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"Extraktives" Rundfunksystem -> scheiternde Nation?

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"Extraktives" Rundfunksystem -> scheiternde Nation?

BeitragSa 1. Aug 2015, 13:21

Ich lese gerade "Warum Nationen scheitern" von Acemoglu/Robinson:
http://www.zeit.de/2013/13/Daron-Acemog ... -scheitern

Dabei ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen, daß das deutsche System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eigentlich ein Paradefall einer "extraktiven Institution" ist in dem Sinne, wie die Autoren solche definieren:

Durch pauschale Steuern/Gebühren wird ein Apparat finanziert, der einer winzigen Elite mächtige politische und ökonomische Macht verschafft, ohne daß die herangezogenen Bürger irgendwelche Mitspracherechte oder wirksame rechtliche Kontrollen ausüben können.
Die bisherige Wirkungslosigkeit sämtlicher Klagen und Beschwerden belegt die völlige Recht- und Wehrlosigkeit des Zwangsbeitragszahlers.

Eigentlich ist so eine extraktive Institution ein Fremdkörper in einer Demokratie.
Aber die gewaltigen Widerstände der Eliten, diese mißratene Institution des Öffentlich-rechtliche Rundfunks hin zu einer "inklusiven Institution" reformieren zu lassen, beweist, daß unser Staat eben keine Demokratie ist, sondern selber ein extraktives Gebilde, welches einen extraktiven Staatsfunk notwendig braucht, um über Massenmanipulation seine Scheinlegitimität herzustellen und aufrechtzuerhalten.

Die logische Konsequenz daraus ist, das Deutschland (mal wieder) auf dem Weg zu einem "failed state" ist, wobei der Staatsfunk eine entscheidende Rolle spielt.

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