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Finanzierung der ÖR auf andere Füße

Alles zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten von GEZ bis Haushaltsabgabe
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IGR

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Finanzierung der ÖR auf andere Füße

BeitragMo 3. Feb 2014, 01:08

Eigentlich ist es doch an der Zeit die Finanzierung der ÖR auf andere Füße zu stellen. Mir schwebt da das östereichische Model vor! Die privaten Sender verschlüsseln und wer die sehen will kauft sich eine Karte und eine entspechende Set Top Box mit der die Sender entschlüsselt werden. Das wäre ein faires Model! Mal davon abgesehen das der derzeitige ÖR Apparat mit zig sendern und Senderbeteiligungen eh zu aufgeblasen ist. Um den Informationsauftrag zu gewährleisten reichen eigentlich auch zwei bis drei Programme statt der bisherigen unüberschaubaren Anzahl an Sendern!


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Thomas Laas

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Re: Von Kalle EN: "Finanzierung der ÖR auf andere Füße"

BeitragMo 3. Feb 2014, 11:56

Mal davon abgesehen das der derzeitige ÖR Apparat mit zig sendern und Senderbeteiligungen eh zu aufgeblasen ist. Um den Informationsauftrag zu gewährleisten reichen eigentlich auch zwei bis drei Programme statt der bisherigen unüberschaubaren Anzahl an Sendern!
Erscheint mir im Prinzip ebenso. Was aber ein ÖRR gewährleisten sollte, ist ein regionales Programm mit Nachrichten und Informationen aus der Umgebung der Menschen. Ich habe keine Ahnung, ob das mit wenigen Sendeanstalten technisch zu realisieren wäre. In Anbetracht der Kosten und des Zugangs "normaler" Bürger zum Medium, muss technische Perfektion und journalistische Professionalität keine Priorität haben. Wichtiger wäre auch hier eine Beteiligung der Bürger, um das Medium nicht nur als Konsument, sondern auch als Produzent von Beiträgen zu nutzen.
Zuletzt geändert von Thomas Laas am Mo 3. Feb 2014, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
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AndreasW.

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Re: Von Kalle EN: "Finanzierung der ÖR auf andere Füße"

BeitragMo 3. Feb 2014, 13:41

hallo Kalle, hallo Alle,

seht Ihr denn nicht eine Gefahr, dass noch weniger Sender auch die Möglichkeit in sich bergen, politisch leichter manipuliert werden zu können?

Gerade die Vielfalt des ÖRR ermöglicht es, dass unterschiedliche Meinungsbilder vermittelt werden können. Vielfalt eben. (BR = dunkelschwarz, HR / WDR = rot etc...) Dazu kommt dann noch, dass sich viele Sender mittlerweile auch an unterschiedliche Zielgruppen richten. ZDF Neo, Arte, Phoenix sind da doch gute Beispiele.

Will man aber riskieren, dass die unterschiedlichen Zielgruppen mit nur zwei bis drei Programmen abgedeckt werden sollen und im Endeffekt jede einzelne Zielgruppe meint, benachteiligt zu werden?

Und was das Verschlüsseln des ÖRR mittels einer Smart-Box angeht - was glaubt Ihr denn, wie lange es dauern würde, bis sich heraus kristallisiert, dass die Masse des Volkes sich dann völlig vom ÖRR verabschiedet und nur noch Privatsender schauen würde?

Dann mal im Ernst - die breite Masse der Zuschauer will einfach nur unterhalten werden. Wer acht Stunden am Band steht oder an der Kasse sitzt, hat nur selten Böcke auf "Oberschichten-TV" am Ende seines Arbeitstages. Aber wenn da auch nur ein geringer Prozentsatz beim zappen mal in einer Geschichtsdoku auf 3Sat oder einer Politikdebatte auf Phoenix oder auch nur in einem Late-Night-Talk mit jemandem wie Kerner und anspruchsvollen Gesprächspartnern hängen bleibt, dann ist das doch schon ein Gewinn.

Wo jemand aber für so was gezielt bezahlen müsste, wenn er eigentlich sonst nur Kobra 11 oder Dschungelcamp oder Stefan Raab anschaut, dann ist der als Konsument doch sicher schon im Vorfeld verloren?!

Und der ÖRR würde noch schneller ins Grab fahren als es sich jetzt teilweise schon abzuzeichnen vermag?!

Das erscheint mir eher realistisch als eine gestraffte Senderlandschaft, die die Belange des gesamten Volkes abdecken könnte. Nichts gegen das österreichische Fernsehen, aber hinterfragt mal die Quoten dort und die politische Einflussnahme der Parteien. Würde mich nicht wundern, wenn da die Privaten weitaus stärker punkten im Vergleich zum ÖRR als bei uns Piefkes?!

Liebe Grüße, Andreas
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Dietmar Warschkun

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Re: Von Kalle EN: "Finanzierung der ÖR auf andere Füße"

BeitragDi 4. Feb 2014, 19:30

IGR hat geschrieben:
Eigentlich ist es doch an der Zeit die Finanzierung der ÖR auf andere Füße zu stellen. Mir schwebt da das östereichische Model vor! Die privaten Sender verschlüsseln und wer die sehen will kauft sich eine Karte und eine entspechende Set Top Box mit der die Sender entschlüsselt werden. Das wäre ein faires Model! Mal davon abgesehen das der derzeitige ÖR Apparat mit zig sendern und Senderbeteiligungen eh zu aufgeblasen ist. Um den Informationsauftrag zu gewährleisten reichen eigentlich auch zwei bis drei Programme statt der bisherigen unüberschaubaren Anzahl an Sendern!


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Hallo IGR,
wie willst Du denn die privaten free-TV-Sender dazu bringen, ihre Programme zu verschlüsseln ? Den Teufel werden die tun. Die sind ja nicht dumm und wissen, dass sie zu 90 % (konservativ geschätzt) Schrott anbieten. Lässt sich nur über Werbekunden (Preise bestimmt die obskure Quote) finanzieren. Wenn die ihr Publikum, und sei es nur partiell, ausschliessen (via Set-Box), fliegt denen ihr windiges Geschäftsmodell um die Ohren.

Btw: wir müssen sowieso aufpassen, dass wir mit unserer berechtigten Kritik am ÖRR nicht in die Tröte der Privaten pusten. Denn 1. würden RTL & Co liebend gern die Gebührenfinanzierung der ÖRR eher heute als morgen canceln (lassen). Dann gäb's in DE nur private-free und private-pay-TV, dann regelt alles der berühmte Markt und dann können wir uns Mitspracherecht des Publikums und demokratische Strukturen von der Backe putzen.
Da gibt es zwar diverse BVerfGs-Urteile, die man als Bestandsschutz der ÖRR auffassen kann...aber auch das BVerfG kann seine Rechtsaufassungen ändern.

2. können WIR hier private-free-TV ganz gut argumentativ gebrauchen. Quasi als Sondermülldeponie für Formate, die der ÖRR nicht machen muss...das können die Ludolphs der Medienbranche machen.

Finanzierungsmodell ÖRR - das wird 'ne heisse Kiste. War das früher einfach: Wer sich 'ne Glotze hinstellte, zahlte (oder sollte es zumindest). Gab's nur ARD/ZDF. Guter Grundsatz: wer nutzt, zahlt. Beweis: Empfangsgerät-Gerät-Besitz.
Mit dem Auftauchen der privaten wurd's dann problematischer (Empfangsgerät-Gerät-Besitz beweist nicht mehr zwingend Nutzung von ÖRR) und seit's das I-Net gibt....ist der Empfangsgerät-Gerät-Nicht-Besitz als Beweis praktisch irrelevant.

Der gute Grundsatz taugt nicht mehr. Alternative ? Ich könnte der These von der solidarischen Finanzierung durchaus was abgewinnen...wenn die Produktqualität stimmt. Dass die verbessert wird, unter vielfältigen Gesichtspunkten, haben wir uns ja hier...wenn ich's richtig verstehe....zum Ziel gesetzt.

Was die Programmvielfalt (Du siehst das wohl eher als Wildwuchs) angeht, darin sehe ich einen (bedingten) Vorteil der ÖRR. Die privaten ziehen da nicht ohne Grund nach (sixx, RTL NITRO, SAT.1 Gold, ProSieben MAXX etc....alles "Spartenkanäle", mangels eigenproduziertem Content aber eher Wiederholungsschleifen). Sicher kann man bei den ÖRR einiges besser kanalisieren und die Senderanzahl 'runterfahren. Aber solange die Angebote wie 3Sat, phoenix nicht anderweitig integriert werden können, würde ich da nicht mit der AXT drangehen. Und arte geniesst bei mir arteNschutz.... ;)

Apropos Österreich: unsere "Konkurrenz" hat da ein interessantes Interview mit einem Dr. Hans Högl, Österreich veröffentlicht.

Gruss Dietmar

Klaukab

Re: Von Kalle EN: "Finanzierung der ÖR auf andere Füße"

BeitragMo 3. Mär 2014, 08:38

Guten Morgen zusammen,
für mich ist nicht unbedingt die Vielzahl das Problem wenn es nicht die Kosten so exorbitant mit hochtreiben und dafür z. T. doch ziemlichen Schrott abliefern würde. In einigen Bereichen sind wir doch sehr nahe mit ÖRR am "Dschungelcamp" Es ist in diesem Zusammenhang ganz interessant, daß die "Schreibende Zunft" der Zeitungen sich mittlerweile sehr gut mit Germanys N. T. M. u. a. arrangiert hat und diese Sendungen sehr gut bedient. Für mich sind es vor allem die Kosten die die Sender verursachen und das was dabei heraus kommt. Ewig einer der schlimmsten Sündenfälle ist Lierhaus und die Fernsehlotterie und das ist nur eine von vielen, oder glaubt hier einer, daß unser sauberer Herr Lanz mit weniger nach Hause geht als seinerzeit Lierhaus. Wenn unser gutes Geld das viele von uns Bürgern sauer verdienen oder es von der kärglichen Rente abzwacken müssen so "verfrühstückt wird dann steigt bei mir der Zorn. Und wenn die die Intendanten die Einkünfte einer Bundeskanzlerin übersteigen dann stimmt etwas nicht im Staate Deu. Also gutes Programm zu fairen Kosten.

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