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Keine Heldin mehr: Nadesha Sawtschenko

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Keine Heldin mehr: Nadesha Sawtschenko

Beitrag30. März 2018, 20:43

Betreff: PB Sawtschenko

Sehr geehrte Rundfunkräte,

der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Norbert Bolz von der Uni Berlin antwortete im ZDF auf die Frage:

"Haben die Leute recht, wenn sie sagen, den Medien glaube ich nicht mehr?
Es gibt jedenfalls gute Gründe das zu sagen. Das liegt nicht daran, dass die Medien lügen würden, ich möchte sagen, es ist noch viel schlimmer, sie verschweigen. Sie tun das nicht, was man eigentlich von ihnen erwartet, nämlich aufzuklären über die Wirklichkeit."


Als am 23.3.2018 die Ukrainerin Nadesha Sawtschenko verhaftet wurde, traf diese Aussage von Bolz über das Verschweigen der Medien nicht zu. Sie berichteten darüber.

http://www.deutschlandfunk.de/ukraine-k ... _id=413788

http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 77352.html

http://www.zeit.de/politik/ausland/2018 ... waltschaft

https://de.sputniknews.com/panorama/201 ... scheidung/

https://www.n-tv.de/ticker/Ex-Pilotin-S ... 50162.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/k ... 99712.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 95982.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/ukra ... -1.3916026

http://www.taz.de/!5493441/

Bei ARD-aktuell kam dazu nichts.

Rückblick: Als Sawtschenko vor 3 Jahren in Russland vor Gericht stand, war sie nicht nur für die Ukraine und dem Westen eine "Heldin" sondern auch für ARD-aktuell. Sawtschenko war angeklagt, russische Journalisten im Donbass getötet zu haben. Sie kämpfte im Neonazi-Bataillon Aidar.

In den Filmbeiträgen damals für die "Tagesschau" wurde alles, was dem Ruf einer Heldin abträglich sein könnte weggelassen. Nicht erwähnt wurde ihr Kampf im Aidar-Bataillon und als sie während des Prozesses auf einen Tisch sprang und dem Gericht den Mittelfinger entgegenstreckte, schnitt ARD-aktuell diese Szene heraus. Beim ZDF war diese Aktion zu sehen. Das war nicht überraschend, machte doch die ARD-Moskau-Korrespondentin Golineh Atai bereits wohlwollende Beiträge über das Neonazi- Bataillon Aidar. Dass Sawtschenko nun ausgerechnet bei ARD-aktuell so in Ungnade gefallen ist, erklärt sich dadurch, dass sie sich so gegen das nun westlich gepäppelte Poroschenko-Regime gestellt hat.

Sie sagte aus, dass sie Augenzeugin bei dem Massaker auf dem Maidan war. Alles, was einer Aufklärung dieser schrecklichen Bluttat, die fast zu einem Krieg in Europa geführt hätte, förderlich sein könnte wird zu Zero-News bei ARD-aktuell.

https://www.heise.de/tp/features/ARD-im ... 96302.html

Mitte März beschuldigte sie vor versammelter Presse Parlamentspräsident Andri Parubi, er habe Scharfschützen das Feuer auf friedliche Demonstranten auf dem Maidan-Platz eröffnen lassen, um nur Stunden später ihre Aussage zurückzuziehen: Gemeint sei der Abgeordnete Serhi Paschinski gewesen.

https://www.derstandard.de/story/200007 ... erroristin

Sawtschenko passt nun nicht mehr in die Antirussland-Kampagne von ARD-aktuell, was Golineh Atai damit begründete, dass diese, Zitat: "notorisch unzuverlässig" sei. Auch damit wird klar, warum die ARD-aktuell-Redaktion nun den Mantel des Schweigens über Sawtschenko ausgebreitet hat. Die nach dem Maidanputsch 2014 an die Macht gekommene westliche Marionette Poroschenko möchte nun, nachdem mit Sakaschwili bereits ein Gegner von ihm ausgewiesen wurde, mit Sawtschenko und Terrorismusvorwürfen seine nächste Gegnerin für die kommende Präsidentschaftswahl aus
dem Rennen nehmen. 8 Wochen Untersuchungshaft sind für sie festgesetzt worden und es wird interessant werden, ob und wann die ARD-aktuell-Redaktion gedenkt, sie in ihre Berichterstattung aufzunehmen. Die im Rundfunkstaatsvertrag vorgeschriebenen umfassenden Berichterstattung schreibt dies vor.

Im Dezember 2017 sagte Prof. Norbert Bolz im österreichischen Fernsehen über objektive Berichterstattung:

".. auch die Tagesschau ist mittlerweile wahnsinnig eingefärbt und hat oft propagandistische Züge"



Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Moser
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Maren

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Re: Keine Heldin mehr: Nadesha Sawtschenko

Beitrag12. April 2018, 18:47

Von: gremienbuero-beschwerden@ndr.de

Betreff: Ihre E-Mail vom 30.03.2018
Ihre E-Mail vom 30.03.2018

Sehr geehrter Herr Moser,

ich bestätige den Eingang Ihrer o.g. E-Mail.

Aufgrund der intensiven Prüfung jeder Zuschrift und der damit verbundenen Bearbeitungsdauer bitte ich um Ihr Verständnis, dass Sie erst heute eine Antwort erhalten.

Der Rundfunkrat überwacht unter anderem die Einhaltung der staatsvertraglich verankerten Programmanforderungen. Daher sind ihm die Anregungen und Meinungen der Zuschauerinnen und Zuschauer, der Hörerinnen und Hörer sowie der Nutzer der Online-Angebote des NDR sehr wichtig. Im Rahmen der Überwachung der Programmanforderungen und der Beratung des Intendanten in Programmangelegenheiten haben wir Ihre Kritik zur Kenntnis genommen und sie an die Intendanz mit der Bitte um Weiterleitung an die zuständige Redaktion abgegeben.

Der Rundfunkrat ist darüber hinaus nicht befugt, in die Programmgestaltung des NDR einzugreifen oder auf die auf Basis anerkannter journalistischer Grundsätze getroffene Themenwahl Einfluss zu nehmen. Nach § 18 Absatz 2 des NDR-Staatsvertrages kann der Rundfunkrat nur solche Beiträge oder Inhalte im Wege einer Beschwerde überprüfen, die bereits gesendet oder veröffentlicht wurden, da zum einen eine Kontrolle des Programms vor der Ausstrahlung nicht zulässig ist und zum anderen die tatsächlichen Inhalte Gegenstand der Programmkontrolle sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
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NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Gremienbüro


Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel. (040) 4156-3506
Fax (040) 4156-3452
E-Mail: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
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Maren

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Re: Keine Heldin mehr: Nadesha Sawtschenko

Beitrag24. Mai 2018, 16:46

An: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
Datum: 21.05.2018
Betreff: hre E-Mail vom 30.03.2018

Sehr geehrter Herr Dr. Hörmann,

bitte informieren Sie mich über den Stand meiner Eingabe.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Moser

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Gesendet: Mittwoch, 23. Mai 2018
Von: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
Betreff: Antwort: Aw: Ihre E-Mail vom 30.03.2018

Sehr geehrter Herr Moser,

wie wir Ihnen am 11.04.2018 mitteilten, haben wir Ihre Anregung zur Kenntnis genommen und an die entsprechende Redaktion im NDR weitergeleitet. Ein förmliches Beschwerdeverfahren gemäß § 7 der Geschäftsordnung des Rundfunkrates wurde nicht eingeleitet. Der Vorgang ist damit für uns abgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
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E-Mail: gremienbuero-beschwerden@ndr.de

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