalte - und das von Fall zu Fall. Bei diesen Entscheidungen wollen wir als Geldgeber der ganzen Angelegenheit Mitspracherecht. Aber wie kann das praktisch umgesetzt werden?
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bussard

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragMo 3. Feb 2014, 19:13

Wenn wir hier wirklich Demokratie in den ÖRR bringen, dann erübrigt sich die Frage nach dem Programm des ÖRR ohnehin. Dann werden die Millionen Gebührenzahler sicher nicht uns 100 fragen, welches Programm wir denen bieten wollen.

Ich würde dann gegen Profisport votieren, wenn man mich fragen würde. Mehr nicht. Wir können hier nicht unser Lieblingsfernsehprogramm zusammentstellen. Das müssen wir dann schon der Mehrheit überlassen. Das ist nunmal Demokratie.

Bei dem Punkt Sport ist es ja nun aber so, daß die Fernsehrechte dafür ja dann komplett von den Gebühren reduziert würden und damit der PAY-TV finanzierbar wäre. Die Frage muß dann auch so gestellt werden. Willst Du Zwangsgebühren für Sport zahlen oder lieber nicht?

Gruß

Bussard
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Thomas Laas

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragDi 4. Feb 2014, 13:42

bussard hat geschrieben:Wir können hier nicht unser Lieblingsfernsehprogramm zusammentstellen.
Da hast Du natürlich Recht, aber darum soll es hier auch nicht gehen. Vielmehr müssen wir uns grundsätzlich Gedanken darüber machen welche Programmsparten angeboten werden sollen. Also bspw. so: Bei verpflichtender Umlagefinanzierung werden ausschließlich Nachrichten, Nachrichtenwesen und politische Information angeboten. Denn bei Sport und Unterhaltung sind die Geschmäcker zu verschieden. Die o. g. Punkte muss jeder mittragen, ob er will oder nicht, weil ein Gemeinwesen zumindest die Möglichkeit einer unabhängigen politischen und nachrichtlichen Information gewährleisten muss - auch wenn es nicht Wenige geben mag, die darauf gerne verzichten wollen. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, Bussard, Du hast es schon angedeutet: Soll Sport und Unterhaltung im Programm enthalten sein, darf es keine verpflichtende Umlagefinanzierung geben.
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Maren

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Aktuelle Programmanalyse

BeitragFr 12. Sep 2014, 14:37

Laut einer neuen Studie von Benjamin Buchwald und Alexander Fink kommen ARD und ZDF dem Programmauftrag nicht nach. Interessantes Lehrstück: http://www.novo-argumente.com/magazin.p ... _und_tiere
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Bücherleser

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Re: Programm eines neuen ÖRR

BeitragFr 29. Mai 2015, 11:58

Laut Wikipedia sind die Kosten für Sportübertragungsrechte ein wesentlicher Faktor für die Höhe der Rundfunkzwangsgebühr:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sport%C3% ... ungsrechte

Angesichts des aktuellen FIFA-Skandals wäre nochmals zu prüfen, wie der ÖRR dazu beiträgt, die Zwangsgebühren der Bürger in ein hochkorruptes System einzuspeisen.
Und auf welchen Wegen sich daran etwas ändern ließe.

Dazu ein paar Fragen:

- Konkurrieren ÖRR-Sender bei den Rechteauktionen gegeneinander?
- Oder bieten sie gemeinsam?
- Welche Zuschläge zu anstehenden Wettbewerben sind bereits erfolgt und zu welchen Kosten?
- Welche Auktionen stehen noch bevor?
- Falls ÖRR-Sender bei bevorstehenden Aktionen gegeneinander bieten wollen - gibt es irgendeine Handhabe, sie zur Kooperation zu bringen?
- Wie könnte man sie dazu bringen, die Kollaboration mit einer so offensichtlich hochkorrupten Organisation wie der FIFA einstweilen auf Eis zu legen?
- Gibt es eine Aufsichtsbehörde, die den Rundfunkanstalten ein Maximalgebot bei der Ersteigerung von Sportübertragungsrechten auferlegen könnte?
- Ist das Monopol der FIFA auf Ausrichtung von Fußballweltmeisterschaften und deren Vermarktung nicht ein Fall für das Kartellamt oder internationale Wettbewerbsinstitutionen?

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