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Programmbeschwerde: ZDF „Frontal 21“ - Beitrag zum Thema MH 17

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Maren

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Programmbeschwerde: ZDF „Frontal 21“ - Beitrag zum Thema MH 17

Beitrag2. Februar 2019, 14:13

ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN
Intendanz
Dr. Thomas Bellut
ZDF-Straße 1
55100 Mainz



Programmbeschwerde
„Frontal 21“ - Beitrag zum Thema MH 17 am 29.01.2019


Sehr geehrter Herr Bellut,

hiermit legen wir formal Beschwerde gegen den wie folgt beschrieben Beitrag innerhalb der Sendung Frontal21 vom 29.01.2019 ein:

Abschuss von MH17 - Den Tätern auf der Spur

MH17. Das war einmal das Kürzel für einen Flug, der in die Ferne führte, in den Urlaub. Inzwischen steht MH17 für den Tod. Die Boeing der Malaysia Airlines, in Amsterdam gestartet und auf
dem Weg nach Kuala Lumpur, war über der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord starben. Am 17. Juli 2014 um 16.20 Uhr fallen im russisch besetzten Donbass Trümmer vom Himmel. (…) Die Ermittler machen als Tatwaffe eine Rakete des russischen Militärs aus. Moskau leugnet das bis heute. Doch es gibt neue Spuren. Unser Reporter Joachim Bartz* (*Anmerkung Beschwerdeführer: Autor u. a. von „Ukraine: Krieg im Frieden“, „Putins geheimes Netzwerk – Wie Russland den Westen spaltet“, Neuer kalter Krieg“) ist ihnen nachgegangen….


Im Politikmagazin ZDF „Frontal 21“ vom 29.01.2019 um 21 Uhr berichteten Sie über Ergebnisse von „Ermittlungen“ des „Rechercheverbunds Bellingcat“ hinsichtlich des Abschusses des Fluges MH17. Es wurde erneut behauptet, Russland sei verantwortlich für den Abschuss.

In der Anmoderation sprach Ilka Brecht (Redaktionsleiterin Frontal 21) von dem „damals russisch besetzten Donbass“. Schon diese irreführende Anmoderation zeigte, wo die Sendung hingehen soll.

Zuerst sensibilisierten Sie die Zuschauer auf der emotionalen Ebene mittels Worte und Bildern eines Angehörigen von Opfern des Flugzeugabschusses. Dann wurde ein Herr Moritz Rakasitzky vorgestellt als Mitarbeiter des „Rechercheverbundes Bellingcat“. Es wurden nicht verifizierbare Audiomitschnitte des ukrainischen Geheimdienstes von angeblichen Klartext-Telefonaten oder Funkgesprächen zwischen angeblichen Angehörigen der russischen Armee präsentiert, einer davon mit Tarnnamen „Orion“.
Dieser „Orion“ wurde durch das „Recherchenetzwerk Bellingcat“ und angeblich auch durch das JIT gesucht. „Orion“ wurde einem „Andrej Iwanowitsch“ zugeordnet (das ist ein Sammelname wie hierzulande „Uwe Müller“), dieser wurde dann einem „Oleg Wladimirowitsch Iwannikow“ zugordnet, „mit hoher Fistelstimme“. Das sei möglich gewesen, weil es in Russland sehr viele „geleakte Melderegister-Daten“ gäbe.

Der im Film eingespielte Audiomitschnitt – angeblich von dieser Person – war in ukrainischer Sprache.
Aha, ein angeblicher Agent des russischen Militärgeheimdienstes, Absolvent einer russischen Militärakademie, spricht in einem abgehörten unverschlüsselten Klartext-Telefonat auf Ukrainisch. Aber Sie hatten ja auch einen angeblichen ehemaligen Kommilitonen des Verdächtigten, einen Herrn Sekistow, interviewt. Außerdem haben Sie auch einen Agenten des ukrainischen Geheimdienstes SBU interviewt, dieser wollte sich zwar im Film nicht zeigen, aber Sie zogen aus dem Interview die Schlussfolgerung „Iwannikow war definitiv für den Transport des Buk-Systems verantwortlich“.

Nur kurz zum Nachdenken: Der SBU ist der Geheimdienst eines Landes, welches selbst im Kreis der Verdächtigen / Mitschuldigen sein müsste, allein schon, weil aufgrund der Kriegssituation entsprechend internationaler Regeln gar kein ziviler Flugverkehr über den Kampfgebieten im Donbass hätte stattfinden dürfen. Der SBU ist derjenige Geheimdienst, welcher in der Ukraine kritische Journalisten verfolgt und auf offener Straße ermordet, welcher rechtsnationale Gruppierungen sowie korrupte Politiker schützt und welcher aktuell gegen Repräsentanten der russisch-orthodoxen Kirche in der Ukraine mit Repressalien und Einschüchterungen vorgeht.

Dann interviewten Sie noch Herrn Igor Strelkow, wobei der Kontext, in welchem das Interview im Original tatsächlich geführt wurde, verborgen blieb. Dekontextualisierungen kennen wir schon von anderen Beiträgen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Ein Laie stellt sich die Frage, warum soll ein angeblicher Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU ein offenes, unverschlüsseltes Telefonat ausgerechnet in ukrainischer Sprache führen? Aber es gibt weit mehr Anhaltspunkte, welche berechtigte Zweifel an der in Ihrer Sendung präsentierten Story erlauben.

Folgendes ist auch Ihnen bekannt: Das Rechercheteam um den britischen Netzaktivisten Eliot Higgins steht seit Jahren in der Kritik. Vorwürfe lauten, Bellingcat würde gefälschtes Bildmaterial für seine Analysen verwenden und auf Fake-Accounts in sozialen Medien zurückgreifen, um Beweise zu erlangen. Außerdem sei es nicht möglich, mit Methoden wie jenen Bellingcats wissenschaftlich überprüfbare Ergebnisse zu liefern, so Bildforensiker Jens Kriese.

Die Sicht der anderen Seite haben Sie nur mit dem zwei Mal wiederholten lapidaren Satz „Moskau bestreitet alle Vorwürfe“ dargestellt. Für den Rahmen einer Sendung für investigativen Journalismus doch etwas knapp, oder?

Zu einer seriösen Berichterstattung hätte dazu gehört, die Fakten, welche die andere Seite anführt, wenigstens kurz zu benennen. Aber das haben Sie in Ihrer Sendung nicht für nötig gehalten, was ganz klar zeigt, dass die Sendung nicht das Ziel der Aufklärung aller möglichen Hintergründe des Flugzeugabschusses verfolgte, sondern das Ziel einer einseitigen Schuldzuweisung an Russland.

Schon allein den Familien der Opfer des Flugzeugabsturzes sind auch Sie, als angeblich unabhängiges Medium in der Schuld, umfassend, unparteiisch und unabhängig über die möglichen Ursachen des Flugzeugabsturzes zu berichten. Dazu gehört auch, dass nicht einseitig Angaben eines nicht mit internationalen Regeln konformen „Joint Investigation Team“ ungeprüft übernommen werden, und die russische Reaktion darauf völlig unbeachtet bleibt.

Völlig unterschlagen haben Sie Informationen zu folgenden Themen:

Flugschreiber-Daten nicht veröffentlicht:

Die Daten der Flugschreiber, welche durch britische Experten ausgewertet wurden, sind bis heute nicht veröffentlicht worden.

BBC-Video mit Augenzeugen-Berichten:

Die BBC hatte am 23. Juli 2014 (nur 6 Tage nach dem Flugzeugabschuss) auf der Website ihres Russland-Dienstes einen Videobericht über den Abschuss in russischer Sprache veröffentlicht, der kurze Zeit später durch die BBC gelöscht wurde, jedoch Kopien sind an anderen Orten erhalten geblieben, z. B. ein Ausschnitt mit den Interviews: https://www.youtube.com/watch?v=C812MrH6TK4

In dem Video kommen mehrere Augenzeugen zu Wort, welche ein Militärflugzeug in der Nähe von MH 17 gesehen haben. Das Militärflugzeug sei unterhalb des Verkehrsflugzeuges geflogen und machte eine scharfe Drehung und flog zurück. Es seien zwei Explosionen in der Luft zu hören gewesen. Im Anhang zu dieser Programmbeschwerde finden Sie eine vollständige Mitschrift dieses Videoberichts.

Seriennummer der durch das JIT präsentierten Raketenteile:

Im Mai 2018 hatte das von den Niederlanden geleitete JIT nach dreijähriger Untersuchung in einem überraschenden Schritt bis dato unbekannte Bilder der Überreste der Rakete veröffentlicht, mit der die Boeing-Passagiermaschine abgeschossen worden sein soll.

"Das Flugabwehrsystem vom Typ Buk gehörte zu Beständen der 53. Flugabwehr-Brigade der Russischen Föderation, stationiert in Kursk", sagte der niederländische Chefermittler Wilbur Paulissen. Das russische Militär habe das Raketensystem heimlich über die Grenze gebracht und im umkämpften Donbass in der Ostukraine stationiert. Das JIT verlangte von Moskau unter anderen, den Seriennummern auf den Überresten der Buk-Rakete nachzugehen.

Die russische Seite hat daraufhin die vom JIT vorgestellten Dokumente, Fotos und Videos geprüft. Wie vom JIT gefordert, wurden auch die zwei Seriennummern geprüft, welche an der vom JIT gezeigten Raketenhülse und auf den Resten der Raketendüse vollständig erkennbar sind. Bereits im Mai 2018 hatte die russische Seite mitgeteilt, diese Seriennummer sei eine alte Seriennummer, die Rakete stamme nicht aus russischer Produktion.

Am 17.09.2018 präsentierte das russische Verteidigungsministerium seine Prüfergebnisse in einer Video-Präsentation. Es hatte die von den Niederländern angegebenen Seriennummern zurückverfolgt. Demnach stammen sie von einer Rakete, die die Seriennummer 8868720 trage und für das einst in der Sowjetunion entwickelte Buk-Flugabwehrraketensystem produziert wurde. Das habe eine Auswertung von Militär-Dokumenten ergeben, von denen einige in der Präsentation gezeigt wurden. Laut den archivierten Produktions-Protokollen des Herstellers in Dolgoprudny bei Moskau wurde die Buk-Rakete im Jahr 1986 produziert. Demzufolge wurde sie dann am 29. Dezember 1986 an die Militäreinheit 20152 im Gebiet der heutigen Ukraine geliefert. Diese Einheit wurde inzwischen in das 223. Flugabwehr-Regiment der ukrainischen Streitkräfte umbenannt und habe an der Niederschlagung des Aufstands in der Ostukraine teilgenommen.

Abgefangene Kommunikation eines Oberst der ukrainischen Armee:

Das russische Verteidigungsministerium präsentierte - neben den Dokumenten zum Verbleib der Buk-Rakete - in der gleichen Präsentation zudem Aufzeichnungen der abgefangenen Kommunikation ukrainischer Staatsbediensteter, die im Jahr 2016 das Risiko diskutierten, durch den gesperrten Luftraum über der Ostukraine zu fliegen. In diesem Zusammenhang habe der ukrainische Oberst Ruslan Grinchak den Satz fallen lassen:

"Wenn das so weitergeht, dann werden wir noch eine andere malaysische Boeing runterholen ("we'll fucking up another Malaysian Boeing") und alles wird wieder gut sein."

Dieser Oberst soll für die Radarkontrolle des ukrainischen Luftraums arbeiten. Seine Einheit habe den Flug von MH-17 verfolgt, so General Konaschenkow. Er führte dazu aus:

„Es ist erwähnenswert, dass Grinchak im Juli 2014 der Kommandant der 164. Technischen Funkbrigade Nr. A1451 der ukrainischen Luftwaffe war. Mit anderen Worten, Grinchak wusste genau, was im Luftraum über dem Donbass geschah, weil es sein Job war.“

Grinchaks Aussage deute darauf hin, dass er möglicherweise Informationen über die Katastrophe besitzt.
Die Beweise widerlegten die Anschuldigungen der Ukraine und ihrer westlichen Partner, wonach für den Absturz von Flug MH-17 eine Rakete verantwortlich sein soll, die heimlich aus Russland über die Grenze in die Ostukraine gebracht worden sei. Man werde das entsprechende Beweismaterial an die JIT-Ermittler übergeben, kündigte der russische General Konaschenkow an.

Reaktionen auf die Veröffentlichungen:

Poroshenkos Reaktion auf die Veröffentlichungen war nur:

„Der Kreml versucht, Europa zu zerstören.“ … „Wir müssen verhindern, dass durch diese Informationen die Ukraine diskreditiert wird.“

Die malaysischen Experten teilen nicht die Schlussfolgerung des JIT-Chefermittlers. So sagte Malaysias Verkehrsminister Anthony Loke nach der JIT-Stellungnahme im Mai:

„Es gibt im Rahmen der Untersuchung des JIT keine schlüssigen Beweise, die auf Russland hinweisen.“

Hinweise der russischen Außenamtssprecherin Maria Sacharowa:

In der Vergangenheit hatte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa wiederholt auf weitere Unstimmigkeiten in der JIT-Untersuchung hingewiesen:

- Die Ukraine hat keine Informationen über die Positionen ihrer Buk-Einheiten am Tag des Absturzes bekanntgegeben. Sie hat weder auf Fragen zur erhöhten Aktivität ihrer Kupol-Radarstationen geantwortet noch die Aufzeichnungen der Gespräche ihrer Fluglotsen veröffentlicht.

- Nach wie vor liegen die durch die USA angekündigten Satellitendaten nicht vor.

- Sie kritisierte die Weigerung des JIT, den Umstand einzuschätzen, dass die Ukraine den Luftraum über dem Konfliktgebiet nicht für zivile Flüge gesperrt hatte.

- Die ukrainische Seite sei nicht dazu aufgefordert worden, Aufzeichnungen von Fluglotsengesprächen des Unglückstages zur Verfügung zu stellen.

- Die niederländischen Behörden haben mittlerweile zwar 569 Dokumente mit Ermittlungsdaten zum Absturz von MH 17 veröffentlicht, aber wichtige Informationen sind darin unleserlich gemacht worden. Außerdem werden 147 Ermittlungs-Dokumente geheim gehalten, wie der niederländische Nachrichtensender RTL Nieuws mitteilte.

Stellenwert der JIT-Untersuchung

Solch elementare Versäumnisse können nur deshalb passieren, weil das JIT kein regelkonformes Ermittlungsinstrument ist. Es ist keine legitime Einrichtung, wie sie das Völkerrecht für solch einen Fall vorsehen würde. Die Ukraine hätte eine gemeinsame Ermittlung mit Malaysia starten müssen, was aber nicht getan wurde. Die Katastrophe im Luftraum über dem ostukrainischen Donbass unterliegt Artikel 26 des 13. Anhangs zur Chicagoer Konvention über Internationale Zivilluftfahrt aus dem Jahr 1944. Laut diesem Dokument obliegt es der Ukraine als jenem Land, in dem sich die Tragödie ereignete, mit Malaysia eine Vereinbarung über das weitere Vorgehen zu treffen. Das Flugzeug gehörte Malaysia und nicht den Niederlanden. Außerdem sollte die Ukraine diese Vereinbarung nach den Regeln der internationalen Luftfahrtbehörde registrieren lassen. Dieses Prozedere sieht eine Kontrolle vonseiten besagter Behörde vor. Nichts dergleichen sei getan worden, so der russische Luftfahrtexperte Bordunow. Die internationale Luftfahrtbehörde stehe abseits und der ganze Prozess sehe eher wie ein Komplott aus mit dem Ziel, Russland um jeden Preis zu beschuldigen. Mit einer ernsthaften Untersuchung habe dies nichts zu tun.
(Quelle: www.deutsch.rt.com)

Dem JIT gehören neben den Niederlanden Ermittler aus Malaysia, Australien, Belgien und der Ukraine an. Russland hatte nur eingeschränkten Zugang zu der Untersuchung. Die Tätigkeit des JIT muss bewertet werden vor dem Hintergrund, dass zwischen den am JIT beteiligten Ländern eine geheim gehaltene Vereinbarung besteht, nach der die Ukraine berechtigt ist, die Veröffentlichung aller Daten und Fakten, welche zum Nachteil der Ukraine sind, zu verhindern (die niederländische Zeitung Elsevier berichtete dazu). Das JIT muss seine Tätigkeit mit den nationalen Gesetzen der Ukraine in Einklang bringen, unter der Schirmherrschaft des ukrainischen Generalstaatsanwalts.

http://www.elsevier.nl/Politiek/achterg ... penbaar-te -maken-1647600W/?masterpageid=158493
(Dieser Link ist inzwischen nicht mehr erreichbar, der Inhalt des Beitrages findet sich u. a. auch hier: https://www.wanttoknow.nl/nieuws/overee ... ft-geheim/)

Auch Malaysia Today berichtete dazu:
http://www.malaysia-today.net/mh17-a-sc ... he-making/
Malaysia Today meint, dass die JIT Untersuchung „eine korrupte und nutzlose Übung“ ist.

Einschusslöcher am Cockpit mit 30 mm Durchmesser weisen auf Beschuss mit 30 mm Bordkanone eines Kampfflugzeugs hin:

Mit anderen Fotos und Argumentationen als solchen, welche das erklärte Ziel haben, Russland als Schuldigen darzustellen, wird sich beim JIT und bei deutschen Medien gar nicht erst befasst, wie z. B. mit der Veröffentlichung des ehemaligen Lufthansa-Piloten Peter Haisenko:
https://www.anderweltonline.com/klartex ... anktionen/

In dieser Veröffentlichung wird anhand Fotos dargestellt, dass auch 30 mm Geschosse aus Bordkanonen eines Kampfflugzeugs eine Rolle spielten. Unzählige Ein- und Austrittslöcher mit 30 mm Durchmesser sind am Cockpit nachweisbar. Auch ein Streifschuss an einer Tragfläche. Die Bordkanonen der in der ukrainischen Armee verwendeten Kampfflugzeuge der Typen SU-25, SU-27 und MiG29 haben den Kaliber 30 mm.

Zusammenfassung:

Sie machen sich mit Ihrer einseitigen Berichterstattung sowie Unterdrückung von Fakten zum Komplizen derer, welche die tatsächlichen Schuldigen vor Strafverfolgung und internationaler Anklage schützen wollen. Außerdem verhöhnen Sie mit solch nachlässiger Arbeitsweise die Opfer des Flugzeugabschusses. Sie ordnen sich lieber den geostrategischen Interessen der USA und der NATO unter, als Ihr zahlendes Publikum umfassend und wahrheitsgemäß zu informieren.

Wir sehen im beanstandeten und mangelhaft recherchierten Beitrag klare Verstöße gegen die Programmgrundsätze § 5 (3), § 6 (1) sowie § 8 (1) des ZDF-Staatsvertrages sowie gegen I.4. der ZDF-Programmrichtlinien.

§ 5 Gestaltung der Sendungen

(3) Das ZDF hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Es soll dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinung anderer zu stärken (….).

§ 6 Berichterstattung

(1) Die Berichterstattung soll umfassend, wahrheitsgetreu und sachlich sein.
Herkunft und Inhalt der zur Veröffentlichung bestimmten Berichte sind sorgfältig zu prüfen.

§ 8 Unzulässige Sendungen, Jugendschutz

(1) Sendungen sind unzulässig, wenn sie
1. zum Rassenhass aufstacheln oder grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen
Menschen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt (§ 131 StGB) (…)

I (4) Programmrichtlinie des ZDF

Die Berichterstattung muss von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein. Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Nachricht sind zum Ausdruck zu bringen.

Aus Gründen der Transparenz werden dieser Schriftverkehr und die Antworten der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins http://forum.publikumskonferenz.de/ veröffentlicht.


Mit freundlichen Grüßen

Jens Köhler


Anlage:

Mitschrift eines BBC-Videos, welches am 23.07.2014 durch die BBC auf der Website von deren Russland-Dienst veröffentlicht wurde (BBC-Reporterin Olga Ivshina)

Transcript of the BBC Video Report

DPR Representative: Here it is.

Olga Ivshina, BBC: The black boxes from the crashed Boeing are finally being transferred into the hands of the experts. However, how much can they tell us?
The recorders logged the coordinates and the heading of the aircraft at the time of the incident and may have recorded the sound of the explosion. However, they will not tell us what exactly caused the explosion.
The inhabitants of the nearby villages are certain that they saw military aircraft in the sky shortly prior to the catastrophe. According to them, it actually was the jet fighters that brought down the Boeing.
Eyewitness #1: There were two explosions in the air. And this is how it broke apart. And [the fragments] blew apart like this, to the sides. And when …
Eyewitness #2: … And there was another aircraft, a military one, beside it. Everybody saw it.
Eyewitness #1: Yes, yes. It was flying under it, because it could be seen. It was proceeding underneath, below the civilian one.
Eyewitness #3: There were sounds of an explosion. But they were in the sky. They came from the sky. Then this plane made a sharp turn-around like this. It changed its trajectory and headed in that direction [indicating the direction with her hands].
Olga Ivshina, BBC: The Ukrainian government rejects this version of events. They believe that the Boeing was shot down using a missile from a “BUK” complex that came in from the direction of Russia.
Vitaliy Naida, Department of Counterintelligence of SBU [Ukrainian Security Service]: This was a BUK M1 system from which the aircraft was shot down. It came to Ukraine early in the morning on the 17th of July. It was delivered by a tow truck to the city of Donetsk. After that, it was redeployed from Donetsk, as part of a column of military equipment, to the area of the city of Torez, to the area of Snezhnoye, to the area of Pervomaisk.
Olga Ivshina, BBC: The Ukrainian Security Service has published photographs and a video, which, in its opinion, prove that the Boeing was shot down with a “BUK” missile. We attempted to verify these photographs and information at the location.
One of the photographs showed a landscape not far from the city of Torez, on which smoke could be seen coming from the presumed location of the missile’s launch. We attempted to find this location, and it appears that we were successful.
We are now on the outskirts of the city of Torez. Behind me, approximately five kilometres away, is the city of Snezhnoye. And the landscape here matches the landscape that we can see on the photograph published by the Ukrainian Security Service.
To find the place from which the smoke was allegedly coming from, we adopted as markers these three poplars and the group of trees. Presumably, this is the place that can be seen on the photograph published by the SBU. And here are our markers: the three solitary poplars and the small group of trees in the distance.
The smoke that can be seen on the photograph came from somewhere over there [pointing behind her], behind my back. The SBU believes that this is a trace coming from the launch of a “BUK” missile.
However, it must be noted that there are here, approximately in the same place, the Saur-Mogila memorial, near which the fighting continues almost unabated, and a coalmine. It turns out that the smoke with the same degree of probability could have been coming from any of these locations.
Having circled around the nearby fields, we were unable to find any traces of a missile launch. Nor did the local inhabitants that we encountered see any “BUK” either.
At the ruins of an apartment building in the city of Snezhnoye, the topic of the jet fighters that may have been escorting civilian aircraft comes up again. A bomb dropped from above took away the lives of eleven civilians here.
Sergey Godovanets, Commander of the Militia of the city of Snezhnoye: They use these civilian aircraft to hide behind them. It is only now that they stopped flying over us – but, usually, civilian aircraft would always fly above us. And they hide [behind them]. [The experience in] Slavyansk had demonstrated that they would fly out from behind a civilian aircraft, bomb away, and then hide, once again, behind the civilian aircraft and fly away.
Olga Ivshina, BBC: The commander of the local militia emphasizes that they have no weaponry capable of shooting down a jet fighter [flying] at a significant height. However, he says that if such weaponry were to appear, they would have tried to.
Sergey Godovanets: If we know that it is not a civilian aircraft, but a military one, then – yes.
Olga Ivshina, BBC: So, could the Boeing have been shot down by the militias that had mistaken it for a military aircraft? There is as yet no unequivocal confirmation of either this or any other version [of what took place]. The international experts are just beginning their work with the information obtained from the crashed airliner. It now appears that it is difficult to overstate the importance of this investigation.
Olga Ivshina, BBC.

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