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An meine deutschen Freunde - Ein offener Brief von ...

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Ben Nevis

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An meine deutschen Freunde - Ein offener Brief von ...

BeitragMi 5. Aug 2015, 21:15

An meine deutschen Freunde
Hollande hat durchgehalten. Merkel hat denjenigen getrotzt, die um keinen Preis ein Abkommen wollten. Das gereicht ihnen zur Ehre. Die Aussichten sind gut, dass ein Plan zur Verschiebung, wenn nicht zur Vermeidung des Risikos eines Grexits, umgesetzt wird. Das ist unzulänglich, aber zu begrüßen.

Die Bedingungen dieses Abkommens sind aber wahrlich erschreckend für jeden, der noch an die Zukunft Europas glaubt. Was sich letztes Wochenende in Europa ereignet hat, ist aus meiner Perspektive grundsätzlich verhängnisvoll, ja fast tödlich. Es gibt natürlich diejenigen, die an diese Zukunft nicht glauben. Die werden sich freuen. Sie sind zahlreich und gehören zwei unterschiedlichen Denkschulen an. Die erste Gruppe besteht aus den Kurzsichtigen. Der Nationalismus versperrt ihnen den Blick über ihre Grenzen hinaus und sie hinterfragen vergeblich selbst die Existenz Europas. Aber wer weiß, was Europa wirklich ist? Wer weiß woher dieser Kontinent entstanden ist? Ist Europa aus den homerischen Dichtungen des neunten Jahrhunderts vor unserem Zeitalter geboren? Ist es im Kot und Schlamm der Schützengraben geboren, wo alles Blut der Welt sich vermischte, alle Farben sich mischten, alle Träume aufeinandertrafen, alle Ehrgeize sich kreuzten? Ist es uns von seiner Geburt aus noch näher und prosaischer, in den minutiösen und aufwändigen Verträgen der Europäischen Union? Es war, zweifelsohne, in den Gedanken von Erasmus, der in 1516 in Der Klage des Friedens schrieb: „Der Engländer ist der Feind des Franzosen aus keinem anderen Grunde, als weil er Franzose ist. Der Schotte ist dem Briten feind, aus keinem anderen Grunde, als weil er Schotte ist. Der Deutsche ist dem Franzosen feind, der Spanier beiden. Ach die Perversität der Menschen, die oberflächliche Vielfalt der Namen ihrer Länder reicht ihnen aus, um sich zu trennen! Warum versöhnen sie sich nicht aufgrund all jener Werte, die sie zusammen teilen?“
[...]

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Offenen Brief Dominique Strauss-Kahn Seite 1, Seite 2, Seite 3

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