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Veranstaltungen

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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag1. Mai 2015, 17:06

Maren hat geschrieben:Tag der Pressefreiheit

Schelte contra Freiheit - Irgendetwas läuft falsch in der Beziehung zwischen Journalisten und ihrem Publikum.
Wie viel Medienschelte verträgt die Pressefreiheit?

am Mittwoch, 29. April 2015 um 18.30 Uhr
in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Luisenstraße 18, 10117 Berlin

Die Symptome sind unverkennbar: Grassierendes Misstrauen etwa in die Ukraine-Berichterstattung, „Shitstorms“ in den Diskussionsforen von Qualitätsmedien, Manipulationsvorwürfe bis hin zur vergifteten Parole von der „Lügenpresse". Doch was sind die Ursachen für diese Phänomene? Wie lässt sich ihnen begegnen? Wann schlägt Kritik an medialer Deutungsmacht in eine Gefahr für die Pressefreiheit um?

Im Vorfeld des Internationalen Tags der Pressefreiheit (3. Mai) laden Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Deutsche Journalistinnen- und Journalisten Union (dju), Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Reporter ohne Grenzen (ROG) und Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zur Diskussion über ein Thema ein, das seit Monaten für Diskussionsstoff bei Medienmachern sorgt:

Über diese und weitere Fragen diskutieren u.a.:
- Alice Bota, Redakteurin „Die Zeit“, Hamburg
- Stefan Niggemeier, freier Medienjournalist, Berlin
- Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler, Universität Tübingen
- Andrea Röpke, Politologin und freie Journalistin, Expertin für Rechtsextremismus
Moderation: Dagmar Engel, Chefredakteurin DW-Hauptstadtbüro

Anmeldung per Email an djv@djv.de



Ich habe an der Veranstaltung teilgenommen und im Grunde nichts Neues über den "Konflikt" erfahren. Außer vielleicht, dass die Deutsche Welle auf jede "halbwegs vernünftig formulierte Programmbeschwerde" antwortet. Schaun wir mal, wie lange sich das noch hinzieht. 8-)

Vor und nach der Veranstaltung hatte ich ein paar freundliche Gespräche mit Stefan Niggemeier, Herrn Bolz von Panorama und Prof. Pörksen. Ich warte noch auf eine offizielle Zusammenfassung der Veranstaltung, da ich irgendwie nicht mit dem Schreiben hinterherkam. Vorab ein Beitrag von Meedia.

Der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen beschrieb auf der Veranstaltung am Mittwochabend eine „handfeste Beziehungskrise zwischen Journalisten und Publikum“ durch wechselseitige Kränkungen. Hier stünden sich massenmediale Mediendemokratie und digitale Empörungsdemokratie gegenüber.

Er machte 4 Thesen aus, mit denen wir es heute innerhalb der Medienkritik zu tun haben:

1.) Die gespaltene Öffentlichkeit wird zum Normalfall. (zu Guttenberg, Wulff, Sarrazin, Grass-Gedicht etc.)
2.) Es herrscht eine gewisse Medienverdrossenheit wegen Vorfällen wie falschen Symbolfotos, Boulevardisierung von Nachrichten etc. - Folge sind "Empörungsjunkies", Beschwerden, ideologischer Radikalisierung, Verschwörungstheorien etc.
3.) Das Publikum als 5. Gewalt. Selbstermächtigung des Publikums, das Agenda-Setting wird verändert, Plattformen für Enthüllungsrecherchen, Mobbingspektakel etc.
4.) Beziehung Publikum-Journalismus muss sich ändern. Publikumsverdrossenheit ist nicht wünschenswert. Redaktionelle Gesellschaft: Was ist glaubwürdige, relevante, sendungswürdige Information?

Ich habe gegoogelt, ob ich die 4 Thesen im Netz in ausführlicher Form finde und habe dieses Video aus 2012 gefunden, die dem Impulsvortrag des Professors ziemlich nahe kommt.

"Um die Beziehung zwischen Publikum und Journalisten zu verändern, brauche es eine kritische Partnerschaft, eine gesellschaftliche Solidarität, ein Klima der wechselseitigen Ermutigung. Journalisten müssten ihre Arbeit erklären und Fehler benennen, forderte Pörksen. Ein richtig guter Journalist sei aber kein Sympath. Er warf den ständig jammernden Journalisten vor, sie lebten an einer „Klagemauer. Der deutsche Journalismus braucht eine Verhaltenstherapie“.

Da ich bereits Kontakt zu Prof. Pörksen hatte und ihm für eine Recherche über die Motivation von Medienkritikern zur Verfügung stand, habe ich mir getraut, eine kritische Mail in seine Richtung abzusetzen und hatte innerhalb kurzer Zeit eine Antwort im Kasten. :o


Sehr geehrter Herr Prof. Pörksen,

ich habe während der Nachbereitung der jüngsten Veranstaltung zum Thema "Medienschelte" einige weiterführende Informationen zu ähnlich gelagerten Veranstaltungen gefunden, bei denen Sie auch als Podiumsgast zugegen waren. Interessant fand ich diese Kritik, die sich zu 90 % mit meinen Beobachtungen und Empfindungen deckt.
Aufschlussreich sind auch die Kommentare unter diesem Videomitschnitt.

Meine bescheidene Meinung und auch die zahlreicher MitstreiterInnen ist, dass Etikettierungen und Schubladendenken (ihre 4 Thesen) sowie die inflationäre und oft unpassende Nutzung von Kampfbegriffen wie Verschwörungstheoretiker, Wutbürger, Shitstorms u. ä. die "Lager" nicht befrieden, sondern den Konflikt weiter anheizen. Der permanente und wahrheitswidrige Versuch seitens der "Kritiker der Kritiker" aus Medien, Wissenschaft und Politik, die vorherrschende Medienkritik zu einem obskuren Bündel zu schnüren, offenbart das Ausmaß der Kritikunfähigkeit der Zunft.

Bereits der Kampfbegriff "Lügenpresse" wurde manipulativ von einem erlesenen Kreis Involvierter zum "Unwort des Jahres" erkoren, um im Anschluss daran vermeintlich kausale Zusammenhänge zu konstruieren, die den Bogen von simpler Medienkritik, über Gewalt gegen Journalisten bis hin zum Terroranschlag schlagen. Diese ganze Diskussion, die innerhalb der letzten Monate - zumeist unter Ausschluss der Kritiker - stattfand, basiert damit klar auf einer Manipulation. Das ist fatal.

"Für das Jahr 2014 wurden 733 verschiedene Wörter eingeschickt. Die Jury erhielt insgesamt 1246 Einsendungen. Die häufigsten Einsendungen ( je über 10 Einsendungen), die den Kriterien der Jury entsprechen, waren Putin-Versteher / Russland-Versteher (zusammen 60-mal), PEGIDA / Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes (44-mal), Social Freezing (29-mal), tierische Veredelung / Veredelungsindustrie/ Veredelungswirtschaft (in allen Varianten zusammen 25-mal) und Gutmensch / Gutmenschentum (zusammen15-mal)." Der Ausdruck "Lügenpresse" wurde dagegen nur 7-mal eingesendet.

Ich erinnere mich an den regen Schriftwechsel mit MitzeichnerInnen der Lanz-Petition, unter denen u. a. ProfessorInnen, BeamtInnen, KünstlerInnen und selbst MitarbeiterInnen öffentlich-rechtlicher Anstalten waren.
Der Umgang der Medien mit den MitzeichnerInnen, insbesondere die abenteuerlichen Deutungen der Motive, der Zweifel an der Echtheit der Profile, die Beschimpfung der MitzeichnerInnen als Trolle, digitale Wutbürger und ähnlich geistloser Wortkreationen gaben die Initialzündung für den Entschluss: "Jetzt erst recht!" Die Mobber waren damals Lanz und Jörges - die Antwort auf diese (journalistische) Fehlleistung war kein Shitstorm, sondern ein gebündelter und legitimer Publikumsprotest.

Es kann als zutiefst undemokratisch angesehen werden, wenn KritikerInnen durch Etikettierung und sonstig wirren Zuschreibungen indirekt Denkverbote und die sprichwörtliche Schere im Kopf verabreicht werden.
Wer will schon dazu gehören zu den "digitalen Wutbürgern", den "Empörungsjunkies", den Trollen, der "Jauchegrube Verschwörungstheorie" und gemeinsam mit PEGIDA-Schreihälsen in o. g. Bündel landen?
Wenn sich Rezipienten in die Anonymität flüchten, sich bspw. auf Facebook nicht mehr trauen ein like zu setzen oder einen kritischen Kommentar zu hinterlassen, wenn abweichende Meinungen vor dem Diktat des Mainstream kapitulieren - dann ist das Ende der Meinungsfreiheit eingeläutet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in ihrem Interesse ist.

Ihre Omnipräsenz bei öffentlichen Veranstaltungen und in Sendungen des Rundfunks zum Thema mutet kampagnenartig an - schon aus dem Grund, weil Sie zumeist die KritikerInnen abwerten und zum Untersuchungsobjekt degradieren, anstatt die Ursachen für die Medienkritik und -verdrossenheit aus deren Sicht zu analysieren. Sie sind als Wissenschaftler geladen und nicht als der Anwalt der Medien. Etwas mehr Unparteilichkeit und Neutralität täte dem Konflikt gut.

Die Unsitte KritikerInnen und alternativen Medienschaffenden durch die Blume eine gewisse intellektuelle Schlichtheit zu unterstellen, greift bei weitem zu kurz und wird sich in der Folgezeit massiv rächen.

Wie Herr Niggemeier folgerichtig feststellte: "Das geht nicht wieder weg."

Mit freundlichen Grüßen

Maren Müller

---------------------------------------

Prof. Pörksen antwortet, dass er glaube, dass die fünfte Gewalt sehr viele positive Effekte habe und dass man vor Publikumsverdrossenheit genauso warnen müsse wie vor pauschaler Medienverdrossenheit. Die Welt der Medienkritiker sei sehr vielgestaltig - es gäbe eigentlich alles und alles gleichzeitig, auch Fanatiker und Verschwörungstheoretiker, die zu kritisieren seien. Und es gäbe die wunderbaren Initiatoren zentraler medienkritische Debatten.
Er müsse diesen Pluralismus deutlicher machen, sonst werde man ungerecht und würde denen, die sich so positiv engagieren, Unrecht tun.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag2. Mai 2015, 11:00

Vom 05.05.2015 - 07.05.2015 erwartet die re:publica 2015um die 800 Rednerinnen und Redner aus über 45 Ländern.

"Gemeinsam mit den wichtigsten Vor- und QuerdenkerInnen des Netzes aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft werden wir wieder drei Tage lang auf 17 Bühnen feiern und diskutieren, inspiriert von mehr als 450 Stunden Programm."

Speaker des Redaktions- und Realisationsnetzwerkes Kooperative Berlin haben 10 interessante Thesen entwickelt, die in der Eigenbeschreibung noch als Halluzination gelten.

Meine Favoriten:

2 Medienpolitik: Partizipation ist Realität, Dialog Alltag. Die Kontrollgremien werden öffentlich gewählt. Jeder Wahlberechtigte kann Mitglied eines Kontrollgremiums werden.

10 Die Haushaltsabgabe ist einkommensabhängig.
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Beitrag11. Mai 2015, 09:24

Maren hat geschrieben:Diskussion / Vortrag
Mit Stephan Hebel, Walter van Rossum, Brigitte Beatz
Donnerstag, 07.05.2015 | 19:30 Uhr

"Lügenpresse" -Unwort oder gelungene Beschreibung?
Ein Streitgespräch mit Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau, Jury für das "Unwort des Jahres") und Walter van Rossum (Autor und Medienkritiker), moderiert von Brigitte Beatz (Medienjournalistin).



Hebel zufolge wurde "Lügenpresse" von der Jury ausgewählt, um durch die Auseinandersetzung mit dem Begriff den Blick auf tatsächliche Probleme in den Medien zu lenken. Der Medienkritiker Walter van Rossum kritisierte die Entscheidung der Jury. "Manipulateure und Pfuscher in den Medien" könnten sich hinter dem Wort "Lügenpresse" verstecken, um ihre Kritiker als Anhänger vermeintlich extremer Ansichten abzustempeln. Damit werde eine Auseinandersetzung mit den Missständen unmöglich.

Aus Epd, leider nicht online, aber es wird sicher einen Mitschnitt geben.
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag11. Mai 2015, 09:35

Der ÖRR unter Druck

27.05.2015 12:00 – 19:00 – Foyer des Sendesaals beim Hessischen Rundfunk, Bertramstrasse 8, 60320 Frankfurt

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter Druck: Erfüllt die Finanzierung (noch) ihren Zweck?
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Re: Veranstaltungen

Beitrag16. Mai 2015, 20:16

Wie unabhängig ist das ZDF? Verfassungsrichter Paulus zum ZDF Urteil
Medienpolitisches Colloquium mit Prof. Dr. Andreas L. Paulus
am 3. Juni 2015, 18.00 Uhr in der Aula der KHM Köln

Zitat
"Das ZDF gilt seit seiner Gründung als Sonderfall in Sachen aufwendiger „Gremienwirtschaft“. Intendant und leitende Angestellte des Senders müssen viel Zeit damit verbringen, die jeweiligen politischen Verhältnisse in Fernseh- und Verwaltungsrat zu kalmieren. In Zeiten, in denen Netflix-Chef Reed Hastings fröhlich verkündet, das lineare Fernsehen (also auch das ZDF) sei so relevant wie „das Faxgerät“, stellen sich neue Anforderungen an die Kompetenz der Rundfunkaufsicht. Es geht also bei den gegenwärtigen Debatten nicht nur um den direkten politischen Einfluss, der etwa mit der Besetzung von Fernsehrats-Sitzen durch Ministerpräsidenten entsteht. In seinem Urteil vom März 2014 hatte das Bundesverfassungsgericht eine Reform des ZDF-Staatsvertrags angemahnt. Im Juni schon soll der Vertrag nun unterzeichnet werden. Aber anscheinend wollte das Gericht die Politiker nur ein bisschen aus den ZDF-Kontrollräten drängen. Der Bundesverfassungsrichter Andreas Paulus schloss sich dem Mehrheitsvotum nicht an. In seiner abweichenden Meinung hielt er fest, warum das ZDF seiner Ansicht nach auch nach dem Urteil weiterhin abhängig und staatsnah sein wird. Beim Medienpolitischen Colloquium von IfM und KHM wird Andreas Paulus sich zu seinem Sondervotum äußern und mit IfM-Direktor Lutz Hachmeister die jüngeren Entwicklungen und die Perspektiven wie auch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgericht in Medienfragen diskutieren."
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Re: Veranstaltungen

Beitrag20. Mai 2015, 14:23

Etwas spät, aber vielleicht schaffen es die Hamburger. ;)

20. Mai 2015, 19.30 in der Akademie für Publizistik in Hamburg.

"Das Unwort erklärt die Untat. Die Berichterstattung über die NSU-Morde - eine Medienkritik".

ExpertInnen auf dem Podium:
• Patrick Gensing - Redakteur und Blogger; Tagesschau/publicative.org; Autor von u.a.„Terror von rechts. Die Nazi-Morde und das Versagen der Politik“
• Gerhard Kromschröder - Ex-"Stern"-Reporter, recherchierte u.a. undercover in verschiedenen Neonazi-Milieus /Autor von u.a. "Ansichten von innen", "Als ich ein Türke war"
• Wiebke Ramm - Korrespondentin und Gerichtsreporterin; u.a. Berichterstattung über den NSU-Prozess für Zeitungen in ganz Deutschland
• Dr. Britta Schellenberg - Politikwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Veröffentlichung u.a.: „Die Rechtsextremismus-Debatte. Charakteristika, Konflikte und ihre Folgen“

Moderation: Nea Matzen, Redakteurin bei ARD-aktuell, Fachbuchautorin, 2. Vorsitzende von Pro Journal e.V..
Diskussionsthemen sind:

• Wie nehmen Journalistinnen und Journalisten das öffentliche Interesse an der Aufarbeitung wahr?
• Haben die Erfahrungen mit der Berichterstattung über die NSU-Morde auch nachhaltig zu einem veränderten Stellenwert des Themas Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt in den Medien geführt?
• Wie gehen PublizistInnen – etablierte Medien und BloggerInnen – mit den aktuellen rechtsextremen und rassistischen Bewegungen um?

Hintergrund zum Thema
Im November 2011 wurde bekannt, dass die Mordserie an neun migrantischen Geschäftsleuten im Zeitraum von 2000 bis 2006 mutmaßlich von der rechtsterroristischen Organisation "NSU" verübt worden war. Über elf Jahre hatten die Behörden sich bei den Ermittlungen auf die Opfer und ihr jeweiliges Umfeld konzentriert. Die Medien waren diesen Mutmaßungen weitgehend gefolgt. Seit aufgedeckt wurde, dass der "NSU" für die Anschläge verantwortlich ist, hat eine breite Debatte über das Versagen der staatlichen Behörden begonnen.

Wie die Studie "Das Unwort erklärt die Untat. Die Berichterstattung über die NSU-Morde - eine Medienkritik" (2015) festgestellt hat, haben auch die Medien die Frage nach einem rechtsextremen Hintergrund nur vereinzelt aufgeworfen. Nach Bekanntwerden des NSU wurde laut Studie innerhalb der Medien aber durchaus selbstkritisch diskutiert, warum sie ein rechtsextremes Tatmotiv in der Berichterstattung kaum in Erwägung gezogen hatten. Diese Selbstreflexion scheint in vielen Redaktionen zu einer höheren Aufmerksamkeit für die Aufarbeitung der Mordserie geführt zu haben. Journalisten und Journalistinnen scheinen für rechtsextreme Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten sensibilisiert worden zu sein.
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag1. Juni 2015, 08:20

Maren hat geschrieben:
Maren hat geschrieben:Diskussion / Vortrag
Mit Stephan Hebel, Walter van Rossum, Brigitte Beatz
Donnerstag, 07.05.2015 | 19:30 Uhr

"Lügenpresse" -Unwort oder gelungene Beschreibung?
Ein Streitgespräch mit Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau, Jury für das "Unwort des Jahres") und Walter van Rossum (Autor und Medienkritiker), moderiert von Brigitte Beatz (Medienjournalistin).



Hebel zufolge wurde "Lügenpresse" von der Jury ausgewählt, um durch die Auseinandersetzung mit dem Begriff den Blick auf tatsächliche Probleme in den Medien zu lenken. Der Medienkritiker Walter van Rossum kritisierte die Entscheidung der Jury. "Manipulateure und Pfuscher in den Medien" könnten sich hinter dem Wort "Lügenpresse" verstecken, um ihre Kritiker als Anhänger vermeintlich extremer Ansichten abzustempeln. Damit werde eine Auseinandersetzung mit den Missständen unmöglich.

Aus Epd, leider nicht online, aber es wird sicher einen Mitschnitt geben.



Der Mitschnittt ist da - viel Spaß beim nachhören.

Audiodokumentation: «Lügenpresse» - Unwort oder gelungene Beschreibung?

In den Leitmedien erleben wir heute eine «Desinformation im großen Stil», meint Walter van Rossum. «Ja, es wird gelogen in unseren Medien», meint auch Stephan Hebel, «Wer aber aus all dem den pauschalen Vorwurf der «Lügenpresse» konstruiert, schließt sich gewollt oder ungewollt dem Frontalangriff antidemokratischer Kräfte auf ein Lebenselixier demokratischer Öffentlichkeit an.»
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag10. Juni 2015, 11:34

Jetzt anmelden zur nr-Jahreskonferenz 2015

Die nr-Jahreskonferenz findet am 3./4. Juli 2015 beim NDR Fernsehen in Hamburg unter dem Titel „Schreiben. Zeichnen. Senden – Jetzt erst recht.“ statt.

Debatten, Workshops und Erzählcafés u.a. zu Bedrohungen der Presse- und Meinungsfreiheit, zum Vorwurf der „Lügenpresse“ und der Kritikfähigkeit der Medien, zu grenzüberschreitenden Team-Recherchen, Presse- und Auskunftsrechten, Datenjournalismus und Online-Recherchen, zur Dramaturgie von Dokumentationen u.v.m.

Teilnehmende u.a:

Helena Bengtsson (Guardian), Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung), Marina Walker und Mar Cabra (International Consortium of Investigative Journalists), Medienjournalist Stefan Niggemeier, Publizistin Carolin Emcke, Journalist und Buchautor Ulrich Chaussy, Georg Mascolo (Rechercheverbund NDR/WDR/SZ), Gregor Aisch (New York Times), Ilka Brecht (Frontal 21), taz-Chefredakteurin Ines Pohl, Anja Reschke (Panorama), Regisseur Arnon Goldfinger, Holger Stark (Der Spiegel), FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube, Doping-Rechercheur Hajo Seppelt, Daniel Drepper (Correctiv), Oscar-Preisträger Dirk Wilutzky („Citizenfour“) u.v.a.
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag12. Juni 2015, 09:34

Montag, 15. Juni 2015, 19 Uhr
Auslandsgesellschaft
Steinstr. 48
Dortmund

Die Medien in der „wirtschaftskonformen“ Demokratie – Warum sie ihre Wächterrolle nicht mehr erfüllen

Ref.: Dr. Wolfgang Lieb / Köln (NachDenkSeiten)

Eine Veranstaltung des NachDenktreffs, der Regionalgruppe attac Dortmund und des Stadtverbandes des DGB

Einseitigkeit in der Berichterstattung zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen hat sich in großen Teilen der zentralen Medien breit gemacht. Ob es um die Darstellung der Finanz- und Wirtschaftskrise, Griechen­land, die Situation auf dem Arbeitsmarkt, um die Rentenpolitik, die Schuldenbremse oder zuletzt um die Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt geht: selbst sog. Qualitätsmedien erfüllen oft nicht die Mindeststandards journalistischer Arbeit.
Auch der Wissenschaftsjour­nalismus wird mehr und mehr abgelöst durch Wissenschafts-Public Re­lations.

Einigen meinungsführenden Journalisten ist es gelungen eine Deu­tungshoheit der gesellschaftlichen und ökonomischen Wirklichkeit zu er­ringen, denen ein Fußvolk schlecht bezahlter und überforderter Journa­listen und kaputtgesparten Medien nachplappert. Statt kritische Aufklä­rung bestimmt Kampagnen-Journalismus mehr und mehr das Medien­BILD.

Gibt es Möglichkeiten, die „Vermachtung“ der veröffentlichten Meinung aufzubrechen?
Welche Chancen bietet das Internet?

Die Veranstaltung soll einen Anstoß zu einer Diskussion über Strategien geben, wie die Meinungsmache zu durchbrechen ist.


Von 1979 bis 1983 arbeitete Dr. Wolfgang Lieb in der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes und wurde anschließend Leiter des Grundsatzreferates in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Bonn. Ab 1987 war er zunächst stellvertre­tender, später Regierungssprecher und Leiter des Landes­presse- und Informationsamtes des Landes Nordrhein-Westfalen unter Ministerpräsident Johannes Rau. Zuletzt war er von 1996 bis 2000 Staatssekretär im nordrheinwest­fälischen Wissenschaftsministerium. Heute gibt er zusammen mit Albrecht Müller die kritische Website NachDenkSeiten heraus. In dieser Funktion nahm er 2009 den Alternativen Medien­preis entgegen.
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag18. Juni 2015, 10:20

Liebe Friedensfreundinnen und liebe Freunde,

wir möchten auf folgende Veranstaltung hinweisen:

"Wie geschmiert - Korruption bei deutschen Rüstungsexporten nach Griechenland"

Dienstag, 30. Juni 2015, 19:00 Uhr

DGB-Haus Berlin,
Wilhelm-Leuschner-Saal
Keithstrasse 1-3
Berlin (U-Bahn Wittenbergplatz)

mit Andrew Feinstein (Corruption Watch), Niels Kadritzke ( Le Monde Diplomatique), Otfried Nassauer (BITS), Dr. Marie
Carin von Gumppenberg (Transparency International) Hilde Schramm (Griechenland-Initiative), Elisa Simantke
( Tagesspiegel), Tasos Tellogliou (Athen& Süddeutsche Zeitung)

eine Veranstaltung des Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) und der Initiative "Respekt für Griechenland"
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag18. Juni 2015, 16:05

Maren hat geschrieben:Montag, 15. Juni 2015, 19 Uhr
Auslandsgesellschaft
Steinstr. 48
Dortmund

Die Medien in der „wirtschaftskonformen“ Demokratie – Warum sie ihre Wächterrolle nicht mehr erfüllen
Ref.: Dr. Wolfgang Lieb / Köln (NachDenkSeiten)
Eine Veranstaltung des NachDenktreffs, der Regionalgruppe attac Dortmund und des Stadtverbandes des DGB


Sehr schöne Zusammenfassung der Veranstaltung von Claus Stiller.

Update: Teil II der Veranstaltung
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Re: Veranstaltungen

Beitrag19. Juni 2015, 16:50

Die nr-Jahreskonferenz findet am 3./4. Juli 2015 (Freitag/Samstag) beim NDR Fernsehen in Hamburg unter dem Titel „Schreiben. Zeichnen. Senden – Jetzt erst recht.“ statt.

Debatten, Workshops und Erzählcafés u.a. zu Bedrohungen der Presse- und Meinungsfreiheit, zum Vorwurf der „Lügenpresse“ und der Kritikfähigkeit der Medien, zu grenzüberschreitenden Team-Recherchen, Presse- und Auskunftsrechten, Datenjournalismus und Online-Recherchen, zur Dramaturgie von Dokumentationen u.v.m.

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Die Macht der Internetkonzerne und die Ohnmacht der Politik

Beitrag23. Juni 2015, 09:55

Welche Folgen hat die durch die Digitalisierung beförderte internationale Marktkonzentration auf wenige Internet-Konzerne für den Wettbewerb insgesamt und für die Nutzer der angebotenen Dienstleistungen? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung für unsere demokratischen Strukturen?


Es diskutierten:
* Christopher Lauer, Leiter Strategische Innovation Axel Springer SE
* Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur „Digitale Medien“, FAZ
* Dr. Constanze Kurz, Publizistin, Sprecherin Chaos Computer Club
* Prof. Dr. Thomas Leif, Chefreporter SWR
* Torsten Albig, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein
* Jan Kottmann, Leiter Medienpolitik, Google Deutschland
* Frank A. Meyer, Journalist und publizistischer Berater Ringier-Verlag, Schweiz

Mitschnitt zum Nachhören.
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Re: Veranstaltungen

Beitrag23. Juni 2015, 14:51

40 Jahre KEF – Zwischen Rundfunkfreiheit und Politik

Datum:
8. Juli 2015

Ort:
Deutschlandradio
Hans-Rosenthal-Platz
Berlin

In diesem Jahr besteht die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten seit nunmehr 40 Jahren. Aus diesem Anlass wird am Vormittag des 8. Juli in Berlin in einer Gesprächsrunde unter dem Titel

„40 Jahre KEF – Zwischen Rundfunkfreiheit und Politik“

auf die bisherige Arbeit zurückgeblickt und rundfunkpolitische Themen diskutiert. Gesprächsstoff wird sich auch aus der Ministerpräsidentenkonferenz im Juni ergeben, die wichtige medienpolitische Entscheidungen treffen will.

Zugesagt haben für die Gesprächsrunde

– Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder,
– Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF,
– Tom Buhrow, Intendant des WDR,
– Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios, und
– Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof, Professor für öffentliches Recht und Steuerrecht an der Universität Heidelberg und Bundesverfassungsrichter a.D.

Nach der Mittagspause schließt sich das KEF-Symposion „Mediennutzung im Jahr 2020 – individuell, interaktiv, nichtlinear?“ mit nachfolgendem Get-together an.
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Re: Veranstaltungen

Beitrag25. Juni 2015, 14:54

Qualität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Öffentliches Fachgespräch Freitag, 3.7.2015 – 17.00 -19.00 Uhr
Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin

Themen:

Kultur im ÖRR: Vielfalt, Innovationen, Nischen-Formate Sendeplätze, Etats, Kanäle…
Woran messen wir Qualität?
Was müsste verändert, neu justiert werden? Welche Rolle kann und sollte (grüne) Politik dabei spielen?
Dateianhänge
11_gk_QualitätÖRR_einladung_20150611-1.pdf
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Publikumskonferenz trifft Netzwerk Recherche

Beitrag11. Juli 2015, 18:41

Publikumskonferenz trifft Netzwerk Recherche

Die nunmehr 15. nr-Jahreskonferenz 2015 fand am 3./4. Juli 2015 beim NDR Fernsehen in Hamburg statt und wir waren dabei - nicht nur als Gast - sondern als Teilnehmerin im Panel „Kritik oder Kampagne? Wie Sender mit Programmbeschwerden umgehen.“

Das Netzwerk Recherche wurde am 31.03. 2001 im Rahmen einer Tagung von mehr als 35 Journalisten gegründet. Das Netzwerk Recherche ist ein eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein. Es tritt ein für den in Deutschland vernachlässigten recherchierenden Journalismus. Er vertritt die Interessen jener Kollegen, die oft gegen Widerstände in Verlagen und Sendern intensive Recherche durchsetzen wollen.

Das Motto der Veranstaltung lautete:

„Schreiben. Zeichnen. Senden. Jetzt erst recht.“


Natürlich wurde wieder auf die leidige „Lügenpresse“-Diskussion Bezug genommen. Wir erinnern uns, der allzeit bemühte Schlachtruf für simplifizierende Medienkritik wird derzeit von einer verschwindend geringen Anzahl demonstrierender Menschen im Umfeld von PEGIDA & Co. verwendet und erreichte bei der Wahl zum Unwort des Jahres nur aufgrund des abweichenden Votums der Jury von der Mehrheitsmeinung der Einsender zweifelhaften Ruhm.

„Lügenpresse“ wurde zum Unwort des Jahres erklärt, weil Medien damit ihre Kritiker pauschal, bequem und ohne jegliche Differenzierung abqualifizieren können.


Was meint also das Motto „Jetzt erst recht“? Haben etwa Medien-Kritiker an irgendeiner Stelle verlangt, dass Medienschaffende ihre Arbeit einstellen und den Zeichenstift wegwerfen sollten? Das Gegenteil ist der Fall. Journalismus ist einer der wichtigsten Bestandteile in einer Demokratie. Wir fordern die journalistische Zunft ernsthaft auf, sich ihrer besonderen Verantwortung ohne Selbstbeschränkung zu stellen und die Pressefreiheit endlich gnadenlos auszuleben. Dazu gehört, dass man den Mächtigen ein Stachel im Fleisch ist und die veröffentlichte Meinung nicht dazu nutzt, permanent nach unten oder in Richtung Opposition zu treten. Wir wollen keine Hofberichterstattung, keine Hetze gegen andere Völker, keine Irreführung, kein Verschweigen, Aufbauschen oder Banalisieren. Wir wollen keine transatlantischen Apparatschiks in den Redaktionsstuben und Intendanzen, keine Demagogen hinter den Mikrofonen und keinen Copy & Paste-Journalismus. Wir wollen Berichterstattung, die diesen Namen verdient und fordern explizit von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, dass diese sich an die Vorgaben der Staatsverträge halten, die besagen, dass bei der Erfüllung des Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit der Angebote zu berücksichtigen sind.

Nicht „Jetzt erst recht“ sollte das Motto sein, sondern „Jetzt aber richtig!“


Hier sind die wichtigsten Stationen der wirklich ereignisreichen Konferenz dokumentiert.

Ich habe die Veranstaltung als ziemlich ambivalent erlebt – auf der einen Seite die gewohnt absurden Zuschreibungen und Verschwörungstheorien in Richtung Kritiker, auf der anderen Seite aber auch viel Selbstkritik und Ideen zur Verbesserung der eigenen Arbeitsweisen. Transparenz war ein Wort, welches innerhalb der Podien sehr oft genannt wurde.

Ich möchte nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen, wer sich die Videos anschauen will, wird sich schon eine eigene Meinung zu den Panels und den Diskutanten im Podium bilden.

Bemerkenswert fand ich, dass die selbstkritischen und selbstzweifelnden Töne ausschließlich von Stars und Alphatieren der Branche kamen. Jakob Augstein, zum Beispiel, weigerte sich anzunehmen, dass die Kritiker in den Kommentarspalten alle Spinner seien. Das anzunehmen sei Contra-Intuitiv. Eine Vokabel, die ich bis dahin nie gehört hatte, aber nun auch nie wieder aus dem Kopf bekomme.
„Contra-Intuitiv!“


Georg Mascolo benannte ebenfalls ein wichtiges Problem: "Wir Journalisten gehen nicht honorig genug mit unseren Fehlern um.“ Eine Ansicht jenseits derer der Kollegen, denen Kritik grundsätzlich an die Berufsehre geht.
Auch Carolin Emcke und der ehemalige Chef-Redakteur des ZDF Nikolaus Brender waren eher mahnend, tiefgründiger und versöhnlicher unterwegs. Die Unfehlbaren. Wie können wir besser werden?

Mein persönliches Highlight am ersten Tag war die Podiumsdiskussion „Im Visier der Meute — Wie Betroffene die Medien erleben“ mit GDL-Chef Claus Weselsky als direkt Betroffenen. Die Journalisten, die bei der irrsinnigen Berichterstattung rund um den Tarifkonflikt nicht selbst registrierten, dass sie journalistische Regeln und juristische Grenzen total ausgeblendet hatten, sollten den Job an den Nagel hängen.

Das gilt, wie Weselsky auch am Rande anmerkte, auch für Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Anstalten, die ohne Recherche in die Berichterstattung eingestiegen seien.

Es lohnt sich unbedingt, die Aufzeichnung anzuschauen, auch um sich tatsächlich zu vergegenwärtigen, dass in Deutschland (!) Journalisten, die sich selbst stets vehement auf ihr Grundrecht der Pressefreiheit berufen, anderen Menschen jedoch ihre Grundrechte absprechen und quasi zur Hetzjagd gegen den Gewerkschaftsführer aufriefen.

Die Veröffentlichung seines Wohnhauses in der Boulevardpresse z. B. trieb Claus Weselsky dazu, die Dienste des Staatsschutzes in Anspruch zu nehmen. Weselsky hatte Angst um seine Frau und brachte sie vorübergehend in einem Hotel unter. Das vorsätzliche Aktivieren des Volkszorns durch deutsche Medien war im Falle Weselsky ein übles Hetzspektakel, welches nur noch davon übertroffen wurde, dass sich die Medien als nützliche Idioten für eine längst geplante Gesetzesänderung erwiesen. Auch hier waren Recherche und angemessene Berichterstattung größtenteils Fehlanzeige.

"Unser" Panel „Kritik oder Kampagne? Wie Sender mit Beschwerden umgehen.“ fand in einem etwas kleineren Rahmen statt und wurde nicht aufgezeichnet.

Am Klappentext habe ich natürlich gleich etwas auszusetzen: „Zugleich aber offenbart die Lektüre auch, dass nicht jede Beschwerde überzeugend und nachvollziehbar klingt.“ Meiner Meinung nach müsste der Text heißen: „Zugleich aber offenbart die Lektüre auch, dass nicht jede Antwort überzeugend und nachvollziehbar klingt.“
Wer es nicht glaubt, einfach nochmal nachlesen.

Natürlich wurde der Bogen weit geschlagen, von der Lanz-Petition, über die Vereinsgründung bis hin zur nervigen „Beschwerdeflut“ durch die Publikumskonferenz. Warum wir keine Leserbriefe schreiben (so wie andere auch), sondern immer gleich mit der großen Keule kommen, fragte der zweite Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen.
Meine Antwort: Weil es keinen interessiert, wenn man Leserbriefe schreibt? Weil man Textbausteine als Antwort bekommt, wenn überhaupt? Weil Leserbriefe weder Intendanz noch Gremien zu Gesicht bekommen? Weil sich nichts ändert, wenn man mit Wattebällchen wirft?

Uwe Grund als Gremienvorsitzender beschrieb den enormen Verwaltungsaufwand, den wir mit den Beschwerden in Gang setzen würden und beschrieb die intensive Befassung der Gremienvertreter damit.

Moderator Tom Schimmeck stellte daraufhin die Frage, was unser Ziel sei. Die Verbesserung des Programmes, oder eine Veränderung innerhalb der Gremien oder Sender?
Meine Antwort: Natürlich wollen wir beides. Wir wollen zunächst, dass sich die Sender an ihre eigenen Programmgrundsätze halten und objektiv, ausgewogen, unparteilich und wahrheitsgemäß berichten, keine falschen Bilder verwenden, anderen Leuten keine Worte in den Mund legen, die diese nie geäußert haben, keine Ereigniskonstruktionen vornehmen, richtig übersetzen etc. Auf der anderen Seite wollen wir demokratische Mitsprache und andere Gremien. Gremienvertreter, die im normalen Leben eine 60-Stunden-Woche und diverse Ehrenämter zu bewältigen haben und denen auch Interessenkonflikte nachgesagt werden, sind nicht dazu geeignet das Publikum angemessen zu vertreten.

Elmar Theveßen behauptete in der Diskussion, dass wir in unseren Quellen Propagandamaterial verwenden würden. Genauer definieren wollte er diesen Vorwurf nicht, aber es genügt ja wenn er im Raum steht.
Der Vorwurf konnte allerdings leicht widerlegt werden, denn im Gegensatz zum ZDF, das auch schon mal Originalmaterial des Asow-Bataillons samt Wolfsangel-Symbol über den Bildschirm schickt, achten wir auf Unbedenklichkeit und auf Ausgewogenheit der Quellen.

Die Fragen bzw. Statements aus dem Publikum waren teils zustimmend, teils kritisch.

Ein Vertreter der Schweizer Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) war im Publikum und berichtete, wie in der Schweiz mit Publikumsbeschwerden umgegangen werde und regte so eine Art Ombudssystem auch für die deutschen Medienanstalten an.

Eine Zuhörerin beklagte die umständliche und langwierige Beantwortung von normalen Zuschaueranliegen bzw. Vorschlägen zur Verbesserung der Transparenz durch die Rundfunkanstalten.

Der ehemalige Redakteur und heutige Kritiker Christoph Maria Fröhder führte aus, dass er in seinem Leben zwei formale Beschwerden an die Sender geschickt hatte, die sehr aufwändig waren und zum Erfolg führten. Die Beschwerden der Publikumskonferenz sind seiner Meinung nach nicht relevant und würden somit die Bedeutung des Instrumentes „Formale Programmbeschwerde“ schmälern.

Der Journalist Demian von Osten,der im Rahmen der Ukraineberichterstattung im Konfliktgebiet unterwegs ist, kritisierte unsere "pro-russischen" Beschwerden als nicht stichhaltig und regte an, das Krisengebiet zu besuchen um sich selbst ein Bild zu machen. Er empfindet es als größte Beleidigung, wenn ihm unterstellt wird, ein Sprachrohr der NATO zu sein.

Eine Zuschauerin/Journalistin fragte, warum die Publikumskonferenz über die Propagandaschau veröffentlichen würde. Meine Gegenfrage war, warum sie die Propagandaschau liest. Es gibt sehr viele Leute, die sich am Ton der Propagandaschau stören, aber sie lesen alle mit. Daher hat die Propagandaschau auch diese unglaubliche Reichweite, von der wir natürlich profitieren, wenn wir gelegentlich Inhalte über den Blog verbreiten. Komischerweise stören sich die Medienschaffenden nicht an den eigenen problematischen Inhalten und Unzulänglichkeiten, die innerhalb des Blogs thematisiert werden. Wir sind als Verein darauf angewiesen, dass unsere Inhalte zur Kenntnis genommen werden und dazu nutzen wir Kanäle, die erfolgversprechend in Bezug auf Reichweite sind und vor allem die richtigen Adressaten erreichen.
Wir leben in einem Land, in dem Politiker (aller Parteien) sich über das Hetzblatt BILD an das Volk wenden – was soll dieses messen mit zweierlei Maß?

Als ich im Laufe der Diskussion erwähnte, dass ich mir weder den Sprachstil der Propagandaschau zu eigen mache, noch die Vokabel „Lügenpresse“ nutze, sah Uwe Grund seine Chance gekommen und zitierte eine Passage aus einem Brief, den ich im Nachgang der Sendung Panorama vom 04.06.15 | 21:45 Uhr - "Lügenpresse": Gesprächsversuch mit Kritikern - an den Intendanten und die Gremien des NDR gesendet hatte und der (noch) nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Das Zitat lautete:

Dass konstruierte Sendungen wie diese der Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht zuträglich sind und der Begriff „Lügenpresse“ hier seine explizite Bestätigung findet, braucht hoffentlich nicht weiter erörtert zu werden.

Herr Grund wollte mit dieser Indiskretion den öffentlichen Nachweis dafür erbringen, dass ich entgegen meiner Aussage sehr wohl das Unwort "Lügenpresse" nutze. Dass dieses Zitat - aus dem Kontext gerissen – rein Garnichts mit dem Schlachtruf der PEGIDAner zu tun hat, sondern sich lediglich mahnend und mit Anführungszeichen versehen auf den Titel der Panorama-Sendung bezog, hatte Herr Grund sicherlich bei der Lektüre des Schreibens verstanden. Ansonsten müsste ich mir Sorgen machen. Es ging Herrn Grund darum, mich einer vermeintlichen Lüge zu überführen und damit unglaubwürdig zu machen. Einem Teil der Anwesenden gefiel das, wie ich unschwer an den Reaktionen bestimmter MitarbeiterInnen der Anstalten erkennen konnte. Es ist halt wie im Programm, egal ob eine Aussage der Wahrheit entspricht oder nicht - es muss zum intendierten Kontext passen.

Momentan ist das alles, was mir an Inhalten „unserer“ Veranstaltung im Gedächtnis geblieben ist.

Ach, das hatte ich fast vergessen, das ist der Teil der einstündigen Gesprächsrunde, der einem anwesenden ARD-Journalisten im Gedächtnis geblieben ist.
Der offizielle Twitter-Account der Tagesschau sah sich genötigt zu retweeten - an immerhin 722.000 Follower.
Das nenn ich mal publizistisches Gleichgewicht. :lol:

Falls mir noch weitere fehlende Puzzleteile einfallen, oder sich eine Tonaufzeichnung findet, ergänze ich diesen Bericht. Hinweise oder auch Korrekturen von ebenfalls teilnehmenden Lesern nehme ich gerne entgegen.

Ausgerechnet zum gleichen Zeitpunkt unseres Panels fand die Gesprächsrunde über die Griechenlandberichterstattung statt, in der unter anderen Kritiker wie Ulrike Herrmann (taz) und Handelsblatt-Kolumnist und Ökonom Norbert Häring zu Gast waren. Vereint im Griechenbashing? — Wirtschaftsjournalisten auf Schäuble-Kurs Interessant war, dass sowohl Chefredakteur Kai Gniffke als auch der stellvertretende Chefredakteur von ARD-aktuell eine Teilnahme an der Gesprächsrunde abgesagt hatten. Am langen Weg zum Veranstaltungsgelände kann es nicht gelegen haben.

Leider bricht die Videoübertragung mitten in der Veranstaltung ab. Hier auf dem Blog von Jörg Wagner, ab ca. 1:15, kann man den Rest hören. Insbesondere die Geschichten zu den anonymen Quellen sind interessant.

Ein weiteres interessantes Panel war die Abrechnung mit dem einstigen Tafelsilber der Rundfunkanstalten - den Politmagazinen - mittels einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung, die ich allen Interessierten wärmstens ans Herz legen möchte.
Zwischen Aufklärungswille und Bedeutungsverlust — Wie wichtig sind die Politmagazine?

Natürlich gab es Knatsch in der Runde – schließlich wurde kritisiert. Man sah schon bei den einführenden Worten des Verfassers der Studie, dem ehemaligen Geschäftsführer des Grimme-Instituts, Bernd Gäbler, dass den beiden Damen Ilka Brecht (Frontal21) und Anja Reschke (Panorama) die Gesichter einfroren, lediglich Georg Restle (Monitor) bewahrte sich eine angemessene Gelassenheit. Als Anja Reschke der Studie kurzerhand die Wissenschaftlichkeit absprach, war die Laune auch bei Herrn Gäbler im Keller. Einzig Tom Schimmeck, der Moderator, strahlte noch einen gewissen Frohsinn aus. Die Reaktionen der Sender und diverse Presseverlautbarungen können auf der Stiftungsseite eingesehen werden.

Alles in allem war dieses Panel von gegenseitigen Kränkungen geprägt, deren Wirkungen unmittelbar greifbar waren. Andererseits hatte ich mich bereits bei der Auftaktveranstaltung zur Studie gewundert, wie wenig aufgeschlossen die Programmverantwortlichen auf Kritik reagieren. Wenn ein Zuschauer oder Medienkritiker ein Format kritisiert und Schwachstellen aufdeckt, dann ist das zunächst eine Aussage. Wenn den Kritisierten nichts anderes einfällt, als Kritik gebetsmühlenartig zurückzuweisen, kommt es zu keiner Verbesserung. Vielleicht sollte die hauseigene Akademie für solche Dissonanzen gelegentlich passende Seminare anbieten.

Ein weiteres Panel, was ich sehr gerne besucht hätte, habe ich leider verpasst, weil ich da bereits auf dem Weg zur Bahn war. Vermintes Gelände - Die Konflikte rund um die Ukraine-Berichterstattung Diskussion u.a. mit Thomas Roth (ARD), Katrin Eigendorf (ZDF) und Katja Gloger (Stern).
Das war mal wieder so eine Veranstaltung ohne Kritiker im Podium. Was soll der tiefere Sinn einer solch einseitigen Gesprächsrunde sein? Die wiederholt durch erwachsene und gebildete Leute kolportierte Entmenschlichung der Kritiker als Trolle zeigt, dass Differenzierung nicht zu den Stärken dieser Podiumsteilnehmer zählte. Auch die Unterstellung, dass es Kritikern nur darum ginge, dass in "ihrem Sinne" berichtet werde, ist absurd und zeugt von absolutem Fehlen von Unrechtsbewusstsein. Die Story, dass vor Putin in Russland alles gut für die Journalisten war, werde ich bei Gelegenheit mal mit Frau Krone-Schmalz erörtern. Wie sagte doch gleich der Medienjunki?

Am Rande der Veranstaltung ergaben sich diverse Gespräche und Bekanntschaften mit ehemals und aktuell wichtigen VertreterInnen von Redaktionen, Gremien und Printmedien. So traf ich „meinen“ Panorama-Redakteur wieder und wir setzten unser Gespräch da fort, wo wir beim letzten Mal geendet hatten, allerdings ohne zu nennenswerten Übereinstimmungen zu gelangen.

Die persönliche Referentin des NDR-Intendanten Anna Mahron (Mitglied Atlantikbrücke) agitierte mich wortgewaltig aber auch ziemlich dreist. Ein Mangel an Souveränität im Umgang mit abweichenden Meinungen ist für Führungskräfte nicht unbedingt von Vorteil.

Im Hotel sprach mich Jörg Eigendorf an und nahm Bezug auf unseren kleinen Disput. Er meinte, dass die Publikumskonferenz nicht transparent agiere und die Recherchen der WELT in meinem Fall berechtigt gewesen wären. Irgendwann kommt sicherlich auch mal eine offizielle Antwort des Investigativ-Teams der WELT - oder ein gar schreckliches Rechercheergebnis.


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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag14. Juli 2015, 16:46

Maren hat geschrieben:40 Jahre KEF – Zwischen Rundfunkfreiheit und Politik

Datum:
8. Juli 2015

Ort:
Deutschlandradio
Hans-Rosenthal-Platz
Berlin

In diesem Jahr besteht die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten seit nunmehr 40 Jahren. Aus diesem Anlass wird am Vormittag des 8. Juli in Berlin in einer Gesprächsrunde unter dem Titel

„40 Jahre KEF – Zwischen Rundfunkfreiheit und Politik“

auf die bisherige Arbeit zurückgeblickt und rundfunkpolitische Themen diskutiert. Gesprächsstoff wird sich auch aus der Ministerpräsidentenkonferenz im Juni ergeben, die wichtige medienpolitische Entscheidungen treffen will.

Zugesagt haben für die Gesprächsrunde

– Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder,
– Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF,
– Tom Buhrow, Intendant des WDR,
– Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios, und
– Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof, Professor für öffentliches Recht und Steuerrecht an der Universität Heidelberg und Bundesverfassungsrichter a.D.

Nach der Mittagspause schließt sich das KEF-Symposion „Mediennutzung im Jahr 2020 – individuell, interaktiv, nichtlinear?“ mit nachfolgendem Get-together an.


Aktuelle Veranstaltungskritik
40 Jahre KEF – Garant für Freiheit des Rundfunks Festveranstaltung mit Podiumsdiskussion im Deutschlandradio Funkhaus in Berlin
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Maren

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60 JAHRE RUSSELL-EINSTEIN MANIFEST

Beitrag15. Juli 2015, 16:10

Einer unserer Mitstreiter war bei der Veranstaltung 60 JAHRE RUSSELL-EINSTEIN MANIFEST am 9.07.2015 in Berlin zugegen.

Remember Your Humanity and Forget the Rest! Was sind die Herausforderungen für die nukleare Abrüstung?
u.a. mit Prof. h.c. Egon Bahr, Prof. Harold Kroto und Prof. Klaus Gottstein

Am 9. Juli 2015 jährt sich die Veröffentlichung des berühmten Russell-Einstein-Manifests zum 60. Mal. Dies geschah vor dem Hintergrund der Forschungen an der Wasserstoffbombe, des sich zuspitzenden Wettrüstens und steigender Kriegsgefahr. Das Manifest, das maßgeblich von Bertrand Russell entworfen wurde und auch von Albert Einstein in seinen letzten Lebenstagen unterzeichnet wurde, beginnt mit dem Satz: „Angesichts der tragischen Situation, welcher die Menschheit gegenwärtig gegenübersteht, meinen wir, daß sich die Wissenschaftler zur Aussprache zusammenfinden sollten, um die Gefahren, welche aufgrund der Entwicklung der Massenvernichtungsmittel entstanden sind, abzuschätzen, und um über eine Resolution im Sinne des am Ende stehenden Entwurfs zu diskutieren.“ Die berühmten Wissenschaftler treten ein für verstärkte Dialoge der Konfliktparteien, Entspannungsgespräche, Abrüstung, die Schaffung von Konfliktlösungsinstrumenten und letztlich für die Abschaffung des Krieges.

1 Gottstein_Methode Pugwash.MP3
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2 Scheffran_Wissenschaftler-Frieden.MP3
(4.36 MiB) 1086-mal heruntergeladen

3 Neuneck_Rüstungskontrolle.MP3
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4 Egon Bahr.MP3
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag20. Juli 2015, 13:32

Aktuelle Veranstaltungskritik

Der Branchenverband Allianz Unabhängiger Filmdienstleister (AUF) lud in diesem Jahr zum zweiten mal zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Filmfests München ein. Martin Ludwig vom veranstaltenden AUF diskutierte mit fünf weiteren Podiumsteilnehmern darüber, ob es überhaupt einen fairen Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen und unabhängigen Filmdienstleistern geben kann — es wurden aber auch viele andere Themen aus der Medienbranche angeschnitten.

Bücherleser

Termin 26.9.: Konzernprotest: Graswurzelbewegung oder Kunstrasen?

Beitrag28. Juli 2015, 13:27

Über den Verteiler von lobbycontrol erhalten: http://www.konzernprotest.de/

Konzerne bedienen sich ausgefeilter Techniken, um Kritik und Proteste im Keim zu ersticken, zu übertönen und zu diffamieren.
Dazu werden z.B. NGOs unterwandert, unglaubwürdig gemacht, mit Gegen-NGOs konfrontiert, oder vermeintliche NGOs werden gleich selbst gegründet.

Wie man solche Machenschaften durchschaut und vermeintliche Graswurzelbewegungen als "Kunstrasen" entlarvt, erfährt man auf dieser wichtigen Tagung in Berlin am Samstag, dem 26.9.2015.
Veranstalter: Robin Wood, Lobbycontrol, klimaretter.info und Linke Medienakademie im Rahmen der #LiMa15.

Wäre gut, wenn jemand aus unserem Kreis dort teilnehmen und berichten könnte!
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"Digital total? Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Internetgesellschaft"

Beitrag29. Juli 2015, 13:51

Der DGB und ver.di laden auch in diesem Jahr wieder zu einer medienpolitischen Fachtagung ein, die sich insbesondere an die gewerkschaftlichen Mitglieder in den Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Landesmedienanstalten richtet.

Datum: 15.10.2015 und 16.10.2015, 13:00 Uhr
Ort:Funkhaus Leipzig des Mitteldeutschen Rundfunks
Kantstraße 71-73, 04275 Leipzig

Thema: "Digital total? Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Internetgesellschaft"

Dabei soll auch ein Blick auf die Rolle der Öffentlich-rechtlichen in Europa gerichtet werden, neue Vertriebswege und Marktteilnehmer ausgelotet, über den Wandel der Berufsbilder informiert und über Fragen von fairer Vergütung und Urheberrechten diskutiert werden.

Anmeldung für Interessierte unter
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag5. September 2015, 19:32

Kongress:

Krieg in Europa - Die Ukraine im Zentrum der neuen Ost-West-Konfrontation - Geostrategie, hybrider Krieg und die Chancen für eine aktive europäische Friedenspolitik

Wann: 17.-18. Oktober 2015
Wo: Kultur- und Kongresszentrum, 37242 Bad Sooden-Allendorf

Ausführliche Infos im Programmheft.
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Maren

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Re: Veranstaltungen

Beitrag7. September 2015, 12:12

Die DJV-Fachtagung Besser Online findet am 19. September 2015 im Komed in Köln statt - wie immer mit vielen spannenden Themen.

Wie sieht das Nachrichtenfernsehen von morgen aus? Wie wird mit Klickzahlen getrickst? Und gibt es über Facebook bald das Internet zweiter Klasse? Auch 2015 geht Besser Online den neuesten Trends des digitalen Journalismus nach und bietet darüber hinaus wieder jede Menge Nutzwert. Zahlreiche Workshops ergänzen das Programm: vom besseren Schreiben ohne abgenutzte Floskeln bis zu den neuesten Gadgets der Multimedia-Berichterstattung.


Am Vortag, d. 18.09.2015 haben die Teilnehmer_innen die Möglichkeit zu Redaktionsbesuchen bei Deutschlandradio, dem Kölner Stadt-Anzeiger, n-tv, RTL und dem WDR. Die Plätze sind begrenzt, daher lohnt sich eine schnelle Anmeldung. Welche Redaktion Sie besuchen möchten, können Sie bei der Ticketbuchung angeben.
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Re: Veranstaltungen

Beitrag7. September 2015, 14:03

Alles durch die nationale Brille?
Wann: 15. September 2015, 19.00 Uhr
Wo: Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2, Hiroshimastraße 28, Berlin

Thema:
Wie sehr prägen nationale Sichtweisen den Blick auf die anderen Staaten in Europa? Und wie sehr behindert das den Einigungsprozess? Beschleunigen oder bremsen die Medien europäisches Fühlen und Denken? Ist ein europäischer Multikanal, wie ihn Bundespräsident Joachim Gauck ins Gespräch gebracht hat, mehr als schöne Illusion? Wissen wir so wenig von unseren Nachbarn, weil die Medien nicht berichten, oder berichten die Medien nicht, weil es uns nicht interessiert? Gibt es Momente von europäischem Wir-Gefühl?


Begrüßung
Gisela Kayser
Vorsitzende des Fördervereins des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Auf dem Podium
Dr. Ulrike Guérot
Direktorin European Democracy Lab, Berlin Mehr

Rolf-Dieter Krause
Leiter des ARD-Studios Brüssel

Dr. Jens Lucht
Sozial- und Medienwissenschaftler, Universität Zürich

Dr. Maria Topali
Schriftstellerin und Mitarbeiterin am nationalen Zentrum für Sozialforschung, Athen

Moderation
Kay Walter
Freier Fernsehjournalist
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Maren

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I have a stream

Beitrag29. September 2015, 10:37

Laut Berthold Seliger Berthold Seliger erfüllt das öffentlich-rechtliche Fernsehen den Gesetzesauftrag, die „demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen“, längst nicht mehr. Die Inhalte werden privatisiert, die Strukturen sind dem Parteienstaat unterworfen. Die Fernsehrealität ist: Unterhaltung. Quotenterror. Zwangsweise eingetriebene Haushaltsbeiträge. Fehlende Transparenz. Staatsfernsehen.

Er kommt zu dem Schluss, dass das Staatsfernsehen nicht nur ein Verdummungsapparat ist, der zerstreut und ablenkt, sondern geradezu eine Ideologiemaschine, die Zustimmung zu den herrschenden Verhältnissen organisiert: „Deutsches Staatsfernsehen ist Valium fürs Volk.“

In seinem unterhaltsamen Live-Programm I HAVE A STREAM – mehr freier Vortrag als Lesung – zeigt Seliger anhand vieler Beispiele, wie heruntergekommen das Staatsfernsehen unserer Tage ist, und trägt die Forderungen der von ihm organisierten Petition zur Abschaffung des gebührenfinanzierten Staatsfernsehens vor.

Und ganz nebenbei will er sicher auch sein Buch verkaufen.

Wann: 05.10.2015, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
Wo: Werk II, Halle D, Leipzig
EINTRITT FREI!
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