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Faktenzoom

Politmagazine - das einstige Tafelsilber der öffentlich-rechtlichen Anstalten - verkommen nach Ansicht von Medienexperten zusehends zu Verbrauchermagazinen und erreichen nach einer Studie zum Thesenjournalismus bei sämtlichen Leistungskriterien kaum mehr als 30 Prozent Zustimmung. Was ist passiert und wie lässt sich der Bedeutungsverlust aufhalten?
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Maren

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Faktenzoom

Beitrag15. Juni 2016, 07:54

Sieben Politiker, vier Talksendungen, hunderte dokumentierte Aussagen. Das ist Faktenzoom, ein crossmediales Projekt der Kölner Journalistenschule. Die Frage lautete: Halten sich Politiker in Talkshows an die Fakten? Das Ergebnis nach vielen Wochen Recherche ist ernüchternd. Bei manchem Parteivertreter war annähernd ein Viertel der Aussagen, die wir überprüfen konnten, falsch oder überwiegend falsch.


Edit: Inzwischen wurde festgestellt, dass dieses Projekt erhebliche Mängel aufweist. Vielleicht sollten die Nachwuchs-Meinungsbildner nochmal in sich gehen und den Faktencheck machen?
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Maren

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Re: Faktenzoom

Beitrag15. Juni 2016, 16:19

Der Wirtschaftjournalist Norbert Häring hat mal die Nachwuchsrecherche punktuell nachrecherchiert und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:

Die Schüler der Kölner Journalistenschule haben in die Aussagen von Politikern in Talkshows überprüft und angeblich einen sehr hohen Anteil von Falschaussagen festgestellt. In den sozialen Medien war das ein heißes Thema. Wenn diese Mischung aus Selbstgefälligkeit und Obrigkeitshörigkeit den Standard journalistischer Recherche der Zukunft darstellt, dann wird sich der Ruf der Presse nicht bessern.
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Maren

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Re: Faktenzoom

Beitrag16. Juni 2016, 23:03

Eine weitere Reklamation, nun vom Berliner Rechtsanwalt und Steuerberater Ansgar Neuhof:
Die Mängel der Studie sind eklatant und leicht feststellbar. Das hätte eigentlich schon den Volontären selbst auffallen müssen. Aber auch die Ausbilder der Volontäre und die offenbar nur auf eine markante Schlagzeile gierenden Redakteure der „Welt“ waren nicht in der Lage, selbst offensichtliche Unzulänglichkeiten zu bemerken. Diese Studie hätte nie veröffentlicht und weiter verbreitet werden dürfen – es sei denn als Beispiel für schlechten Journalismus

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