Aktuelle Zeit: 23. Juni 2021, 03:27


Leserbriefe

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
  • Autor
  • Nachricht
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Leserbrief zum Artikel "Nawalny meldet sich vom Krankenbett

Beitrag21. September 2020, 20:37

Operation »Krawalny«

Das absurde Theater des Wertewestens beleidigt die menschliche Intelligenz. Röttgen, Trittin und Maas beschimpfen die Zweifler an ihren absurden Beweisen und unterstellen ihnen Dummheit. Frau Merkel hat am 3. Septmeber bekanntgegeben, dass Alexej Nawalny (in Russland) mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei. Bis zum 14. September um 10.54 Uhr war aber noch kein Befund bei den russischen Behörden eingegangen. Der deutsche Kampfstoffexperte Dr. Walter Katzung, damals OPCW-Mitarbeiter, war am Abbau eines Herstellerwerkes von Nowitschok in Usbekistan, das in die USA überführt wurde, beteiligt, fasste den Stand zusammen: Klar ist nur, dass nichts klar ist – und der Fall Russland schadet.

Man hat das Drehbuch des wirren Clowns aus London zum Skripal-Fall (des Doppelagenten, der nach seiner Ausreise aus Russland für vier NATO-Dienste weitergearbeitet haben soll) fast ohne Änderungen übernommen, also eine unverhohlene Verhöhnung des Völkerrechtes, der diplomatischen Ethik und des elementaren Anstandes. Die Probenanalyse im Referenzlabor der Schweizer Armee damals war ein Witz: Man wies dort den Kampfstoff »A-234« in tödlicher Konzentration nach, aber auch Spuren des NATO-Giftes »BZ«. Das soll zur »Qualitätskontrolle« des Labores beigegeben worden sein. Fühlen Sie sich da nicht auch verklapst?

Tatort und Proben in Salisbury wurden also manipuliert. Bis heute wurde der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt, um welches Gift es sich gehandelt hat. Bei allem, was über »A-234« bekannt ist, sind Vergiftungsbild, Anwendungshandling und Therapie in beiden Fällen nicht stimmig. Der Fall wiederholt sich also. Man könne den Russen nicht sagen, welches Gift es sei, sonst würden diese auf die Nachweismethoden schließen. Blöder geht es nun wirklich nicht. Dabei wäre ein Vergleich der Befunde wichtig, um auf Gift und Tatort zu schließen. In Moskau arbeitet man mit gleichwertigen hochauflösenden Geräten wie in München und nutzt die gleiche aktuelle US-NIST-Spektrum-Bibliothek. Oder sind die Russen dümmer als der Wertewesten?

Aber bei diesem »Sakralmord(versuch)« (Märtyrertod zum Erreichen politischer Aufmerksamkeit) geht es nicht um die Lokalwahlen in Russland, wie die Diskussion im Bundestag zeigte. Nach wenigen Minuten Empörung über den Giftmischer Putin ging es dann nur noch um »Nord Stream 2«.

Gestern wurde das erste Bild von Nawalny im Kreise seiner fröhlichen Familie nach dem Erwachen aus dem Koma veröffentlicht. Ein Kampfstoffexperte und Mitentwickler der Kampfstoffgruppe Nowitschok meinte dazu: Wenn wirklich eine Vergiftung vorlag, dann sicher nicht mit Nowitschok.

Heute nun ließ die Flaschennachricht die Geheimdienstoperation »Krawalny« zur Posse verkommen. Man kann nur immer wiederholen: Es ist beleidigend, für wie blöd uns die Bande hält.

Dr. Gerd Machalett, Siedenbollentin
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag12. Oktober 2020, 08:56

Werte Qualitätsjournalisten,
erinnern Sie sich noch ?

Im Sommer diesen Jahres fanden bei den bayrischen - quasi anlaßlosen - Corona-Tests der Rückkehrer 900 positive Tests von 45.000 ihren Adressaten nicht rechtzeitig. Man darf also davon ausgehen, daß etwa 2% der Bevölkerung mit dem Virus leben. (Man darf wohl gut annehmen, daß die Rückkehrer den Virus schon bei der Ausreise mitgenommen hatten und die Reisebedingung weitreichender ist als die bisher zugrundeliegende symptomatische Testbedinung).
Bei einer Bevölkerung von 80 Millionen sind das 1-2 Millionen, die schon betroffen sind und nicht nur die aktuell offiziellen 300.000.
Bei Erhöhung der Tests um den Faktor 4 - wie nachfolgend gemeldet - erhöht sich damit auch die Zahl der nachgewiesenen "Neuinfektionen" - das ist eine Milchmädchenrechnung und bedarf keiner exponentiellen Verwirrung (die Viren sind einfach schon da).

Warum wird auf die Wochenendabhängigkeit der Neuinfektionen hingewiesen, der Faktor 4 höherer Teste ausgeblendet ?
Warum wird nicht thematisiert, was mit dem veränderten Testmodus erreicht werden soll ? China wurde zu Beginn des Jahres durch den bundesdeutsche Regierungslautsprecher harsch für das veränderte Testszenario kritisiert.
Warum kommen Sie Ihrer Aufklärungspflicht nicht nach ?
Dateianhänge
grafik.png
grafik.png (942.68 KiB) 6907-mal betrachtet
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag18. Oktober 2020, 15:04

Guten Tag, Frau Müller und Mitarbeiter,

nachfolgend eine E-Mail bezüglich eines von 3sat in die Mediathek eingestellten Kurzinterviews mit Professor Otto F. Kernberg, dem international wichtigsten Vertreter des Berufsstandes der Psychiater und Psychoanalytiker der Gegenwart, zu Trump und Putin. Die E-Mail ging an Professor Kernberg selbst und beinhaltet eine Anfrage zum Wahrheitsgehalt des von 3sat veröffentlichten Beitrags, da Kernberg an relevanten Stellen nicht selbst zu Wort kommt, sondern paraphrasiert wird. Ich bin nicht sicher, ob diese journalistische Technik eine Programmbeschwerde rechtfertigt und denke auch nicht, dass sich Professor Kernberg diesbezüglich klarstellend zu Wort melden wird. Ich leite meine E-Mail an Sie weiter, falls Sie eine entsprechende Nachfrage oder Beschwerde an 3sat verfassen wollen.

Herzliche Grüße und weiterhin einen langen Atem!
xxxxxxx


Betreff: Wahrheitsgehalt Ihres skype-Gesprächs mit 3sat im September 2020

Sehr geehrter Herr Professor Kernberg,

ich wende mich an Sie mit großer Hochachtung vor Ihrem Lebenswerk, dem ich mich lediglich als interessierte Laiin genähert habe, dessen Präzision mich jedoch stark beeindruckt.

Angesichts der Ihre schriftlichen Beiträge und Veröffentlichungen kennzeichnenden Gründlichkeit wundere ich mich derzeit über einen 6,5-minütigen Beitrag mit Ausschnitten eines über skype stattgehabten Gesprächs zwischen Ihnen und einer Journalistin des öffentlich-rechtlichen deutschen Senders 3sat - ein Beitrag, der es an der für Sie typischen Gründlichkeit vermissen lässt, sodass ich mich frage, ob etwaige Aussagen Ihrerseits nicht vielleicht sinnentstellend verkürzt und/oder schlimmstenfalls nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben wurden.

Da Europa seit geraumer Zeit unter dem Dach der NATO und dem Einfluss der USA-Regierung unter ganz wesentlicher, aktiver Beteiligung Deutschlands eine Wiederauflage des Kalten Kriegs zu Russland betreibt und den russischen Präsidenten Wladimir Putin konsequent medial und diskursiv dämonisiert (und dies in einer Weise, die - wie bereits durch Untersuchungen belegt - eine gefährliche Gleichschaltung der öffentlich-rechtlichen Medien offenbart), stellt sich mir die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des von 3sat ausgestrahlten Beitrags, welchen Sie hier abrufen können:

https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/p ... p-100.html

Wie Sie sehen, wird der Beitrag textlich wie folgt vorgestellt:

"Psychoanalytiker Otto Kernberg über Trump

Otto Kernberg, Psychoanalytiker und einer der bedeutendsten Narzissmus-Experten der Welt, lebt nur wenige Hundert Meter vom Trump-Tower in New York entfernt. Wir haben mit ihm über Donald Trump, Wladimir Putin und bösartigen Narzissmus gesprochen."

In den Teilen des Gesprächs, in denen Sie zu Wort kommen, äußern Sie sich sehr wohl direkt zu Donald Trump; zu Wladimir Putin findet sich jedoch kein direkter Redebeitrag von Ihnen. Die 3sat-Redaktion kommentiert ab Minute 03:55 lediglich mit den Worten:

"Aber der bösartigste und gefährlichste Mensch ist für Kernberg Wladimir Putin. Fast zwei Jahrzehnte dauert nun die Ära Putin an. Machtmenschen wie er, die an der Spitze eines autoritären Regimes stünden, seien gefährlich für die Demokratie, sagt Kernberg. Deshalb ist es ihm wichtig, entgegen seines Berufsethos, Putin und andere Machthaber aus der Ferne auf die Couch zu legen."

In der darauffolgenden Aussage beziehen Sie sich in direkter wörtlicher Rede auf die Gefährlichkeit "fundamentale[r] Unehrlichkeit, Grausamkeit, Kriminalität" bei Staatschefs - jedoch, ohne Putin explizit zu erwähnen.

Angesichts des derzeitigen politischen Klimas fände ich es ungeheuerlich, wenn etwaige, von Ihnen getroffene Aussagen zu Putin von der 3sat-Redaktion entstellend resümiert, überspitzt oder gar verfälscht im Sinne der medialen Förderung des bereits erwähnten Kalten Krieges instrumentalisiert worden wären und möchte Sie recht herzlich um eine Meldung an den Sender bitten, sollte dies tatsächlich der Fall sein. Ich persönlich vertrete - wie zahlreiche weitere, medial bedauerlicherweise leider zunehmend unsichtbare Bürger auch - die Ansicht, dass ein dauerhafter Frieden in der Welt nur gemeinsam mit Russland und nicht im Handeln gegen oder mittels der Provokation von Russland hergestellt werden kann und finde die konsequente Dämonisierung Putins durch die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien ausgesprochen bedenklich.

Herzlichen Dank für die Beachtung dieser E-Mail und des ihr zugrunde liegenden Anliegens.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und Ihre weitere Arbeit

xxxxxxxx
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag27. Oktober 2020, 21:01

per mail an :

Ärztekammer Nordrhein
Tersteegenstraße 9
40474 Düsseldorf

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Tagen wurde ich auf einen Artikel in der sogenannten Leit-oder Qualitätspresse aufmerksam. In diesem Artikel wird auf bemerkenswert folgenschwere Aussagen der Pressesprecherin der Ärztekammer Nordrhein hingewiesen :

https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/aerzte-coronavirus-verharmlosenleugnen-folgen-102.html

Ich erlaube mir nun die wesentlichen Aussagen von Substanz zu zitieren :

… ,,Das Wort eines Arztes hat Gewicht. Vor allem für einen (langjährigen) Patienten.“...
… ,,Das Negative: Einige wenige "Götter in Weiß" missbrauchen ihren beruflichen Status, um ihre persönliche Anschauungsweise legitim erscheinen zu lassen – zum Nachteil von Patienten.“ …
… ,,Allerdings erfordere die gewissenhafte Ausübung des Berufs neben der fachlichen Qualifikation "die Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse".“ …
… ,,Patienten dürften aufgrund der persönlichen Weltanschauungen des Arztes keinesfalls Schaden erleiden - “
… "Wachsam und kritisch sein", rät die Sprecherin der Ärztekammer Nordrhein.“ …
… ,,Hinweise über entsprechende Fälle bitte der zuständigen Ärztekammer melden. "Wir gehen dann der Sache nach."…

Dieser Aufforderung möchte ich, anhand einigen vorerst kurzen Ausführungen, gerne nachkommen und werde mein Anliegen mit einer kurzen Videosequenz eröffnen: Kary B. Mullis, Erfinder der PCR- Methode und Nobelpreisträger – bedauerlicherweise letztes Jahr verstorben …

https://www.youtube.com/watch?v=LvNbvD0YI54

Seit einiger Zeit nimmt die Interpretationsvielfältigkeit der PCR-Methode, rein wissenschaftlich betrachtet, mehr als absurde und groteske Züge an. Bezüglich der Fehlinterpretationen der PCR-Testergebnisse nimmt ein Berliner Virologe eine führende Stelle ein. Sein Name ist Christian Drosten. Ein Virologe der bereits bei der “H1N1-Pandemie“ eine besonders fragwürdige Verhaltensauffälligkeit an den Tag gelegt hat. Seine aktuellen “wissenschaftlichen“ Aussagen sind weitestgehend durch einen teils absurden Gebrauch des sprachlichen Konjunktivs begrenzt und er zeichnet sich immer wieder durch masslose Übergriffe auf andere Fachgebiete aus. Ich erlaube mir, gerade bezüglich seinen fahrlässigen
Aussagen über die Notwendigkeit einer Impfung, zwei Gespräche des Herrn Drosten gegenüber zu stellen :

Aus der Wirtschaftswoche ...

Auszug Seite 2:

Virologe Drosten im Gespräch 2014 „Der Körper wird ständig von Viren angegriffen“

- ... ,, Nun ja. Es ist eben so, dass es bisher eine klare Fall-Definition gab, also ein striktes Schema, das festlegte, welcher Patient als Mers-Fall gemeldet wurde. Dazu gehörte zum Beispiel, dass der Patient eine Lungenentzündung hat, bei der beide Lungenflügel betroffen sind. Als in Dschidda Ende März diesen Jahres aber plötzlich eine ganze Reihe von Mers-Fällen auftauchten, entschieden die dortigen Ärzte, alle Patienten und das komplette Krankenhauspersonal auf den Erreger zu testen. Und dazu wählten sie eine hochempfindliche Methode aus, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

- Klingt modern und zeitgemäß.

- Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus (*) nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke
gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben.

- Sie meinen, dass die Medien einen Einfluss auf die Meldezahlen haben?

- In der Region gibt es kaum noch ein anders Thema in den TV-Nachrichten oder Tageszeitungen. Und auch Ärzte in Krankenhäusern sind Konsumenten dieser Nachrichten. Die überlegen sich dann ebenfalls, dass sie mal ein Auge auf diese bisher auch in Saudi-Arabien sehr seltene Erkrankung werfen müssten. Die Medizin <https://www.wiwo.de/themen/medizin> ist nicht frei von Modewellen. " ... * Genom-Schnipsel

Ende des Zitat ...


Welche wissenschaftliche Erkenntnisse haben sich in den letzten sechs Jahren in der Virologenwelt geändert ? Sind die damaligen Fehlinterpretationen plötzlich der neueste Stand der Wissenschaft ? Wie kann sich eine Labormethode zum diagnostischen Instrument entwickeln ? Die derzeitigen Interpretationen der Testergebnisse sind weit enfernt von gültigen wissenschaftlichen Erkenntnissen – derzeitige Interpretationen weisen schon fast auf eine ideologische Weltanschauung einiger Virologen hin, die bis zum heutigen Tag weder ein gereinigtes Virusisolat von “Sars1“ noch von Sars-CoV-2 vorlegen konnten … Besonders deutlich wird die Problematik von Herrn Drostens Aussagen wenn es um das Thema Immunität geht – sachfremde Gebiete: Wo liegt die Evidenz für eine Impfung gegen CoVid 19?

Aus dem NDR-Podcast-Skript 58:

WELCHE ROLLE SPIELT DAS IMMUNOLOGISCHE ALTER?

- Korinna Hennig

Das biologische Alter ist ja aber das eine. Wir haben jetzt gehört, was für eine große Rolle das spielt, auch gerade, wenn man die internationalen Daten anguckt. Der Zustand des Immunsystems spielt aber auch eine große Rolle. Da lautet das Fachwort das immunologische Alter.

- der "Professor"

Ja, richtig. Da gibt es noch eine neue Studie, die ich auch hervorheben möchte. Die kommt aus Deutschland.

- Korinna Hennig

Aus Kiel.

- der "Professor"

Genau, aus Kiel und Köln, muss man sagen, es sind auch viele Kölner Autoren dabei und aus ein paar anderen Städten noch, aber vor allem Kiel und Köln. Eine sehr gut gemachte immunologische Studie, wie ich finde. Die ist im Prinzip so etwas wie eine Ergänzung dieser Frühjahrsstudie aus der Charité, die wir schon mal besprochen haben, wo man gesehen hat: Es gibt bei so 30, 40 Prozent der nicht Exponierten, also derjenigen, die keine SARS-2-Infektion hinter sich haben, dennoch eine Reaktivität auf der Ebene der T-Zellen. Dann hat man relativ bald eine ganze Zahl von anderen Studien gehabt aus England, aus USA und so weiter, die dasselbe gefunden haben. Es gibt also eine gewisse Zahl von Patienten, und das sind nicht wenige, das ist häufig im Bereich von einem Drittel der Bevölkerung, die reaktive T-Zellen hat, wenn man die in relativ direkten immunologischen Verfahren misst, obwohl die keinen Kontakt zu dieser Infektion hatten.

Und es wurde gerade in den USA auch schon eine sehr große Argumentation darauf aufgebaut, die sagt: Im Prinzip ist das die Erklärung dafür, dass es so viele milde Verläufe gibt. Und wahrscheinlich wird deswegen auch die Schwelle der Herdenimmunität viel niedriger liegen, weil in Wirklichkeit sind wir alle schon längst kreuzimmun. Also man sagt kreuzimmun, kreuzreaktive T-Zellen sind da – das heißt, die Aktivität der T-Zellen, die bezieht sich nicht nur auf die Erkältungscoronaviren, die wir alle immer wieder kriegen, sondern die bezieht auch ein bisschen am Rand des Aktivitätsspektrums dieses neue Virus mit ein. Darum sind wir, ohne dass wir das wussten, doch zu großen Teilen schon geschützt.

- Korinna Hennig

Einmal zur Erklärung des Ausgangsgedanken, weil „T-Zellen“ vielen ein Begriff sind, vielen aber auch nur so halb. Da geht es um das Immungedächtnis tatsächlich, also um das, was auf Zellebene passiert, wenn der Körper sich gegen Virusinfektionen währt, also ganz hemdsärmelig formuliert. Schon unsere Großeltern haben gesagt: Abhärten ist gut, viele Viren trainieren das Immunsystem. Der Kern davon sind die T-Zellen.

- der "Professor"

So ungefähr. Sie reden hier jetzt nicht mit einem Immunologen. Ich bin wirklich kein Experte für T-Zellen und zelluläre Immunität. Aber genau, also man kann das so sagen. Die T-Zellen sind sehr, sehr komplex. Das sind weiße Blutzellen, die die Immunreaktion auf eine Infektion sowohl selber bewerkstelligen als auch vermitteln, und dann auch dagegen ein Gedächtnis aufbauen. Da gibt es schon von immunologischen Urzeiten her zwei große Kategorien. Das eine sind die CD4-Zellen und dann gibt es die CD8-Zellen. Und in den einen finden sich mehr, in den CD8-Zellen finden sich mehr Zellen, die direkt etwas gegen virusbefallene Zellen unternehmen.

Also das Virus ist in der Zelle. Die Zelle, wir sagen, präsentiert einen Teil dieses Virus auf seiner Oberfläche, das heißt, das Virus wird hier und da auch in der Zelle bekämpft und Fragmente dieses Virus werden in der Oberfläche in einen Rezeptorkomplex gestellt, den nennt man MHC. Und diese T-Zellen kommen und erkennen das und fressen dann diese Zelle auf. Das ist eine ganz wichtige Immunfunktion in der angepassten, in der adaptiven Immunität, also reaktive Immunität auf eine spezielle Infektion. Und das sind nicht nur die Antikörper, die reagieren, sondern eben auch diese Zellen, diese T-Zellen. Die Antikörper werden von B-Zellen gemacht, wie viele sicherlich wissen. Und das sind übrigens alles zusammen Lymphozyten, auch die B-Zellen sind die Lymphozyten. Und bei den TZellen gibt es jetzt aber auch die T-Helferzellen beispielsweise, die helfen. Es ist also tatsächlich so. Die helfen beispielsweise den B-Zellen dabei, zu reifen und dann letztendlich Antikörper zu machen. Die helfen aber auch diesen zytotoxischen T-Zellen dabei, ihren Weg zu finden und virusbefallene Zellen anzugreifen und abzutragen. Die werden ihrerseits informiert über sogenannte antigenpräsentierende Zellen. Die haben die Aufgabe, Krankheits erreger unspezifisch zu erkennen und zu fressen und kaputtzumachen. Und dann Stücke von diesen Krankheitserregern den T-Helferzellen zu präsentieren. Also präsentieren bedeutet tatsächlich, so als würden die einen Arm ausstrecken und in der Hand etwas festhalten, so ein Bruchstück von einem Erreger. Und dann kommt eine T-Zelle und die erkennt das. Und die passt dazu oder passt nicht dazu. Die scannt das die ganze Zeit ab. Und irgendwann kommt eine solche T-Zelle vorbei, die gut zu diesem Rezeptor passt und dem Antigen. Und dann fängt die an zu reifen. Und diese gereifte T-Zelle gibt dann die Informationen weiter, über das Vorliegen der Infektion, an B-Zellen oder auch an die zytotoxischen T-Zellen.

Und ganz am Ende, wenn die Immunreaktion vorbei ist, dann bleibt etwas übrig, das man ein Gedächtnis nennt. Und dieses Gedächtnis besteht häufig, aber nicht nur, auch wieder aus CD4-T-Zellen. Das ist eine bestimmte Sorte von T-Zellen. Da gibt es wieder ganz viele Unterdifferen zierungen. Das können wir hier nicht besprechen. Ich muss auch zugeben, wenn ich das jetzt spruchreif besprechen müsste, dann würde ich mir einen Immunologen zu Hilfe holen in dem Podcast. So gut bin ich dann einfach auch nicht in der Materie.

- Korinna Hennig

Für den Normalbürger reicht diese Erklärung aber aus.

- der "Professor"

Ich hoffe sehr, dass es reicht, was ich so weiß. Und mit diesem Vorwissen können wir jetzt schon mal in dieses Paper einsteigen. Ich muss noch dazusagen, es gibt bestimmte Kriterien, an denen man messen kann, ob so eine T-Zelle aktiv ist, ob sie naiv ist, also ob sie schon mal Antigen-Kontakt hatte oder ob sie so wie aus dem Ei geschlüpft ist, also ganz neu und völlig unbeleckt. Das kann man alles durch Labormessmethoden unterscheiden. Und etwas anderes müssen wir auch noch vorwegschicken: Es gibt so etwas wie ein altes und ein junges Immunsystem. Man kann sich das ganz bildlich vorstellen. In einem jungen Immunsystem gibt es viele naive T-Zellen. Die sind naiv, die haben noch keinen Antigen-Kontakt gehabt, und es gibt relativ wenige Gedächtniszellen, weil das Gedächtnis muss sich erst einmal aufbauen. Und bei den alten ist es andersherum. Da gibt es relativ viele Gedächtniszellen und immer weniger naive T-Zellen.

- Korinna Hennig

Weil sie viel Kontakt mit Viren generell hatten.

- der "Professor"

Nicht nur mit Viren, mit allerhand Antigenen. Das können Infektionen sein, müssen nicht nur Infektionen sein. Alles, was so im Körper ist und nicht dahingehört, das gehört dazu. Und leider einige körpereigene Dinge auch, wo das Immunsystem nicht gemerkt hat, dass das eigentlich zum eigenen Körper gehört. Da sind wir dann im Bereich der Autoimmunerkrankungen. Aber das kann man alles hier in der Ausführlichkeit nicht besprechen. Die Immunologie ist so komplex, das versteht kein Mensch. Ich jedenfalls nicht.
Ende des Zitat ...


Wissenschaftlich betrachtet sind solche Aussagen eine Art Offenbarung des bei der Schweinegrippe bereits gescheiterten Virologen, dessen Dissertationsarbeit übrigens auch einige Fragwürdigkeiten aufweist.

Ich erlaube mir nun nochmals die wesentlichen Aussagen aus dem Artikel des WDR zu zitieren :

… ,,Das Wort eines Arztes hat Gewicht. Vor allem für einen (langjährigen) Patienten.“...
… ,,Das Negative: Einige wenige "Götter in Weiß" missbrauchen ihren beruflichen Status, um ihre persönliche Anschauungsweise legitim erscheinen zu lassen – zum Nachteil von Patienten.“
… ,,Allerdings erfordere die gewissenhafte Ausübung des Berufs neben der fachlichen Qualifikation "die Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse".“ …
… ,,Patienten dürften aufgrund der persönlichen Weltanschauungen des Arztes keinesfalls Schaden erleiden - …“
… "Wachsam und kritisch sein", rät die Sprecherin der Ärztekammer Nordrhein.“ …
… ,,Hinweise über entsprechende Fälle bitte der zuständigen Ärztekammer melden. "Wir gehen dann der Sache nach."…

Deshalb bitte ich Sie hiermit höflichst um eine Überprüfung der Tätigkeiten von Herrn Christian Drosten. Falls Sie bezüglich meines Anliegens keine Zuständigkeit haben sollten, bitte ich Sie um einen zeitnahen Hinweis.

In Erwartung einer baldigen Stellungnahme und mit freundlichen Grüßen

Günter Adams
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag3. November 2020, 20:54

Offener Brief von 21 Wissenschaftlern an Professor Harald Lesch, bezüglich seines „CO2-Experiments“ am Ende der Terra-X Sendung vom 18. Oktober 2020 im ZDF

Sehr geehrter Herr Kollege Lesch,

Ihr “Experiment” am Ende der Terra-X Sendung vom 18. Oktober 2020 ist in der Fachwelt auf großes Unverständnis gestoßen. Dieses „Experiment“ gehört in den Zirkus, aber nicht in eine Wissenschaftssendung des ZDF. Sie haben mit diesem Experiment nicht nur die Zuschauerbetrogen, sondern auch der ehrlichen Wissenschaft einen Bärendienst erwiesen.

Weiterlesen....
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag20. März 2021, 00:24

Liebe Leute,

die aktuelle diplomatische Entgleisung des US-Präsidenten ist ja schlimm genug und mag noch zu schweren Folgen führen. Die Reaktion des WDR, in dessen Sendebereich ich wohne, ist fast noch erschreckender:

In seiner Sendung in "Aktuelle Stunde", die sich eigentlich mit regionalen Problemen des Landes beschäftigen sollte, greift der Sender die "neuen Erkenntnisse der US-Geheimdienste auf:

https://www1.wdr.de/fernsehen/aktuelle- ... -1456.html

Interessant wird es ab 36:10, der Beitrag ist nur 35 Sekunden lang und dürfte von den meisten mit 36 Minuten Corona-Meldungen eingeschläferten Zuschauern kaum noch bewusst wahrgenommen worden sein, er zielt auf eine
unbewusste Wirkung:

"Dass Donald Trump und der russische Präsident Wladimit Putin ein seltsam nahes Verhältnis haben und hatten, das ist nicht neu, aber jetzt sehen die amerikanischen Geheimdienste Belege dafür, dass Russland die vergangene US-Wahl zugunsten Trumps beeinflussen wollte..."

So funktioniert Propaganda! Und wir, die wir hier leben, müssen diesen Dreck auch noch mit unseren Gebühren bezahlen! Ich bin inzwischen für die Zerschlagung dieses öffentlich-rechtlichen Systems, das komplett zu
einem Nato-Propagandainstrument umfunktioniert wurde. Da gibt es nichts mehr zu reformieren!

Viele Grüße aus Münster
XXXXXX
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag23. Mai 2021, 23:14

Offener Brief an den Bundespräsidenten:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

in Ihrer gestrigen Rede (21.05.2021) zum Jahrestag des Grundgesetzes sagten Sie:

"Ein Prinzip unserer Verfassung ist unumstößlich: Die Grundrechte sind in ihrem Kern von Freiheit und Gleichheit, sind in ihrem Kern nicht verhandelbar. Das heißt aber nicht, dass unser Grundgesetz etwas Statisches wäre. Es wurde manches verändert, weil sich unsere Gesellschaft verändert. Es (das Grundgesetz) wird sich auch weiter verändern. Vor zwei Jahren, zum siebzigsten Geburtstag unserer Verfassung, haben wir hier draußen im Park zweihundert Gäste aus ganz Deutschland eingeladen, und die Gäste haben mit der gesamten Staatsspitze über dieses Grundgesetz und das Zusammenleben unter diesem Grundgesetz diskutiert. Und ich kann Ihnen sagen: Es ging dabei sehr lebhaft, durchaus kontrovers zu. Und genau so muss es auch sein."

Die Veränderbarkeit des Grundgesetzes ist formal natürlich nicht zu beanstanden, und dennoch basierte die freiheitlich-demokratische Grundordnung - verbunden mit Wohlstand, Frieden und Freiheit - der Bundesrepublik Deutschland viele Jahrzehnte lang darauf, dass das Grundgesetz - auch jenseits der Grundrechte - nur selten verändert wurde.

In der jüngeren Vergangenheit ist es jedoch fast schon zu inflationären Grundgesetzänderungen gekommen, die man nicht nur mit der Schnelllebigkeit unserer Zeit erklären kann, denn gerade in Zeiten des Wandels, zumal in turbulenten und krisenhaften Zeiten, soll ja gerade eine Verfassung (hier: unser Grundgesetz) für eine stabile Grund- und Werteordnung sorgen, um Schäden zu verhindern, mindestens zu begrenzen.

Wenn Sie nun weitere Änderungen des Grundgesetzes fast schon nahelegen, Bezug nehmend auf "lebhafte" und "kontroverse" Diskussionen, so wirft das Fragen auf.

Es ist ja nicht so, dass geladene Gäste einer Veranstaltung Ihres Hauses spontan Vorschläge für Grundgesetzänderungen entwickeln würden. Vielmehr deuten Ihre heutigen Äußerungen darauf hin, dass es im Bundespräsidialamt beziehungsweise in seinem Umfeld bereits Vorstellungen dafür zu geben scheint, dass und wie das Grundgesetz künftig geändert werden sollte.

Offenkundig wird Bedarf gesehen für weitere und möglicherweise sehr grundlegende Grundgesetzänderungen, sonst würden Sie wohl kaum solche Andeutungen machen!?

In der Vergangenheit haben Bundespräsidenten und andere führende Persönlichkeiten dieses Staates in erster Linie die Bedeutung des Grundgesetzes als Stabilitätsanker betont, als existenzielle Stütze unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und zur Abwehr undemokratischer Tendenzen, gerade auch in turbulenten Zeiten.

Wenn Sie nun gerade in einer Phase - in der erstmalig zahlreiche Grundrechte für eine jetzt schon sehr lange und ungewisse weitere Zeit weitreichend außer Kraft gesetzt wurden (mit der extrem befremdlichen Ankündigung, die alte Normalität käme nicht mehr zurück!), in der viele um den Bestand unserer freiheitlichen Demokratie bangen, und in der sich selbst ehemalige Verfassungsrichter und hochrangige Verfassungsrechtler mit Besorgnis zu Wort melden - ohne erkennbaren Anlass und ohne eine nachvollziehbare Begründung und Konkretisierung pauschal weitere Grundgesetzänderungen in den Raum stellen, so ist das sehr irritierend.

Gerade im Kontext der inzwischen alles beherrschenden "Klimapolitik" sind grundlegende Veränderungen all dessen im Gespräch, was diese freiheitliche Republik in den vergangenen Jahrzehnten auszeichnete. Sprach man gestern noch - angeblich lapidar nur - über den Verzicht auf SUVs oder Shopping Trips nach New York, so geht es längst darum, existenzielle Grundbedürfnisse wie das Beheizen von Wohnungen, die zuverlässige Versorgung mit Strom, die Freiheit des Reisens und generell die Mobilität in Frage zu stellen.

Im Kontext dessen zeichnet sich in gewissen ideologischen Eliten zunehmend eine Bereitschaft ab, derart substanzielle Wohlstands- und Freiheitsverluste notfalls mit undemokratischen, also totalitären Mitteln durchzusetzen.

Jetzt ist die Warnung vor einem möglichen "Klima-Lockdown" schon in den politischen Talkshows angekommen, und etliche politische Beobachter sprechen von einer möglichen "Öko-Diktatur". Es ist anzunehmen, dass es sich dabei nicht um Verschwörungstheorien handelt, da der öffentlich-rechtliche Rundfunk genau das ankündigt:

Am 24. Juni 2019 sagte Prof. Wolfgang Merkel, Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, im Fernsehsender „Phoenix“, die Umsetzung der künftigen globalen Klimapolitik werde „nicht mehr demokratisch geschehen“. Die Phoenix-Programmgeschäftsführerin Michaela Kolster, die das Interview mit Prof. Merkel führte, hatte dazu keinerlei kritische Nachfragen, vielmehr nickte sie beständig zustimmend (Phoenix, Geteiltes Deutschland - Wie halten wir unsere Gesellschaft zusammen? Unter den Linden, 24.06.2019, 22.15 Uhr, ab Minute 19.28).

Solche Ankündigungen mit potenziell weitreichendsten Folgen für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung werden heutzutage in Andeutungen "häppchen-artig" - und wie man unterstellen muss, sehr bewusst und zielgerichtet - in die mediale Berichterstattung eingestreut, ohne wie in den vergangenen Jahrzehnten über vieles öffentliche Debatten zu führen, bevor grundlegende Änderungen auch nur in Erwägung gezogen werden.

Zugespitzt könnte man als These formulieren: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kündigte 2019 eine unmittelbar bevorstehende "globale Klimadiktatur" an.

Es ist nicht so, dass es dazu keinerlei warnende und mahnende Stimmen gegeben hätte. Gerade auch Sie, Herr Steinmeier, haben in einer Rede am 27. Oktober 2019 in Mannheim mit deutlichen Worten Ihre Sorge um den Fortbestand unserer Demokratie zum Ausdruck gebracht. Eindrücklich warnten Sie vor einer "Expertokratie" und warben für eine maßvolle Umwelt- und Klimapolitik:

Bundespräsident sorgt sich um Demokratie:

"Aber denen, die jetzt an der Demokratie Zweifel säen, will ich entgegenrufen: Welche andere Staatsform trägt in sich überhaupt eine solche Kraft zur Erneuerung? Kein Einzelkämpfer, kein Autokrat, kein selbsternannter ´starker Mann´ wird diese Stärke der Demokratie je aufbringen können!

Und auch das: Kein Kabinett von Experten und Wissenschaftlern, auch kein Kabinett von Klimaforschern, könnte uns – bei allen unumstößlichen Erkenntnissen – die Zielkonflikte, die schmerzhaften Abwägungen und Aushandlungen abnehmen, die jetzt anstehen.

Natürlich, wir brauchen eine ökologische Transformation, die den Erkenntnissen der Klimawissenschaft gerecht wird. Aber wie bei jedem tiefgreifenden Strukturwandel – denken Sie an die Kohle-Regionen – gibt es Menschen, die von diesem Wandel besonders stark betroffen sind. Menschen, die Sorge haben, ihre Arbeitsplätze zu verlieren. (...)

Gemeinsam muss es uns gelingen, dass aus Umwelt- und Klimaschutz keine polarisierende Identitätspolitik wird, keine Spaltung zwischen den Arbeitnehmern der Autoindustrie und den Blockierern von Straßen, zwischen Landwirten und Naturschützern, zwischen denen, die es sich leisten können, und denen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen. (...)"

In der Gesamtschau erscheinen die Ankündigungen und Warnungen des Jahres 2019 (es gab viele weitere bedeutsame Einlassungen) wie ein intensives Ringen, während sich nun im Jahr 2021 schon eine weit fortgeschrittene Entwicklung präsentiert.

Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, mahnte am 26. Januar 2021:

"Das Jahr 2021 wird über die Zukunft der Industrie in Deutschland und Europa entscheiden: Wir stehen an einem Wendepunkt, der die Richtung der folgenden Dekaden vorgibt."

Große Teile der Bevölkerung und viele politische Beobachter haben kein gutes Gefühl, was die kommenden Monate und Jahre angeht. Vielen Politikern ist anzumerken, dass sie in den politischen Talk-Shows nicht mehr entspannt sagen können, wie sie die Situation wirklich einschätzen. Oftmals werden sie von den öffentlich-rechtlichen Medien regelrecht "vorgeführt". Kaum setzen sie zu einem möglicherweise inhaltlich überzeugenden Argument an, werden sie hektisch unterbrochen. Von einer pluralen Besetzung der politischen Talk-Shows ganz zu schweigen.

"Haltungs-Journalisten" steuern und manipulieren die politische Debatte in diesen Zeiten, in denen immer mehr Menschen den Eindruck haben, dass unsere Demokratie extrem gefährdet ist.

Es ist nicht völlig auszuschließen, dass inzwischen selbst ein Bundespräsident zunehmend weniger das sagen kann, was er denkt.

Umso mehr sei an Ihre Rede vom 27. Oktober 2019 in Mannheim erinnert. Man sollte die wesentlichen Passagen dieser Rede verbreiten und ernsthaft darüber diskutieren:

Bundespräsident sorgt sich um Demokratie

Trotz aller Propaganda ist davon auszugehen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Menschen in unserem Land auch künftig von Ihnen erwartet, dass Sie in erster Linie die freiheitlich-demokratische Grundordnung, dass Sie Demokratie, Freiheit, Wohlstand und Frieden verteidigen, und dass weitere Grundgesetz-Änderungen gerade jetzt in Krisenzeiten in gar keiner Weise angezeigt sind.

Wir stehen tatsächlich an einem Wendepunkt, der möglicherweise die Richtung der folgenden Dekaden vorgibt. Gerade Sie als Bundespräsident stehen in der Verantwortung, mit geeigneten Worten mit dafür zu sorgen, Schaden abzuwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Paulitz

*Henrik Paulitz ist Gründer und Leiter der "Akademie Bergstraße für Ressourcen-, Demokratie- und Friedensforschung". Er ist der Autor mehrerer Bücher, darunter "StromMangelWirtschaft - Warum eine Korrektur der Energiewende notwendig ist" (2020).
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6578
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag24. Mai 2021, 10:03

Betr.: Erzwungene Zwischenlandung
EU-Gipfel befasst sich mit Oppositionellen-Festnahme in Minsk


Werte Aufschreier,

im Zusammenhang mit den unten breit gestreuten Meldungen überhörte ich Ihren Aufschrei, als 2013 die Regierungsmaschine von Evo Morales zur Landung in Wien gezwungen und durchsucht wurde, um nach einem "Regierungkritiker" der USA ausschau zu halten. Vielleicht ist es tatsächlich ratsam, das kollektive Gedächtnis zu bemühen, wenn man selbst keine Substanz zwischen den Ohren hat, die die eigene Verantwortlichkeit reflektieren könnte.
Warum sollte Weißrußland nicht auf die Methodik der USA zurückgreifen, die von der westlichen Wertegemeinschaft nicht in Frage gestellt worden war?

Wäre es nicht angemessen, wenn dies der öffentlich-rechtliche Qualitätsjournalismus zum Hindergrund in Erinnerung ruft?

M.Gölles
Vorherige

Zurück zu Externe Beschwerden

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste