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Anti-Iran-Propaganda - Beschwerde wegen Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Anti-Iran-Propaganda - Beschwerde wegen Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention

Beitrag25. August 2019, 18:24

NDR
- Der Rundfunkrat -
Rothenbaumchaussee 132-134
20149 Hamburg

20.08.2019]


betr.: Frau Senz rekrutiert für Anti-Iran-Propaganda … 10-jährige Kindersoldaten aka MusikschülerInnen!
Programmbeschwerde – Reportage Senz (tagesschau.de, SWR, Deutschlandfunk) vom 13.08.2019 stellt flagrante Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention und damit auch geltenden Bundesrechts dar - Ist der NDR, sind ARD und ihre Tagesschau(en) rassistisch ?


Sehr geehrte Damen und Herren Rundfunkräte,

die UN-Kinderrechtskonvention verlangt von Ihnen wie von jedermann nach Artikel 12 die Berücksichti-gung des Kindeswillens. Dort heißt es: „die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ Weiter: Art. 16 setzt sich für den Schutz von Privatsphäre und Ehre ein.

Art. 29 verlangt: „(1) Die Vertragsstaaten stimmen darin überein, dass die Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss, a) die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkei-ten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen; b) dem Kind Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten und den in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätzen zu vermitteln; d) das Kind auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung, des Friedens, der Toleranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freundschaft zwischen allen Völkern und ethnischen, nationalen und religiösen Gruppen ... vorzubereiten.“

Artikel 31 fordert: „(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstleri-schen Leben.“ Diesem allen voran steht: „Artikel 3: Wohl des Kindes: (1) Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleich viel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.“

Deutschland hat die UN-Konvention mit dem Gesetz zu dem Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes v. 17.02.1992 (BGBl. 92 Nr. 6, S.121/144) in Nationales Recht übernommen.

Frau Karin Senz (SWR, ARD-Studio Istanbul) hat am 13.08.2019 für tagesschau.de und für Deutschlandfunk eine Reportage produziert, die sie unter den Titel „Satan USA, wie das Feindbild USA kultiviert wird.“ verfasst hat. Der allgemein tendenziöse Furor, der schon vornherein gegen gültige Programmgrundsätze verstoßen dürfte, will sich dort auf Belege steifen, wie auf gewöhnlichsten Pipifax:

"Ein US-Wissenschaftler hat für ein internationales Institut mit Sitz in Jerusalem iranische Schulbücher untersucht, die überwiegend zwischen den Jahren 2000 bis 2004 (Anm.: meine Unterstreichung) erschienen sind. Demnach wurden die USA darin immer wieder als 'Unterdrücker' oder 'die Arroganten' bezeichnet.“

Dass sich die Autorin auf weiter nicht belegte Narrative zurückzieht, macht deren einseitige Denunziatorik am Iran als Hort allen Bösen besonders einfach nachweisbar. 'Unterdrücker' heißt für mich: der britisch-amerikanische Mossadegh-Sturz in 1953 und die Schah-Herrschaft bis 1979. 'die Arroganten': könne belegen: die durch G.W.Bush gegebene, nachträgliche Honorierung des Kommandanten der USS 'Vincennes' , einen zivilen iranischen Airbus (IranAirFlight 655) mit 290 ermordeten Flugpassagieren 'sehr erfolgreich vom Himmel geholt zu haben.' Man vergleiche, wie der NDR über Malaysia MH17 berichtet und solche Fakten nie unterschlägt. Sind für NDR / SWR etwa 290 unschuldig ermordete iranische Zivilisten im Wertekanon des Iran – gewöhnlich „negligible“ ? Dann, so frage ich: Ist der NDR rassistisch?

Was dann aber zu unglaublichem Entsetzen am Hörer führt, zur konkreten Verletzung Internationalen Rechts und zur Programmbeschwerde, sind die journalistischen Entgleisungen Frau Senz', indem sie wirklich äußerst minderjährige Teheraner Musikschülerinnen (7-10 Jahre!) aus dem Musikunterricht reißt, deren Meinungsäußerungen manipuliert, die absolut nicht Alter und Reife der so Befragten entsprechen dürften und zudem deutsche Synchronsprecherinnen ebenso entwürdigend Texte nachsprechen lässt, die absolut nicht dem geistigen Reifegrad aller so 'Mitwirkender' entspricht, in die Welt ag-gressiver, geopolitisch wie neokolonial gefärbter Ressentiments Erwachsener übersteigen zu müssen.

Hier die zur Rechtsverletzung führenden Einlassungen:

Die zehnjährige Sara hat so etwas auch schon beobachtet. "Am Jahrestag der Revolution haben sie 'Tod den USA' gerufen." Sara hat gerade Unterricht in einer Teheraner Musikschule zusammen mit anderen Kindern. Alle sind zwischen sieben und zehn Jahre alt. … Durch das Internet und Verwandte im Ausland lernen schon die ganz Kleinen was anderes kennen. Die Oma von Saras Freundin Maryam zum Beispiel reist einmal im Jahr in die USA, erzählt das Mädchen:

"Immer wenn sie zurückkommt, zeigt sie mir Fotos. Es ist so schön und sauber da. Sie sprechen eine andere Sprache. Hier tragen alle Kopftuch. Da drüben ist das überhaupt nicht wichtig. Außerdem ist es grüner und schöner als hier, und das Wetter ist besser."

Die Kinder unterscheiden allerdings sehr klar zwischen den USA und ihrem Präsidenten Donald Trump. Zum ihm fällt fast allen in der Musikschule etwas ein. Böse sei er, berichtet ein Mädchen. "Ich habe nicht viel über ihn gehört, aber ich weiß, er ist der Präsident und er läßt (sic) uns nicht einreisen." Ein anderes Kind sagt: "Ich weiß, dass Trump ein schlechter Mensch ist und dass er Krieg zwischen dem Iran und den USA will." Die kleine Sara, die sonst kaum stillsitzen kann, wird nachdenklich. "Die meisten Leute, die ich kenne, haben den Iran verlassen für eine Zukunft in den USA", sagt sie. Ihrer Meinung nach haben die USA eine Zukunft. Die Zukunft von Sara und ihren Klassenkameradinnen ist in diesen Tagen im Iran unsicherer den (sic) je.

Verweis: https://www.tagesschau.de/ausland/iran- ... d-101.html

Der journalistische Sprachstil (Die kleine Sara, die sonst kaum stillsitzen kann, wird nachdenklich.) (Ich habe nicht viel über ihn gehört, aber ich weiß ….) und konsequent folgt draus: (Durch das Internet ... lernen schon die ganz Kleinen was anderes kennen.) stellt eine gewisse geistige Herausforderung deutscher Radiohörer bzw. derer Medienkompetenz, nicht zuletzt summa den kläglichen Zustand des ARD-Auslandsjournalismus dar. Warlords rekrutieren in Afrika, Frau Senz rekrutiert für Feindpropaganda … Kindersoldaten !

Ich würde Frau Senz gern zurufen:

„Frau Senz, warum belassen Sie die kleine Sara, wenn sie kaum stillsitzen könne, in der ihrer 10-jährigen Reife entsprechenden Entwicklung, sich tapfer auf Erlernen eines Musikinstrumentes konzentrieren zu dürfen. Statt sie mit fiktivem USA-Hass und Trump-Bashing sehr zu ruinieren. Mein verehrter Klavierlehrer Paul Andreßen am staatlichen Konservatorium Wagner-Regeny hätte Sie, Frau Senz, anno 1967 für solche journalistische Rülpserei und Missachtung damals noch undokumentierter Kindesrechte, aber als engagierter Pädagoge achtkant aus unserer unterrichtsgestrengen Musikschule rausgeschmissen. Damals aber war die Kinder- und Erwachsenenwelt der DDR, 22 Jahre nach Ernüchterung eines Weltkriegs, im Frieden, voll von gegenseitiger Wertschätzung zwischen Generationen, voll Respekt zwischen Erwachsenen und Kindern und sehr kinderfreundlich.“


Nichts, absolut nichts ist in 68er-studentischen BRD-Grundordnung noch an Respekt geblieben. Was ich lerne: ein bundesdeutscher Hort grassierender konkreter Menschenverachtung und expressiv inhumaner Geisteshaltung: ARD stalked Teheraner Musikschulen. Wann binden wir Inder wieder auf Kanonen ?

Ich weise auf Ihre unbedingten Mitwirkungspflichten hin, den NDR und kooperierende Rundfunkanstalten von gezielter Manipulation, Anmache und Hass-Anstachlung Erwachsener auf Kinder freihalten zu müssen – da es in Art. 42 heißt: „Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Grundsätze und Bestimmungen dieses Übereinkommens durch geeignete und wirksame Maßnahmen bei Erwachsenen und auch bei Kindern allgemein bekannt zu machen.“

Ich mache es von Ihrer Reaktivität abhängig, ob dieser erkannte Mangel im Respekt iranischer Kinder bzw. überhaupt Entwicklungsländern in der sog. Dritten Welt, deren Schutz die UN-Konvention in ganz besonderer Weise wahrnehmen möchte, gemäß Art. 44 nicht noch zu einer Beschwerde beim UN-Generalsekretariat bzw. UN-Ausschüssen führen wird.

Ach so, werter NDR, welches Musikinstrument lernt die kleine Sara ? Ach was, überhaupt unwichtig.... im-ndr-was-die-welt-bewegt ist ja Sara's Zukunft „in diesen Tagen im Iran unsicherer den (sic) je.“

Hochachtungsvoll

xxxxxxxxx*

* Der Name des Beschwerdeführes ist dem NDR und uns bekannt.
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Maren

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Re: Anti-Iran-Propaganda - Beschwerde wegen Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention

Beitrag6. Oktober 2019, 14:23

Zuständigkeitshalber antwortete der SWR auf die Beschwerde.

geschw. SWR StN Dr Hauser UN KRPakt.pdf
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