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Beitrag von Maren » 22. März 2018, 21:57

Trotz aller Vernebelung und Verschleierung scheinen die meisten Amerikaner zu erkennen, wohin uns die Schreiberlinge des Konzernkapitalismus führen. Eine kürzlich durchgeführte Gallup-Umfrage ergab, dass zwar 84% der Amerikaner die Medien als “wichtig” oder “sehr wichtig” für die Demokratie betrachten, aber nur 28% sind der Ansicht, dass die konzerneigenen Mainstream-Medien (MSM) aktuell förderlich für die Demokratie sind. Beide Seiten haben natürlich Recht. Die Qualität einer Demokratie ist nur so gut wie die Informationen, mit deren Hilfe sich das Volk ein Urteil über politische Strategien und Politiker bilden kann.


Gerald Sussman

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 20. März 2018, 20:14

Dass man mit Fakes Fakten schaffen und Kriege beginnen kann hatte ja zuletzt Tony Blair eindrucksvoll bewiesen, als er behauptete die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins könnten „in 45 Minuten“ Europa erreichen. Auch damals spielten die McMedien-Konzerne mit, verkauften den Fake ohne Nachfrage und Recherche als Realität und ein Großteil des Publikums lies sich noch in die Irre führen. Darauf hatte wohl auch Theresa May gesetzt, und die Regierungen Merkel und Macron halfen ihr ein wenig beim erzürnten Backen aufblasen gegen den bösen Iwan.


Mathias Broeckers

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 25. Februar 2018, 20:13

Dokumentarische Medien sind eine Art vertrauensbildender Kit, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Und wenn dieser Kit bröckelt, wenn Vertrauen erodiert, weil Menschen sich nicht ernstgenommen oder sorgfältig abgebildet fühlen, wenn Ihre Themen und Lebenswelten gar nicht mehr vorkommen, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen. Und das merkt inzwischen auch die Politik, die die nicht unbegründete Sorge umtreibt, dass die Gesellschaft implodiert.


Thorolf Lipp

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 10. Februar 2018, 22:55

„Rettet die Wahrheit“, so der bombastische Titel eines Büchleins von Claus Kleber. Der Titel ist irreführend. „Die“ Wahrheit gibt es nicht. Und unwahrhaftig ist der Titel auch. Wäre Kleber ehrlich, hätte er schreiben müssen: „Rettet meine Wahrheit“.


Ulrich Teusch

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 9. Februar 2018, 21:00

Innerhalb der SPD hat ein bizarrer Machtkampf begonnen. Der mittlerweile ungeliebte Parteichef Martin Schulz will den derzeit beliebtesten SPD-Politiker, Außenminister Sigmar Gabriel, zur Strecke bringen und an dessen Stelle im Ministerium Quartier beziehen. Das Duell wird nach den Regeln des Parteienkampfes ausgetragen, also im Verborgenen. Besondere Raffinesse wird dabei vor allem von Schulz verlangt, da er sich nicht beim Mord an jenem Mann erwischen lassen darf, dem er das höchste Parteiamt erst verdankt.

Der Tathergang wird in diesen Tagen minutiös geplant. Der andere soll stolpern, ohne dass ein Stoß erkennbar ist. Er soll am Boden aufschlagen, scheinbar ohne Fremdeinwirkung. Wenn kein Zucken der Gesichtszüge mehr erkennbar ist, will Schulz den Tod des Freundes aus Goslar erst feststellen und dann beklagen. Die Tränen der Schlussszene sind dabei die größte Herausforderung für jeden Schauspieler und so auch für Schulz, der nichts Geringeres plant als den perfekten Mord.

Einzig sein Angstschweiß verrät ihn. Noch zaudert er. Wird das Publikum sein Alibi überhaupt akzeptieren? In ruhigen Minuten kommen dem ehemaligen Buchhändler, ohne dass er sich dagegen wehren kann, wahrscheinlich die mahnenden Worte des Schriftstellers Franz Grillparzer in den Sinn: „Allen Sündern wird vergeben“, schrieb der einst, „nur dem Vatermörder nicht“.


Gabor Steingart in seinem Morning Briefing vom 7. Februar

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 23. Januar 2018, 19:35

Diese vergessenen Wurzeln der SPD könnten als Orientierung dienen. Allerdings ist Andrea Nahles eben keine Rosa Luxemburg und Martin Schulz kein Karl Kautsky. An der Spitze der Partei finden sich heute nicht Intellektuelle mit Strahlkraft und Ansehen, sondern glattgeschliffene Bürokraten, die sich bei Bedarf bequem aus dem Hintergrund fernsteuern lassen. Auch die neuen „europäischen Visionen“ der Sondierungsverhandler bei SPD und CDU erscheinen als Einflüsterungen von Lobbyisten.


Paul Schreyer

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 19. Januar 2018, 20:30

„Insofern kann sich der Betroffene auch bei einer unrichtigen, verfälschten oder entstellten Wiedergabe seiner Äußerungen auf das allgemeine Persönlichkeitsrecht berufen. Dieses wird sogar in besonderem Maße berührt. Wie der Bundesgerichtshof zutreffend ausführt, wird mit einem Zitat nicht eine subjektive Meinung des Kritikers zur Diskussion gestellt, sondern eine Tatsache, an der sich der Kritisierte festhalten lassen muß. Aus diesem Grund ist das Zitat, das als Beleg für Kritik verwendet wird, eine besonders scharfe Waffe im Meinungskampf: Gegenüber der erkennbaren Meinungsäußerung kommt ihm die besondere Überzeugungskraft und Beweiskraft des Faktums zu. Ist das Zitat unrichtig, verfälscht oder entstellt, so greift dies in das Persönlichkeitsrecht des Kritisierten um so tiefer ein, als er hier sozusagen als Zeuge gegen sich selbst ins Feld geführt wird.“


BVerfGE 54, 208 - Böll

Re: Zitiert

Beitrag von MrMadMarkus » 13. Januar 2018, 12:30

Pepe Escobar schrieb:

Während dies bis heute nicht der Fall ist, sind legitime Proteste, die ökonomische Probleme herausgreifen, nie abgeflaut. Sie gehören vielmehr seit Jahrzehnten zum Bild des Iran.

In der Tat wirken mit Sicherheit ausländische Elemente als Provokateure, um die Proteste zu beeinflussen.

https://www.rubikon.news/artikel/weshalb-es-im-iran-keine-revolution-geben-wird


:lol:

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 11. Januar 2018, 22:24

Jeder, der mit dem Iran vertraut ist, weiß, dass die Zivilgesellschaft dort viel zu gebildet ist, um in eine derart plumpe und offensichtliche Falle zu tappen.


Pepe Escobar

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 10. Januar 2018, 23:28

„So hatte tagesschau.de versehentlich in einer Meldung von diesem Profil einen Tweet eingebettet, in dem ein bereits verifiziertes Zitat von Bannon noch einmal veröffentlicht worden war. Nach dem Hinweis eines (sic!) Lesers wurde dieser Tweet wieder aus der Meldung entfernt.“

Faktenfinder

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 6. Januar 2018, 15:11

Was die ARD am wenigsten braucht, ist ein Vorsitzender, der agiert, als wäre er noch im operativen Politikgeschäft zugange.


René Martens

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 23. Dezember 2017, 23:06

Der öffentliche Diskussionsraum wurde durch eine Ideologie extrem verengt, die ihren eigenen ideologischen Charakter leugnet und sich zur puren Rationalität verklärt. Medien und damit der öffentliche Diskussionsraum sind durch einen extremen Grad der Homogenisierung und ideologischen Uniformität gekennzeichnet.


Der öffentliche Diskussionsraum ist das Herzstück der Demokratie. Wer ihn systematisch zu behindern, einzuschränken und zu zerstören sucht, ist ein Feind und Totengräber der Demokratie. Er begräbt damit einen zivilisatorischen Traum, der angesichts historischer Erfahrungen zu den bedeutendsten Errungenschaften unserer Zivilisationsentwicklung gehört.


Prof. Mausfeld

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 4. Dezember 2017, 19:23

Die deutsche mediale Debatte bewegt sich auf niedrigem Niveau. Sexismus gibt es, kann man den Eindruck haben, nur in Hollywood oder England, und statt zu recherchieren, ventilieren selbsternannte Totalitarismusforscherinnen wie Dorn altbekannte Standard-Meinungen. Definieren unterreflektierte Kommentatoren Sexismus zu der Frage um, ob man noch Komplimente machen dürfe. Werden Schauspielerinnen gefragt, ob sie schon mal sexuell belästigt worden sind, als ob man über ein so schamvolles Thema so locker vom Hocker redet wie über das Buch, das man im nächsten Urlaub lesen will.


Matthias Dell

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 9. November 2017, 22:23

Es ist ein großer Schritt in den Totalitarismus, wenn Bücher verschwinden gelassen werden, auch und erst Recht, wenn das Hauptargument ist, dass der Verlag anrüchig sei. Wenn man das weit genug treibt, dann haben Autoren, deren Thesen gegen vermeintliche oder tatsächliche Umtriebe der Mächtigen als Verschwörungstheorien verunglimpft werden, sodass sie keinen renommierten Verlag mehr finden, überhaupt keine Möglichkeit mehr, Gehör zu finden. Eine Gesellschaft, in der man die Mächtigen nicht mehr öffentlich kritisieren kann – von links oder von rechts – ist totalitär.


Norbert Häring

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 8. November 2017, 21:26

„Medienpolitik war in Deutschland bislang korrupt oder inkompetent, häufig beides zusammen“

Medienpolitik, ganz nüchtern gesagt, war in Deutschland bislang korrupt oder inkompetent, häufig beides zusammen. Wir können da auf die Verflechtungen von Helmut Kohl und Leo Kirch verweisen oder das Cluster, das dann in Nordrhein-Westfalen aufgebaut worden ist. Das ist einfach ein Arkanpolitik-Bereich, um den sich zu wenige Leute kümmern, auch in den politischen Parteien übrigens – die sind eigentlich ganz zufrieden, wenn sie häufig im Fernsehen vorkommen, häufige Talkshow-Auftritte haben. Bosbach ist ja das beste Beispiel dafür. Die merken auch nicht, zu welchem Harlekin sie sich da machen. Und solange wir es nicht schaffen, dieses Thema aus der Nische herauszubringen – es betrifft ja nun mal die gesamte Öffentlichkeit und die Demokratie –, wird sich daran auch nichts ändern.


Lutz Hachmeister

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 7. November 2017, 20:35

Es ist schon seltsam. Da verfügen die Journalisten über den Zugang zu wahrscheinlich brisanten Informationen, die zur politischen Mobilisierung taugen könnten und am ersten Tag der Veröffentlichungen fällt ihnen nichts Besseres ein, als alten kalten Kaffee zu präsentieren, nur um eine „Russland-Verbindung“ zu konstruieren. Das ist traurig. Traurig für die klassischen Medien, weil sie sehenden Auges ihre letzten Reste von Glaubwürdigkeit verspielen und traurig für uns alle, da das wichtige Thema „Steuerminimierung“ wieder einmal gnadenlos versemmelt wurde.


Jens Berger

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 30. Oktober 2017, 21:47

Herr Dr. Gniffke hat den Diskursstil eines Gurus, eines Kleinkindes oder eines Regierungssprechers erreicht – suchen Sie es sich aus. Man muss ihm nicht mehr widersprechen, er tut es bereits selbst. Wenn aber ein Mensch sich selbst widerspricht, wie kann man da mit ihm diskutieren?


Dushan Wegner

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 29. Oktober 2017, 15:35

Warum bringen dann unsere realexistierenden Qualitätsmedien jede Nachricht, die das negative Russland Bild verstärkt, aber verschweigen aktiv eminent wichtige Meldungen, die den Konflikt entschärfen können?

Nicht zuletzt steht damit die Frage im Raum, welche Art von Gemeinsamkeit die Führungsschicht unserer Qualitätsmedien dazu bringt, wie Wölfe nur im Chor zu heulen, und wie gleichgeschaltet taubstumm zu agieren, obwohl sie doch darauf bestehen, dass sie kein Wolfschor und weder taubstumm noch gleichgeschaltet sind?


Dirk Pohlmann

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 26. Oktober 2017, 20:34

Wenn man von dem aktuellen Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft spricht, muss einmal mehr auch darauf hingewiesen werden, dass die AfD gerade auch ein Medienphänomen ist und ihr Aufstieg zu einem nicht unerheblichen Teil das Resultat eines journalistischen, medialen Versagens ist. Und hier schließt sich der Kreis zu Leo/Steinbeis/Zorn, die (politische) Talkshows sehr treffend als Teil der Unterhaltungsindustrie qualifizieren. Es gibt medial zwei Phänomene zu beobachten. Selbst seriöse Medien springen über jedes Stöckchen, das ihnen die AfD hinhält, weil man das rechte Sprachspiel, das die Autoren gut analysiert haben, nicht erkannt hat oder nicht erkennen will. Andererseits geht es, so platt das auch klingen mag, um die Quote. AfD-Politiker immer wieder in Talkshows einzuladen und ihnen immer wieder den Gefallen zu tun, sie dramaturgisch im Stile von Gladiatoren gegen demokratische Politiker und Akteuere der Zivilgesellschaft antreten zu lassen, mit dem einzigen Ziel der Zuspitzung, die zumeist ohne jeglichen Erkenntnisgewinn bleibt, spielt der AfD in die Karten. Das hierdurch erzeugte Erregungspotential ist wunderbar geeignet, Ressentiments zu verstärken. Es geht immer irgendwie emotional zu und nicht sachlich.


Thomas Stadler

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 23. Oktober 2017, 20:46

Bei deutschen Kinoproduktionen sind öffentlich-rechtliche Sender in der Regel beteiligt. Hier wird sich auch nicht beschwert, dass der Gebührenzahler zuerst ein Kinoticket lösen muss, um den jeweiligen Film zu sehen, geschweige denn Geld für einen DVD- oder VoD-Konsum zu bezahlen hat, bevor er nach zwei Jahren den Film kostenlos im Free TV sehen könnte. … Ein Pay-TV-Sender ist über die Abonnentenzahl limitiert, bei Sky sind das derzeit wunderbare fünf Millionen, während ein Free-TV-Sender die Serie über eine lineare Ausstrahlung und die eigene Mediathek allen Fernsehzuschauern, eben über 80 Millionen frei zugänglich machen kann. Darüber hinaus: Wenn eine frei zugängliche Verbreitung als erstes stattfinden würde, macht die Beteiligung eines Pay-TV Senders an solch einer Serie keinen Sinn mehr. Und hätte die ARD Degeto den Pay-TV Sender Sky ersetzt, hätte die ARD auf vier bis fünf „Tatorte“ verzichten müssen ...


Stefan Arndt

Hinweis I: Sky zahlt ca. 5 Mio. Euro. 12 Millionen Euro sollen von der ARD-Tochter Degeto kommen, rund fünf Millionen von Sky, 12 Millionen Euro von mehreren Filmförderanstalten und elf Millionen vom Rechtehändler Beta Film, der die Serie auf eigenes Risiko weltweit vermarktet.

Hinweis II: Ein Tatort kostet im Durchschnitt 1,3 bis 1,5 Mio. Euro

Hinweis III: Ein Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft kostete bisher ca. 5 Mio. Euro (nur die Rechtekosten, ohne Übertragungskosten).

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 10. Oktober 2017, 20:05

Nehmen wir mal an, der Ökozid wäre heute schon eingetreten. Dann würde es die Tagesschau morgen als Normalität behandeln. Es gibt diesen einen Moment gar nicht, wo man sich fragt: Haltstopp, was ist hier geschehen? Die Medien schaffen es, aus den größten Brüchen immer wieder eine Scheinnormalität zu konstruieren.


Frank Schirrmacher

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 9. Oktober 2017, 12:01

Der Einwand, man müsse, leider, mit den privaten Wölfen heulen, man mache nicht Programm für niemand, verwechselt nicht nur eine unabweisbare Tatsache mit einer unwahrscheinlichen Möglichkeit. Er verkennt die Privilegierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die Verfassung. Sie garantiert die Rundfunkfreiheit. Solange dieser Rundfunk die Würde des Menschen nicht verletzt, hat er fast alle Freiheiten, sogar gegenüber politischen Parteien. Er ist frei von der Sorge, politisch Unkorrektes zu senden. Er darf etwas riskieren. Es ist ihm erlaubt, im Hauptprogramm auch Minderheiten zu adressieren. Die Vorstellung, Programme ohne Unterhaltungsfaktor seien verschenkt, geht am Gründungszweck dieses Rundfunk voll vorbei. Die Programme müssen „nur“ jederzeit relevant und interessant sein. Vor allem die Informationsprogramme. Sie gewährleisten nicht nur „eine journalistisch-redaktionelle Selbstbeobachtung der Gesellschaft im öffentlichen Interesse“ (so 50 Wissenschaftler in einem Brief an die Länder). Sie sichern auch die Zukunft, weil sie bringen, was andere, die Quote machen müssen, nicht haben können. Das Programm muss eine Darstellung der Wirklichkeit sein, nicht eine Selbstdarstellung derer, die sie vermitteln.


Norbert Schneider

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 6. Oktober 2017, 14:11

Journalisten mögen Kritik an sich nicht so gern. Ja, man könnte sogar sagen, Journalisten können sehr gut mit Kritik umgehen - solange sie es sind, die sie äußern. Denn ihre Arbeit besteht ja häufig aus nichts anderem. Die Politjournalistinnen kritisieren die Politik, die Filmkritiker die Filme, die wenigsten Sportreporterinnen die Sportpolitik. Komischerweise führt das aber nicht dazu, dass Journalisten auch bereit wären, für Kritik an ihrer Arbeit offener zu sein als Fünfjährige, die im Kindergarten einem anderen Kind die gelbe Rassel weggenommen haben.


Matthias Dell

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 4. Oktober 2017, 22:28

Journalisten, die allesamt über die entsprechenden akademischen Hintergründe verfügen, um die Sprache der Herrschaft zu dekonstruieren und zu entlarven, übernehmen diese Sprache und verbreiten sie mit (man denke nur an all die neoliberalen Wortschöpfungen und Formeln, die Medien hoch und runter beten, wie etwa „Verschlankung“, „Rettungsschirm“, „Eigeninitiative“ usw.). Die Gründe für diese Neigung, die Sprache der Herrschaft zu fördern anstatt sie in ihre manipulativen Bestandteile zu zerlegen, sind vielfältig. Sie reichen von der Ignoranz, überhaupt daran zu denken, dass mit Sprache auch in Demokratien Macht und Herrschaft ausgeübt werden, über – ganz ohne böse Absicht – simple Nachlässigkeit, bis hin zu der Tatsache, dass es, wie es der französische Soziologe Pierre Bourdieu ausgedrückt hat, eine „implizite Komplizenschaft“ zwischen Vertretern des journalistischen Feldes und den Herrschenden gibt.


Marcus Klöckner

Re: Zitiert

Beitrag von Maren » 23. September 2017, 22:56

Journalismus ist der Scheinwerfer der Aufklärung oder, eine Nummer kleiner, zumindest die Taschenlampe des mündigen Bürgers. Journalismus bedeutet, unbequeme Fragen zu stellen, unangenehme Wahrheiten auszusprechen, Verdecktes aufzudecken – Licht an Dinge bringen, die im Dunklen bleiben sollten.

Journalismus bedeutet auch Streit, Polemik, Debatte – und damit geistige Anregung und ein beharrliches Ringen um die richtige Sicht der Dinge, die ewige Suche nach dem richtigen Weg. Journalismus informiert, unterhält und bildet – und prägt damit letztlich den wahren Souverän der Demokratie: den mündigen Bürger.

Nur dieser mündige Bürger und nicht etwa der bevormundete oder durch monopolistische Plattformen unmündig gemachte Bürger kann auf Basis von richtigen und relevanten Informationen und Erkenntnissen richtig entscheiden, was er will.


Mathias Döpfner

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