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Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

In diesem Forum werden vermutete und/oder nachgewiesene Falschmeldungen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten thematisiert und dokumentiert. Sollten sich Meldungen im Nachhinein als korrekt herausstellen, wird dies natürlich transparent berichtigt.
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Maren

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Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragMo 28. Sep 2015, 10:52

In schöner Regelmäßigkeit beklagen sich deutsche Medien darüber, dass ihnen die Glaubwürdigkeit abgesprochen wird.
Als besonders dreist werden daher falsche Medienberichte von Leuten empfunden, die entweder selbst betroffen oder selbst an einem Ereignis beteiligt waren und dann Fakten und tatsächlichen Hergang mit der entsprechenden Mediendarstellung vergleichen können. Man fragt sich dann völlig konsterniert: Aus welchem Grund lügen diese Leute? Und warum streiten sie zu allem Überflüss noch ab, dass sie lügen, wenn man sie mit der Lüge konfrontiert?

Die Aktion #StoppRamstein wurde, warum auch immer, von den meisten deutschen Medien verschwiegen.

Lediglich der SWR berichtet, allerdings wurde die Teilnehmerzahl mit Verweis auf angebliche Polizeiangaben auf absurde Weise nach unten korrigiert.

Wir haben die entsprechende Polizeistelle angefragt und sind gespannt auf die Antwort.
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Maren

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Re: Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragMo 28. Sep 2015, 14:17

Das ging ja schnell. Der Name des freundlichen Beamten ist uns bekannt.

Sehr geehrte Frau Müller!

Ich war Polizeiführer anlässlich des Demonstrationseinsatzes am 26.09.2015 in Ramstein-Miesenbach.
Ich teile Ihnen mit, dass das Polizeipräsidium Westpfalz zu dem Ereignis keine Pressemitteilung erstellt hat.
Was die Anzahl der Versammlungsteilnehmer betrifft, wurden von uns ziemlich exakt 900 Menschen gezählt.
Zur Anzahl der Demonstrationsteilnehmer erhielten wir lediglich eine Anfrage (telefonisch) von Frau Gilcher
von der Tageszeitung "Die Rheinpfalz". Ihr gegenüber wurde die Zahl 900 genannt.

Andere Zahlen wurden von uns nicht kommuniziert.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag
XXXXXX
Vertreter Leitung PI Landstuhl
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Ben Nevis

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Re: Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragMo 28. Sep 2015, 14:45

Der Bericht des SWR ist so offensichtlich falsch, dass man es als böswillig bezeichnen muß und dem zur Folge eine Gegendarstellung fordern sollte.
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Maren

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Re: Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragMo 28. Sep 2015, 14:49

Ben Nevis hat geschrieben:Der Bericht des SWR ist so offensichtlich falsch, dass man es als böswillig bezeichnen muß und dem zur Folge eine Gegendarstellung fordern sollte.


Ich bin gerade dabei zu recherchieren, wieviel Leute am Samstag um 12:25 Uhr (Stand PM SWR) auf der Strecke waren.
Ansonsten: Genau!
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Maren

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Re: Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragMi 30. Sep 2015, 13:23

Inzwischen gibt es eine entsprechende Beschwerde und auch eine "Korrektur" des Falschberichtes. Er ist zwar noch immer falsch, aber man nähert sich wohl langsam der tatsächlichen Teilnehmerzahl.


Pressemitteilung der Organisatoren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir machen weiter, wir kommen wieder!“, das war sicher die einheitliche Stimmung aller, die an diesem beeindruckenden Wochenende dabei waren. Es war ein auch emotional mitnehmendes, Mut machendes, Kraft schöpfendes, wenn auch arbeitsintensives Wochenende in Ramstein.

1500 Menschen auf der Demonstration und Kundgebung, viele sagen sogar 2000. Das größte, was es an Protesten gegen die Air Base in den letzten Jahrzehnten in Ramstein gegeben hat. Außerdem eine öffentliche Veranstaltung mit 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (auch das ohne Vergleich für eine Friedensveranstaltung in der Stadt Kaiserslautern) und ein Friedenscamp mit bis zu 100 Menschen. Zahlen und Fakten, die wir alle vor einer Woche nicht erwartet haben. Es war das beeindruckende Werk von vielen, an vielen Orten und in vielfältigen sozialen Strukturen.

Bei aller Begeisterung: Es war der erst Auftakt für eine langfristige Kampagne der Delegitimierung der Kriegseinsatzbasis Ramstein. Es war ein hoffnungsvoller Beginn, dem viele Aktivitäten, zähe Tag-zu-Tag-Aktionen, viel lokale dezentrale Arbeit, neue Ideen und Gestaltungen, aber auch eine Weiterentwicklung des Bündnisses und der organisatorischen Kapazitäten folgen müssen. Es bleibt eine langfristige Herausforderung. Was wir jetzt brauchen, ist eine solidarisch-kritische Diskussion. Diese hat am Samstagabend im Camp begonnen, bedarf aber einer intensiven Weiterführung.

Doch zuerst bleibt auch Dank zu sagen, an alle, die mitgemacht haben. Sie haben/Du hast den Stein in Bewegung gesetzt und mitgeholfen, eine (wenn auch noch angesichts der gigantischen Herausforderung kleine) Bewegung zu entwickeln. Dass dieses nicht unproblematisch – ja teilweise kontrovers – war, sei nur kurz hinzugefügt. Wir können nur alle KritikerInnen bitten, so unvoreingenommen wie möglich, die Bilder und die Aussagen der Demonstration und der Kundgebung zu betrachten. Wir wollen noch mehr MitstreiterInnen gewinnen.

Einige Eindrücke in Bildern und Worten sollen die folgenden Links vermitteln:

Videos von den Reden:

- Alexander Ulrich
- Roland Blach
- Tanja Thede
- Markus Kompa
- Roland Vogt
- Elsa Rassbach
- Albrecht Müller
- Alexander Neu

Weitere Impressionen von der Demo und der öffentlichen Veranstaltung:

- Fotos
- Prinz Chaos II
- Videobotschaft von Medea Benjamin und Ann Wright

Beispiele aus den Medien:

- Neues Deutschland
- Die Welt

Vieles weitere finden Sie/findet Ihr auf der Webseite und auf unserer Facebook-Seite

Auch die Medien haben uns nicht ganz ignorieren können. Die vom SWR gesehenen 100 Teilnehmer, war der peinlichste Ausrutscher. Die Fakten und Argumente für unser Anliegen wurden bis auf wenige positive Ausnahmen (z.B. das ND und die Rheinpfalz) weitestgehend bei einer formalen Berichterstattung kaum erwähnt. Qualitätsjournalismus sieht anders aus. Dank an die vielen unabhängigen, selbstorganisierten Alternativmedien. Im Netz finden sich viele Beispiele einer interessanten Berichterstattung.

Über vieles müssen wir reden und diskutieren, vieles bedarf der Weiterentwicklung. Die Aktionsberatung nach der Demonstration im Camp hat aber eindeutig ergeben: Wir wollen dezentral weitermachen, neue MitstreiterInnen gewinnen, neue gesellschaftliche Kreise einbeziehen und wir kommen wieder im Frühsommer 2016. Dass es weiter geht, wurde nicht in Frage gestellt. Erörtert wurde wie, wann und welche Aktionen gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden sollen. Wir hoffen sehr, dass auch Sie sich/Du dich an dieser Diskussion beteiligen/beteiligst. Hierfür wird demnächst eine Ideenbörse auf der Webseite eingerichtet.

Finanziell haben wir es dank vieler Kleinspenden wohl gerade geschafft, die dringendst notwendigen Ausgaben ohne ein größeres Minus zu bewältigen. Für die Fortsetzung unserer Aktivitäten würden wir uns umso mehr über jede (auch noch so kleine) Spende freuen.

Wir sehen uns hoffentlich 2016 wieder oder auch das erste Mal in Ramstein.


Mit friedlichen Grüßen

Reiner Braun
Pascal Luig
Pedram Shahyar
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Maren

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Re: Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragSo 18. Okt 2015, 12:10

Folgende Nachricht erreichte uns bezüglich der Antwort vom SWR über unsere Facebookseite:

Ich habe folgendes Schreiben an Fr. Dr. Schelberg simone.schelberg@swr.de verfasst... und würde mich freuen wenn sich der ein oder andere auch dazu entschliessen könnte

Sehr geehrte Fr. Dr. Schelberg,

in Ihrer Stellungnahme gegenüber Fr. Müller wiederholen Sie unwahre, bereits von Ihrem Sender verbreitete unwahre Angaben. Allein diese nochmals zu wiederholen, machen die Behauptungen nicht wahrer.

Ich war als einer dieser "100" ab 11h40 vor Ort und kann Ihnen bestätigen (ggf. auch eidlich), daß es um 12h35 ein mehrfaches als die von Ihrem Sender lancierten 100 Personen waren. Sie dürfen an dieser Stelle von 500 bis 600 Personen ausgehen. Mir als GEZ-zahlendem Bürger missfällt Ihre tendenziöse Berichterstattung. Bis dato konnte ich die Skepsis der Kritiker gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sendern nicht nachvollziehen, seit diesem Tage sehe auch ich Ihren und andere öffentlich-rechtliche Sender kritisch.

Ich kenne die Quellen Ihrer Information nicht und ich gehe davon aus, daß Sie nicht vor Ort waren, empfehle aber, auch im Sinne einer objektiven Berichterstattung, die Angaben Ihrer Informanten entsprechend Ihrer Sorgfaltspflicht zu prüfen.

Mit freundlichem Gruß

Vorname Name
Strasse
PLZ Wohnort


Falls also noch jemand vor Ort war, könnte er/sie sich dieser Aktion anschließen. Wir haben auch zahlreiche Bilder von der Aktion, die beweisen, dass wesentlich mehr Leute vor Ort waren, als vom SWR behauptet. Es ist ein Unding, mit welcher Vehemenz diese Leute selbst dann noch an Falschaussagen festhalten, wenn diese eindeutig widerlegt wurden.
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Maren

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Re: Falschbericht des SWR zur Aktion Stoppt Ramstein

BeitragDi 20. Okt 2015, 11:27

Unser Leser erhielt diese Antwort vom SWR:


In Ihrer Mail vom 17. Oktober beziehen Sie sich auf unsere Berichterstattung zu einer Demo vor der US-Air-Base
in Ramstein am 26. September 2015. Außerdem benennen Sie mein Schreiben vom 28. September 2015 an Frau Maren Müller, Vorsitzende eines Vereins mit dem Namen "Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.".

Sie werfen in Ihrer Mail dem SWR tendenziöse Berichterstattung vor, ohne diese Behauptung zu belegen.
Weiter behaupten Sie, den Brief an Frau Müller zu kennen, nicht aber zu wissen, welche Quellen unserer Berichterstattung zugrunde lagen.

(Zitat aus Ihrer Mail: "Ich kenne die Quellen Ihrer Information nicht...") Das erscheint mir mindestens unlogisch, da ich in meinem Brief an Frau Müller unsere Quellen doch darlege. Ihnen aber gerne hier noch einmal abschließend zur Kenntnis: Wir bezogen uns auf eine offizielle Auskunft der zuständigen Polizeiinspektion (Landstuhl) - eingeholt im Vorfeld unserer Regionalnachrichten-Ausgabe um 12 Uhr 30.

Die Behauptung tendenziöser Berichterstattung ist ein sehr schwerwiegender Vorwurf, den Sie nicht belegen können und daher bitte nicht wiederholen.

Für den Fall, dass Sie Programmgrundsätze verletzt sehen, steht Ihnen der Weg der Programmbeschwerde offen.

Mit freundlichen Grüßen,

Simone Schelberg

Dr. Simone Schelberg
Landessenderdirektorin RP
Südwestrundfunk
Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz

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