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ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

Alles zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten von GEZ bis Haushaltsabgabe
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Ben Nevis

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ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragSo 30. Aug 2015, 04:38

Anpassung des Rundfunkbeitrags: ARD braucht 400 Millionen Euro pro Jahr mehr - Tagesschau.de
Alle zwei Jahre müssen die öffentlich-rechtlichen Sender ihren Finanzbedarf erklären. Ein unabhängiges Gremium errechnet dann, ob der Rundfunkbeitrag verändert werden soll. Heute hat die ARD ihre Zahlen für die kommenden Jahre vorgelegt.

Dazu muss man sich eine Meinung bilden oder aber schon haben.

Florian Rötzer hat schon eine und gibt seinen Kommentar bei Telepolis ab:
"ARD braucht ab 2017 400 Millionen Euro mehr pro Jahr"
Die ARD braucht, so liest man in einer "Nachricht" bei tagesschau.de, jährlich 400 Millionen Euro mehr. Auf 2400 Seiten stehe "detailliert", so heißt dies, warum man eine Erhöhung um 2,2 Prozent benötigt. Angeführt werden steigende Löhne und Gehälter und technische Umstellungen wie digitales Radio oder DVBT-2, was kurzfristig mehr koste, aber langfristig einspare.

Meiner wird wohl noch ....
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Maren

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Re: ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragSo 30. Aug 2015, 11:57

Rötzer war aber auch schon mal deutlicher. Was für ein weichgespülter Kommentar!

Imho war die Senkung des Rundfunkbeitrages um 48 cent eine einzige Farce und legt auch ein beredtes Zeugnis darüber ab, wie bei der KEF geprüft wird. Die Verlautbarung Marmors, dass der zusätzliche Bedarf unter anderem dazu benötigt werde "die Programmqualität zu halten" ruft Besorgnis hervor. Zum einem darüber, dass offenbar innerhalb der ARD-Familie davon ausgegangen wird, dass die Qualität der Programme optimal sei und zum anderen das Publikum darauf vorbereitet wird, dass eine Verbesserung weder angestrebt noch im Bereich des Möglichen liegt. Eine Horrorvorstellung, angesichts der unzähligen Wiederholungen, Tierparksendungen, banalen Filmproduktionen, tendenziösen Nachrichten und der zunehmenden "RTLisierung" der Formate. Was die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit in den Verwaltungen der Sender anbelangt, so gäbe es eine Fülle von Sofortmaßnahmen, die Millionen einbrächten, ohne in der Konsequenz den Kernauftrag öffentlich-rechtlicher Sender anzutasten.
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Bücherleser

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Re: ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragSo 30. Aug 2015, 15:01

Das ist eine Kriegserklärung an alle solche Bürger wie mich, die sich schon zähneknirschend mit dem Haushaltsbeitrag abgefunden hatten -
weil wir weder eine (noch stärkere) Berlusconisierung der Medien wollen noch eine Neuauflage der GEZ-Geräte-Stasi-Schnüffler.

Aber spätestens jetzt ist ganz offensichtlich, daß unsere Politiker uns Bürger damit einer prinzipiell unersättlichen Medien-Mafia ausgeliefert haben mit der Lizenz zur unbegrenzten Ausplünderung -
ohne jegliche wirksame Kontrolle auf angemessene grundgesetzkonforme Gegenleistung und Machtmißbrauch!

Was können wir Bürger tun, um diese wirksame Kontrolle durchzusetzen?
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Maren

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Re: ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragMo 31. Aug 2015, 09:03

Bücherleser hat geschrieben:Was können wir Bürger tun, um diese wirksame Kontrolle durchzusetzen?


Aktionen wie die von Norbert Häring oder Olaf Kretschmann, die Arbeit medienkritischer Blogs und Journalisten, aber auch unsere Aktivitätensind Stachel im Fleisch der Anstalten. Ziviler Ungehorsam und nicht nachlassende Kritik angesichts der Aushöhlung von Inhalten und des gesetzlichen Auftrages sind die Waffen der Bürger, die sich durch bessere Organisation und Vernetzung noch schärfen ließen. Leider ist der deutsche Bürger Meister der Resignation, dessen Lieblingssatz "Was kann ein Einzelner schon ausrichten." es verdient hätte, als Schlaflied vertont zu werden.

Das sagen die Anderen:

Die Reserven sind aufgebraucht

ARD und ZDF brauchen Milliardenreserve aus Rundfunkbeitrag

Der Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro ist in akuter Gefahr - die ARD will über eine Milliarde Euro zusätzlich ausgeben. Auch das ZDF will mehr Geld.

Öffentlich-Rechtliche brauchen mehr Geld

ARD und ZDF: Brauchen die Milliardenreserve aus dem Rundfunkbeitrag

Das Erste auf Egokurs: Geldgier oder Realitätsverlust? Trotz satter Mehreinnahmen durch die neue Haushaltsabgabe verlangt die ARD mehr Geld. So verspielt man sein Ansehen vollends.

ARD: Unter anderem entstehe der Bedarf durch allgemeine Preissteigerungen, für die Weiterentwicklung von DAB+ und DVB-T2 sowie für die Digitalisierung der Archive.

Auf 2400 Seiten stehe "detailliert", so heißt dies, warum man eine Erhöhung um 2,2 Prozent benötigt.

ARD, ZDF und Deutschlandradio haben bei der zuständigen Kommission ihren Finanzbedarf für die Jahre 2017 bis 2020 angemeldet. Die ARD geht für den Zeitraum von einem ungedeckten Finanzbedarf von rund 99 Millionen Euro aus, beim Deutschlandradio sind es gut 46 Millionen Euro, wie die Sender am Freitag mitteilten. Epd, nicht online

Dem ZDF reichen die Mehreinnahmen bis 2020 aus, um den zusätzlichen Bedarf von plus 2,2 Prozent abzudecken. Deutschlandradio braucht mehr: für die Umstellung der Verbreitungstechnik auf DAB plus. Die ARD braucht auch 2,2 Prozent mehr, benötigt dafür alle Mehreinnahmen sowie zusätzlich 99 Millionen Euro im Jahr

ARD, ZDF und Deutschlandradio rechnen wegen der Umstellung auf das neue Beitragssystem für den Zeitraum von 2013 bis 2016 mit insgesamt 1,59 Milliarden Euro Mehreinnahmen.

Was die Gebührenkommission Kef aus diesen Anmeldungen des Finanzbedarfs macht, steht allerdings noch dahin. Ihr nächster Bericht wird für das Frühjahr 2016 erwartet.
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Ben Nevis

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Re: ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragMo 31. Aug 2015, 15:42

... und mit Adam Riese hat die ARD auch nie was zu tun gehabt!
Das Zahlenwerk der ARD ist gut 2400 Seiten dick. Detailliert steht dort, wie viel Geld der Senderverbund in den kommenden vier Jahren aus seiner Sicht benötigt. Und das sind knapp 400 Millionen Euro mehr pro Jahr als jetzt - das entspricht rund 2,2 Prozent.

Bei 400 Mill. Euro Mehrbedarf und 2,2% Steigerung hätte die ARD ein Gesamtbudget von ca. 18,2 Mrd Euro??

Kontrolle mit Adam Riese und den Fakten:

ARD Gesamtbudget 6,3 Mrd Euro plus 400 Mill. Mehrbedarf ergibt 6,349% Steigerung!!

Irgendwo auf den 2400 Seiten scheint die Steigerung, die mathematisch 3-mal so hoch ist wie angegeben, wohl etwas daneben gegangen zu sein.
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Ben Nevis

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ZDF - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragDi 1. Sep 2015, 00:10

Auch das ZDF will an die Reserven ran und meldet 383 Mio. Euro Mehrbedarf - Meedia
Neben der Milliarden-Forderung der ARD hat auch das ZDF seinen Finanzbedarf an die Finanzkommission KEF übermittelt. Das Zweite will demnach rund 383 Millionen Euro zusätzlich für 2017 bis 2020.

Wer hätte das Gedacht?
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Ben Nevis

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Re: ARD - Erhöhung des Rundfunkbeitrags

BeitragDi 1. Sep 2015, 00:50

Was steht auf den 2400 Seiten?
Das hätte der mündige Bürger, um dessen Geld es geht, doch gerne gewußt.


... hier sollte man die Möglichkeit ergreifen und eine befreiende Anfrage bei "Frag den Staat" stellen.

Schließlich geht es um das Geld aller Bürger und die Bürger sollten wissen wie und in welcher Weise über ihre Geldmittel entschieden wird. Die Entscheidungsfindung über den Inhalt ihrer Geldbörsen sollte zumindest für die Belasteten / Erleichterten ein wenig transparenter ablaufen.

Wenn ich darüber nachdenke haben in der letzten Zeit viele Informationen seitens der Sender besagt: Wir müssen Sparen! Das ist durchaus glaubhaft und sicher auch erfolgreich. Schließlich wird das liebe Publikum via App, Facebook und Twitter kräftig an der Produktion von Inhalten beteiligt.
Demnach müßte eigentlich alles weniger kosten und die Gebüren sinken.

Daher ist dieser Mehrbedarf, nicht nur ein Rechenproblem (s.o.), sondern nach einer gerade erfolgten Gebürensenkung, auch eine große Überraschung und trotz der sorgfältigen Begründung (Annahme, was sollte sonst auf 2400 Seiten stehen) für den einen oder anderen etwas mehr als suspekt.
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Maren

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Zur Senkung des Rundfunkbeitrags

BeitragDo 11. Feb 2016, 11:42

Länder beim Thema Rundfunkbeitrag uneins

Für eine Senkung sind: Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen
Gegen eine Senkung sind: Sachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
Noch keine Position haben: Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Schleswig-Holstein oder Thüringen
Landtagswahlen in 2016 haben: Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin

Zur Klarstellung zum gestern beschriebenen Zusammenhang der Senkung des Rundfunkbeitrags und Landtagswahl („Zuletzt war es umgekehrt: Da stand Sachsen vor Landtagswahlen, Sachsen-Anhalt hatte sie gerade hinter sich."): Bei der zuletzt (2014) von der KEF vorgeschlagenen Senkung des Rundfunkbeitrags forderte Sachsen als erstes Land schon vor Bekanntgabe des Vorschlags der KEF eine Senkung um 1 Euro. Sachsen-Anhalt machte später den Vorschlag, abweichend von der KEF-Empfehlung (Senkung um 73 Cent auf 17,25 Euro) den Beitrag nur um 48 Cent abzusenken, weil seinerzeit unklar war, ob der damals noch neu eingeführte Rundfunkbeitrag tatsächlich den von der KEF prognostizierten Ertrag erbringen würde. (http://kef-online.de/inhalte/bericht19/zehntes.html) Diesem Vorschlag schlossen sich die anderen Bundesländer an.

Diesmal ist die Lage anders. Erstens muss man keine Sicherheitsreserve einplanen. Zweitens wären nur kleine strukturelle Anpassungen des Beitragssystems möglich (Befreiung Behinderter), nicht jedoch die großen Fragen wir Kfz, Werbung und Sponsoring.

Hinweis: 29 Cent je Beitragszahler entsprechen ca. 130 Mio. Euro im Jahr

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